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Ostholstein Bauer Krebs vermarktet seine Milch selbst
Lokales Ostholstein Bauer Krebs vermarktet seine Milch selbst
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21:12 18.07.2016
Michael Krebs hat auf seinem Hof 150 Milchkühe. Eine Kuh gibt pro Tag durchschnittlich 30 Liter Milch. Quelle: Peter Mantik
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Kellenhusen

20 Cent für einen Liter Milch? Michael Krebs aus Dahme ist einer von vielen Milchbauern beziehungsweise Landwirten, die bei solchen Niedrigpreisen nicht mehr von der Milchproduktion leben können. Daher hat er in Ostholstein ein bisher einzigartiges Pilotprojekt gestartet: die eigene Vermarktung mit regionalen Partnern. Ein Besuch auf dem Hof.

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Michael Krebs hat auf seinem Hof 150 Milchkühe. Eine Kuh gibt pro Tag durchschnittlich 30 Liter Milch.

Milchproduktion, Ackerbau und Feriengäste

Dahmer Landmilch gibt es täglich von 17 bis 18 Uhr beim Bauernhof, Kellenhusener Straße 26, zu kaufen. Auch können sich Kunden gern den Hof und die Tiere anschauen. Neben der Milchproduktion betreibt Familie Krebs auch Ackerbau (180 Hektar) sowie Ferien auf dem Bauernhof für Urlaubsgäste.

• Weitere Infos unter

www.bauernhof-krebs.com

150 Milchkühe hat Krebs in der Produktion. Jede gibt durchschnittlich pro Tag 30 Liter Milch, es wird morgens um 5 Uhr und nachmittags um 17 Uhr gemolken. Die Milch wird dann für 20 Sekunden auf 72,5 Grad Celsius erhitzt – pasteurisiert – und dann herabgekühlt. Der Hof ist offiziell eine Molkerei, hat eine EU-Zulassung erhalten. „Wir produzieren ein Frischeprodukt und garantieren eine Haltbarkeit von fünf Tagen“, skizziert Krebs weiter. Er verkauft seine Milch seit vier Wochen an regionale Anbieter wie Supermärkte, Hotels, Eisdielen und Campingplätze. Oder aber an Kunden vor Ort. „Wir verkaufen täglich von 17 bis 18 Uhr auf unserem Hof“, berichtet Krebs. Jeder Kunde könne sich ein Bild von der Milchproduktion machen. Von einer Empore herab könne man beispielsweise auf das Melk-Karussell hinabschauen. Die Literflasche kostet 1,30 Euro plus 50 Cent Pfand. Das hört sich dann schon anders an als 20 Cent.

Wer bei einem Besuch glücklich Gras zupfende Kühe auf Weiden erwartet, der wird enttäuscht. „Bei uns sind die Kühe in den Stallungen“, erklärt Krebs. „Zunächst liegen wir in einer Moorniederung. Da gibt es viele Insekten, die die Kühe ins Euter stechen“. Krebs wolle die Tiere aber nicht mit Antibiotikum behandeln müssen. Außerdem sei die Futterzufuhr im Stall leichter zu steuern. Dann wäre da noch das Hundeproblem. Krebs klagt: „Viele Urlauber lassen ihre Hunde frei laufen. Dadurch haben wir pro Jahr zehn tote Schafe.“ Zum Teil gerissen, zum Teil zu Tode gehetzt oder in Wassergräben getrieben. Dies wolle er bei seinen Milchkühen vermeiden.

Insgesamt hat Michael Krebs 280 Kühe auf seinem Hof, davon 150 Milchkühe und 130 Stück aus der Nachzucht. „Bei uns hat eine Milchkuh eine Lebenserwartung von 4,8 Jahren“, erklärt Krebs. Dieser Wert liege über dem Landesdurchschnitt. Eine Kuh müsse einmal pro Jahr tragend sein, um ausreichend Milch zu produzieren. Bekommt sie keinen Nachwuchs mehr, sei sie nicht mehr rentabel und werde an den Schlachter verkauft. Dann geht die Kuh in die Fleischproduktion, etwa 800 Euro erhält Krebs noch pro Tier.

Jede Kuh frisst pro Tag 50 Kilogramm Frischmasse – ein Mix aus Gras, Mais, Stroh, Kraftfutter und Mineralien. „Wir produzieren das Futter selbst, betreiben Ackerbau“, erläutert Krebs, dessen Ländereien 180 Hektar groß sind.

Die Geschäftsidee scheint aufzugehen. Der Start mit der Selbstvermarktung sei vielversprechend verlaufen. Krebs sagt: „Bei uns kann man genau sehen, was der Kunde bekommt. Im Supermarkt ist das anders. Wo Bio draufsteht, ist noch lange kein Bio drin.“ Zweites Standbein der Familie sind Feriengäste. Urlaub auf dem Bauernhof – jeden Morgen mit frischer Milch.

 Peter Mantik

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