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Ostholstein Bauhandwerk: Kreativ und mit Zukunft
Lokales Ostholstein Bauhandwerk: Kreativ und mit Zukunft
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20:15 21.09.2017

Höchst konzentriert machten sich je 12 Maurer, 13 Zimmerer sowie drei Fliesenleger ans Werk. Sie hatten unterschiedlich lange Zeit, um ihre Arbeiten zu vollenden. Den Maurern standen zum Hochziehen einer vielfach verzierten Mauer sechs, den Zimmerern zum Bau eines komplizierten Dachstuhls sieben und den Fliesenlegern für das Zuschneiden einer aufwendigen Wand-Dekoration acht Stunden zur Verfügung.

Die besten Maurer-, Zimmerer- und Fliesenleger-Junggesellen aus den 16 Baugewerbe-Innungen des Landes trafen sich am Donnerstag zum Leistungswettbewerb der „Fachkräfte für morgen“ in Eutin und ermittelten ihre Landessieger. Die fahren im November zu den Deutschen Meisterschaften.

Jede der 16 schleswig-holsteinischen Innungen sei mal an der Reihe, wenn es um die Ausrichtung des Landesleistungswettbewerbes geht, berichteten die Obermeister Bernd Rüß aus Roge und Ralf Hoffmann aus Logeberg. Dritter Innungsobermeister ist Michael Harms aus Eutin.

„Für uns gehört die Ausrichtung der Meisterschaft nicht gerade zum tagtäglichen Geschäft“, sagte Rüß in einem LN-Gespräch. Und auch für die besten Gesellen des Landes sei diese Veranstaltung alles andere als Routine. „Sie alle haben schon lange vorher für diesen Tag geübt“, berichtete Hoffmann. Und Rüß pflichtete ihm bei, als er sagte: „Ich könnte die heute hier gestellten Aufgaben wohl nicht mehr lösen.“

Ostholsteins Obermeister hatten diesen Wettbewerb auch für die Öffentlichkeit geöffnet und wollten damit Werbung für den Handwerksberuf machen. Allerdings fanden wenige Unbeteiligte den Weg in die Überbetriebliche Ausbildungsstätte in Eutin.

Dabei wird in allen Ausbildungsberufen dringend Nachwuchs gesucht. „Jeder, der Lust hat zum Handwerk, kann etwas aus diesem Beruf machen“, sagte Rüß. Jeder Geselle gehe nach der Ausbildung gut vorbereitet ins weitere Leben, da er nicht nur alles rund ums Bauen, sondern beispielsweise auch Teamfähigkeit lerne. Der Bauberuf sei äußerst kreativ und biete viele Möglichkeiten zum selbstständigen Arbeiten. Außerdem werde er gut bezahlt, betonte Rüß.

Die beiden 19-jährigen Gesellen Maximilian Thamm aus Todesfelde (Kreis Segeberg) und Paul Schütt aus Bargfeld-Stegen (Kreis Stormarn) hatten ein wenig Zeit, nachdem sie den Klebstoff für ihre Fliesenarbeiten angerührt hatten und vor der Weiterverarbeitung warten mussten. Sie gaben gerne Einblicke in ihren Beruf. Der habe eine Zukunft, weil Fliesen immer verlegt werden müssten, und „gutes Geld“ gebe es dafür auch, meinten sie. Beide Gesellen denken auch in ihrer Freizeit oft an den Beruf. „Immer schaue ich in Geschäften auf den Fußboden, und auch in den Toiletten sehe ich mir die Fliesenarbeiten genau an“, erzählte Paul Schütt. Wenig später wurde er als Landesmeister ausgezeichnet.

Nachdem die Teilnehmer feststanden, die im November zu den Deutschen Meisterschaften nach Sigmaringen in Baden-Württemberg fahren, begann der gemütliche Teil der Veranstaltung. Teilnehmer, Angehörige und Ausbilder trafen sich mit Vertretern des Kreises und der Stadt Eutin zu einem Handwerkerabend.

Die Ergebnisse

Bei den Maurern wurde Philipp Wiesenthal aus Neumünster Landessieger, gefolgt von Wolfgang Lorenzen aus Eckernförde und Sebastian Grell aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Der Zimmerer Tom Jacobsen von Fehmarn fährt zur Deutschen Meisterschaft. Auf den weiteren Plätzen landeten Luis Naber aus Lübeck und Nils Thomsen aus Flensburg.

Bester Fliesenleger wurde Paul Schütt aus dem Kreis Stormarn. Den zweiten Platz erlangte Marc-André Schulz aus Tinnum auf Sylt und Platz drei kam Maximilian Thamm aus dem Kreis Segeberg.

Am 25. und 26. September kämpft der Bäckernachwuchs in Travemünde um den Landesmeistertitel. Sechs Bäcker sowie sechs Bäckereifachverkäuferinnen treten an.

Christina Düvell-Veen

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