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Ostholstein Baustellen-Chaos zur Hauptsaison
Lokales Ostholstein Baustellen-Chaos zur Hauptsaison
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10:07 25.06.2017
Keine Weiterfahrt: Die K 43 ist seit dem ersten Spatenstich im September 2016 für den Verkehr in Richtung Burg gesperrt. Die Freigabe verzögert sich bis zum 14. Juli. Quelle: Foto: Gjs
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Ostholstein

Eigentlich sollte der erste Bauabschnitt auf der K 43 (Abfahrt Avendorf/Blieschendorf nach Burg) zum 30. Juni fertig werden – rechtzeitig zur Hauptsaison. Doch dieses Ziel ist nicht mehr zu erreichen. „Aufgrund zusätzlichen Bodenaushubs und einer schadhaften Entwässerungsleitung“ dauere es zwei Wochen länger, so Jens Sommerburg (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, kurz LBV). Für die Verkehrsfreigabe ist jetzt der 14. Juli (Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen) vorgesehen, teilte der Kreis Ostholstein auf LN-Anfrage mit.

Für die Insel hat das bittere Konsequenzen. Der gesamte Verkehr, der nach Burg, Burgstaaken oder Burgtiefe will, muss sich durch die Burger Altstadt quälen. Nur diese Abfahrt von der E 47 ist möglich, die Route über die K 43 (ehemals Blieschendorfer Allee) dagegen gesperrt. „Eine Katastrophe, vor allem bei Großevents“, beklagt Tourismusdirektor Oliver Behncke.

Viele Straßen in Ostholstein betroffen – Freigabe der K 43 auf Fehmarn verzögert sich.

Zeitplan Fehmarn

Fast acht Millionen Euro kostet der Ausbau der K 43. Bürgermeister Jörg Weber: „Darauf hat die Insel über 20 Jahre gewartet.“

Wenn 2018 die K 43 fertig ist, folgt der Bau der Umgehungsstraße nach Burgstaaken. Sie muss Ende 2019 fertig sein.

Tausende Bullis, die durch die beengte Stadt zum Festival rollten, mögen vielleicht noch ein Hingucker gewesen sein. Doch an diesem Wochenende ist das „Fehmarn Pferde Festival“ betroffen.

Behncke: „Das ist Stress für Reiter und Pferde, wenn Hunderte Gespanne übers Altstadt-Kopfsteinpflaster zum Turnierplatz hin und wieder zurück müssen.“ Und ein Ärgernis für die Anwohner, Passanten und Café-Gäste. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hatte versucht, dass die K 43 am Wochenende einseitig fürs Turnier aufgemacht wird – ohne Erfolg. Und täglich wird der Verkehr stärker. Folge: Vor Burg gibt es lange Staus, die bis nach Landkirchen zurückreichen. Im September kommt der nächste Engpass durch den zweiten Bauabschnitt. Er soll im Juni 2018 fertig sein, wenn alles nach Plan läuft.

„Bei allen anderen Baustellen im Kreis liegen die Maßnahmen im Zeitplan und weisen bisher keine besonderen Vorkommnisse auf“, so Sommerburg. Doch einige Knackpunkte gibt es durchaus in Ostholstein.

Ein Überblick:

Sundbrücke: Im Laufe des Jahres wird es weitere temporäre Teil- und sogar Vollsperrungen geben – Letztere aber nicht in der Hauptsaison. (Siehe auch Artikel unten.) B 501 bei Grube: Die Arbeiten für die Deckensanierung der Bundesstraße vom Ortsausgang Grube bis zum Knotenpunkt B 501/K 50 in Gruberhagen sollen Ende kommender Woche beendet sein. Dann ist die Vollsperrung hier aufgehoben. Allerdings: Im Anschluss wird mit der Deckenerneuerung im Bereich Grönwohldshorst begonnen – bis zum 21. Juli kommt es hier zu Teil- und Vollsperrungen. Einzelheiten gebe es ab kommender Woche, sagt Jens Sommerburg.

Kremper Weg in Neustadt: Die Vollsperrung der Straße „Kremper Weg“ nach Altenkrempe im Bereich der Brücke über die A 1 wird voraussichtlich bis Ende September andauern.

Fußgänger und Radfahrer können jedoch trotz der Bauarbeiten die Brücke überqueren.

L 309 in Pansdorf: Aufgrund des Ausbaus und der Erneuerung der Ortsdurchfahrt ist Pansdorf für den Durchfahrtsverkehr bis 30. November gesperrt, die Gewerbebetriebe sind aber erreichbar. Außerdem wird bis zum 28. Juli die Decke zwischen Pansdorf und Schulendorf (K 62) erneuert, die Straße ist voll gesperrt. Die ansässige Gärtnerei kann aber angefahren werden.

A 1 bei Bad Schwartau/Sereetz: Weil die Fahrbahn erneuert wird und neue Lärmschutzwände entstehen, ist die Anschlussstelle Bad Schwartau (Ostseite) bis Ende 2017 gesperrt. Zudem wird der Verkehr Richtung Fehmarn auf die andere Fahrbahnseite umgelenkt, es gibt jeweils nur zwei Spuren. „Es ist eine hochbelastete Straße. Es liegt auf der Hand, dass es zu Spitzenzeiten am Flaschenhals der Baustelle Rückstaus geben kann“, erklärt Sommerburg.

A 226: Noch bis zum 1. Dezember ist die A 226 zwischen Lübeck-Dänischburg und Bad Schwartau gesperrt.

Travemünder Landstraße in Niendorf: Die Vollsperrung zwischen Brodtener Straße und B 76 endet voraussichtlich am 30. September.

Weitere Baustellen und Vorhaben ab Herbst 2017

Bei Oldenburg wird aktuell an der Erneuerung der B-202-Brücken über die Johannisbek und den Randkanal gearbeitet. Dabei soll der Verkehr jedoch ohne Sperrungen an den Baustellen vorbeigeführt werden, betont Jens Sommerburg vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV).

Von Herbst an sind weitere Maßnahmen vorgesehen. „Wir planen den Neubau der Brücke über die Schwentine im Zuge der L 56 in Malente sowie den Brückenneubau über die Aalbek an der B 76 in Niendorf“, erläutert Sommerburg. Beides erfolge ab Oktober über den Winter hindurch in Vollsperrung. Im Norden Ostholsteins wird ab Mitte September die A 1 angepackt: Die Autobahn wird zwischen dem Parkplatz Hasselburger Mühle bis zur Abfahrt Neustadt-Pelzerhaken (Richtung Lübeck) bis Ende des Jahres erneuert. Die Fahrzeuge werden dann auf die andere Seite umgelenkt, wo die Fahrbahn verengt wird. mb

 Gerd-J. Schwennsen und Markus Billhardt

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