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Ostholstein „Beckmanns Sportschule“ rührt Werbetrommel für Malente
Lokales Ostholstein „Beckmanns Sportschule“ rührt Werbetrommel für Malente
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20:17 22.06.2016
Reinhold Beckmann moderiert „Beckmanns Sportschule“, die live aus dem Uwe Seeler Fußball Park gesendet wird. Quelle: Fotos: Wdr, Benthien, Zill
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Malente

Ist das gelungene Werbung oder doch eher ein Grund zum Fremdschämen? Das TV-Format „Beckmanns Sportschule“, das im Anschluss an die EM-Fußballspiele in der ARD live aus Malente gesendet wird, scheidet die Geister. In den Medien wird die Show heftig kritisiert. Die Malenter und die Vertreter der Sportschule, die eigentlich Uwe Seeler Fußball Park heißt, setzen dagegen auf den Werbeeffekt – immerhin wird die Talkrunde bundesweit ausgestrahlt.

Das Grusel-Gespann zur Geisterstunde, bestehend aus Moderator Reinhold Beckmann, Ex-Fußballer und angehendem Wrestler Tim wiese sowie Ex-St. Pauli Kicker und heute Bestatter Nico Patschinski, zeichnet sich vor allem durch flache Witze aus. Die Sportschule, die umfassend modernisiert und renoviert wurde, wird dabei dargestellt wie eine Jugendherberge aus den 70er Jahren – miefig und altbacken. In Malente ist man sich einig: Die Sendung ist speziell, aber der Werbeeffekt ist trotzdem enorm.

„Wir schalten um nach Malente“, das sei eine riesige Werbemaßnahme, sagt Bürgermeister Michael Koch. „Den satirischen Hintergrund muss man verstehen“, sagt Koch. Jeder der Beiträge steigere den Bekanntheitsgrad. „Wir haben eine Vielzahl mehr an Übernachtungsanfragen.“ Auch wenn die Show „speziell“ sei, würde der ein oder andere Zuschauer danach trotzdem im Internet nach der Sportschule oder Malente suchen und sehen, wie attraktiv es ist.

„Hauptsache Malente wird bekannt“, sagt Bürgervorsteher Rainer Geerdts und fügt hinzu: „Beckmann kann seinen Namen kaputt machen, aber nicht den von Malente.“ Der Ort sei durch die DFB-Pokal-Auslosung am vergangenen Sonnabend in den Mittelpunkt der Fußballwelt gerückt worden, das sei „schon mal gut“. „Den Rest verstehe ich auch nicht – diese Witze“, sagt Geerdts, der die legendären WM-Vorbereitung der deutschen Mannschaft in Malente 1974 miterlebt hat. „Das ist schon ziemlich flach. Wenn ich Beckmann hier in der Stadt treffen würde, würde ich ihn mal fragen, was das soll.“

Ähnlich sieht das Rüdiger Zühlke, Fußballobmann beim TSV Malente. Er war mit der 1. Herrenmannschaft in der Show, als die Pokal-Spiele ausgelost wurden. „Die Folge war ja ganz nett gemacht und man hat ein paar Prominente getroffen“, sagt Zühlke. „Ansonsten finde ich es nicht gut, wie Beckmann die Sportschule als Klitsche bezeichnet und sich über die Zimmer auslässt.“ Auch die inszenierten Bestattungen mit dem „merkwürdigen Typen“ seien lächerlich. „Hier haben Nationalmannschaften trainiert und gerade war der HSV hier – die Sportschule hat Geschichte“, sagt Rüdiger Zühlke. „Das darf man nicht vergessen.“

Die Geschichte hautnah miterlebt hat Uwe Schlüter. Der 83-Jährige war von 1969 bis 1976 Hausmeister in der Sportschule und tritt nun als Zeitzeuge in der Show auf. „Ich wusste gar nicht, was die da vor haben“, sagt Schlüter. „Ich habe alles erzählt, wie es damals gelaufen ist. Mit meinen Aufzeichnungen bin ich zufrieden.“ Ansonsten habe die Sendung wenig mit Fußball zu tun. „Es ist schon sehr albern“, sagt Schlüter. „Wenn ich den Leichenwagen schon sehe – dazu fällt mir nichts mehr ein.“

Dass es sich um ein unvergleichliches Sendeformat handelt, was es in der Art noch nicht gegeben hat, bestätigt Jörn Felchner, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbands. Der Verband ist Eigentümer der Sportschule. „Die Produktionsfirma hat letztes Jahr Kontakt zu uns aufgenommen“, sagt Felchner. Über den Charakter der Sendung sei man zwar „überrascht“, aber: „Nach acht Stunden Fußball-Analyse muss auch etwas anderes her“, sagt Felchner. Der Satire-Charakter nehme von Sendung zu Sendung zu. „Man muss dem Verlauf eine Chance geben, sich zu entwickeln“, sagt er. „Für uns läuft es jedenfalls, wie wir es wollten – nämliche, dass die Sportschule über die Region bekannt wird.“ Nach jeder Sendung kämen Anfragen von fünf bis zehn Fußballvereinen.

Kim Meyer

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