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Ostholstein Beachvolleyball: Ludwig/Walkenhorst stehen im Finale
Lokales Ostholstein Beachvolleyball: Ludwig/Walkenhorst stehen im Finale
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12:39 10.09.2016
Laura Ludwig und Kira Walkenhorst stehen im Finale der Deutschen Meisterschaften. Um 14.45 Uhr treten sie wieder an. Quelle: 54 Grad
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Timmendorfer Strand

Das Gold-Gespann von Rio ist in Timmendorfer Strand ins Finale der DM eingezogen. Am Sonnabend besiegten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst die Stuttgarterinnen Karla Borger und Britta Büthe glatt mit 2:0 (21:18, 21:7). „Wir haben gut aufgeschlagen und den Druck nochmals erhöht“, erklärte Ludwig. „Es war schon ganz schön hart“, sagte Block-Spezialistin Walkenhorst über den ersten Satz in der mit fast 6000 Fans besetzten Ahmann-Hager-Arena. Borger/Büthe führten im ersten Durchgang zunächst mit 15:13, vergaben durch eigene Fehler aber den möglichen Satzgewinn. Das Finale findet um 14.45 Uhr gegen das Duo Laboureur/Sude oder Gernert/Zautys statt. Für Abwehrspielerin Ludwig wäre es bereits die siebte deutsche Meisterschaft.

Klicken Sie sich in der Bildergalerie durch Eindrücke von der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaft 2016 in Timmendorfer Strand.

Bereits am Freitag hatten sich die beiden souverän für das Halbfinale qualifiziert. Seit dem Gold von Rio, dem Olympiasieg von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ist im sonst so lässig-kultigen „Wohnzimmer“ des deutschen Beachvolleyballs alles anders. Manager Scheuerpflug schlüpft da in die Rolle des „Regulierers“. 36 Minuten brauchten „Lu/Wa“ im Viertelfinale für das 21:19, 21:18 gegen Victoria Bieneck/Julia Großner. „Bombe! Ein starkes Gefühl“, jubelte Ludwig, gab aber zu: „Das war hart, langsam zehrt es.“ Auch, weil ihr dritter Satz, also die Interviews und Fan-Selfies doppelt so lange dauert. „Ich hab’ schon 1111 gemacht“, grinste Ludwig.

Beachvolleyball-DM heute

8.30 Uhr: Frauen (Sieger im Halbfinale): Spiel 1: Borger/Büthe - Ittlinger/Weiland; Spiel 2: Bieneck/Großner - Gernert/Zautys.
9.30 Uhr: Hauptfeld Männer.
10.45 Uhr: 1. Halbfinale, Frauen (live auf Sky): Ludwig/Walkenhorst - Sieger Spiel 1.
11.45 Uhr: 2. Halbfinale, Frauen (live auf Sky): Laboureur/Sude - Sieger Spiel 2.
12.30 Uhr: Viertelfinale, Männer (Sieger im Halbfinale am Sonntag, Verlierer in der Loserrunde): Böckermann/Flüggen - Edmann/Kaczmarek.
13.30 Uhr: Spiel um Platz 3 (live auf Sky)
14.45 Uhr: Finale (live auf Sky und NDR).
16.15 Uhr: Viertelfinale, Männer: Poniewaz/Poniewaz - Matysik/Walkenhorst.
bis 19.15 Uhr: Hauptfeld Männer
20 Uhr: N-JOY-Party, Ahmann-Hager-Arena
23.30 Uhr: Feuerwerk an der Seebrücke; anschließend Party im Maritim-Hotel

Der Hype, der Druck, dass Wissen, dass sich die Konkurrenz gern mit dem Etikett Olympiasieger-Besieger schmücken würde, sie selbst nicht so fit wie in Rio sein können, stecken die Hamburgerinnen aber mit beeindruckender Souveränität weg. „Noch zwei Wochen Vollgas. So haben wir uns eingeschworen.“ Die DM, die Deutschen Meisterschaften, und das World-Tour-Finale, beides wollen sie noch gewinnen. „Uns darauf zu fokussieren, haben wir die letzten Jahre gelernt.“

Ballwechsel zum Nebencourt: Als da die Sonne unterging, flossen die Tränen. Katrin Holtwick und Ilka Semmler hatten gegen die an zehn gesetzten Melanie Gernert/Tatjana Zautys 1:2 (21:16, 18:21, 18:20) verloren. Aus und vorbei. Karriere-Ende auf dem „Friedhof der Stars“, da, wo sich schon die Olympia-Dritten von Sydney, Jörg Ahman/Axel Hager, 2014 verabschiedet hatten. Familie, Freunde, Fans, der 30-köpfige Fanclub, der auf dem Dankeschön-Shirt ihre Top- Platzierungen trug – Grand-Slam- Sieg (2014), EM-Zweite (2010), Olympia-Neunte (2012), WM-Vierte (2015) und Meister (2009, 2012) – sie alle feierten die weinenden Weltranglistenvierten minutenlang.

Dass es ihr endgültiger Abschied ist, wurde ihnen in den Armen der Eltern bewusst. „Wir haben es bis dahin verdrängt.“ Auch die Frage, wie es weitergeht. Beide wissen nur eines: Sie wollen ihr Studium (Rehabilitations-Pädagogik) nach 13 sowie elf Jahren endlich zu Ende bringen. „Der Rest ist noch nebulös. Ich bin seit zehn Jahren Vollprofi, kann den Schalter nicht so einfach von jetzt auf gleich umlegen“, sagt Ilka Semmler (31).

Auch für Britta Büthe wird es heute ein schwerer Gang. Obwohl die 28-Jährige sagt, „Offiziell habe ich mich noch gar nicht entschieden“, weiß jeder: Es ist für sie vorbei. Sie will ihren Master in Lebensmitteltechnologie machen, sieht sich künftig nicht mehr als Beach-Profi. Ihre DM-Mission: „Wir wollen ein schönes Borger-Büthe-Turnier spielen.“ Doch das wird nach dem 0:2 (14:21, 19:21) gegen ihre Trainingspartnerinnen, die Weltranglistendritten Chantal Laboureur und Julia Sude, schwer, führt sie heute in die Loserrunde – und danach im Halbfinale würden Ludwig/Walkenhorst warten. Karla Borger plagt zudem eine schwere Erkältung. „Egal, ich will spielen, jeden Ball mit Britta genießen“, erklärt sie wehmütig. Es klingt nach Abschied. Für sie steht aber fest: „Egal, was nach Timmendorf kommt, ich mache weiter.“

Jens Kürbis

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