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Begleiteter Umgang: Argusaugen wachen über das Kindeswohl

Neustadt Begleiteter Umgang: Argusaugen wachen über das Kindeswohl

Der Kinderschutzbund hilft zerstrittenen Eltern mit Sozialpädagogen und Ehrenamtlern – so sollen Vater und Mutter wieder gemeinsam Verantwortung für ihr Kind übernehmen.

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Bernhard Fritz (r.) verfolgt auf dem Spielplatz den Umgang eines Elternteils mit dessen Kindern. Im Bedarfsfall kann er jederzeit eingreifen.

Quelle: tk

Neustadt. Die Augen von Jana Knoop ruhen auf einem Buch. Mit ihrer Aufmerksamkeit ist die Frau jedoch bei Vater und Tochter auf dem Spielplatz vor ihr. Sie folgt dem Dialog, könnte im Falle eines Falles jedoch auch sofort eingreifen. Jana Knoop ist eine von fünf Ehrenamtlern, die im Auftrag des Kinderschutzbundes dazu beitragen, dass Eltern wieder gemeinsam Verantwortung für einen geregelten Umgang im Sinne des Kindes übernehmen.

LN-Bild

Kinderschutzbund hilft zerstrittenen Eltern mit Sozialpädagogen und Ehrenamtlern – Vater und Mutter sollen wieder gemeinsam Verantwortung für ihr Kind übernehmen.

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„Begleiteter Umgang“ lautet die Bezeichnung für das Angebot des Kinderschutzbundes, das zerstrittene Eltern dabei unterstützen soll, wieder gemeinsam Sorge für ihr Kind zu tragen. Im Vordergrund stehe dabei das Recht des Kindes auf einen Kontakt mit beiden Eltern. „Jedes Kind zählt und braucht Vater und Mutter“, sagt Martin Liegmann, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Ostholstein.

Dem begleiteten Umgang gehen in der Regel heftige Zerwürfnisse und Streitigkeiten der Eltern vor Gericht voraus. Das Gericht verweist diese Fälle dann an das zuständige Jugendamt, das wiederum den Kinderschutzbund einschaltet. Zehn Mal in Folge haben Vater oder Mutter dann die Gelegenheit, ihr Kind unter Beobachtung eines der Ehrenamtler zu treffen. Bei Bedarf kann die Anzahl der Treffen auch erhöht werden.

„Am Ende sollen die Eltern sich wieder in der Lage sehen, den Umgang ohne Hilfe von außen miteinander zu regeln“, erläutert Bernhard Fritz. Der Sozialpädagoge führt die Erstgespräche mit den Eltern und klärt sie über die Regeln auf, die beide Eltern schriftlich unterzeichnen müssen. Fritz: „In dem Vertrag ist auch unser Hausrecht verankert, von dem wir Gebrauch machen, wenn sich ein Elternteil nicht an die Regeln hält.“ Auch das, sagt er, sei in der Vergangenheit schon vorgekommen.

Viele der Kinder, so erläutert er, kommen aus zerrütteten Familienverhältnissen. Trotz schlimmer Erfahrungen bis hin zu Gewalteskalation oder sexuellem Missbrauch, den das Kind selbst erdulden musste oder in der Familie miterlebt hat, sei der Kontakt zu befürworten, wenn das Kind das wolle. Sinnvoll sei der begleitete Umgang auch bei psychischer Erkrankung eines Elternteils, bei Suchtproblematik, bei längerer Kontaktpause oder auch, wenn sich Kind und Elternteil noch gar nicht kennengelernt haben. „Die schwierigen Fälle betreue ich aber selbst“, sagt Fritz.

Für den Fall der Fälle werden jedoch auch die ehrenamtlichen Helfer wie Jana Knoop mit Wissen und Verhaltensmaßnahmen ausgestattet. Sie erhalten theoretische Grundlagen über die Themen Trennung und Scheidung, die Gesetzeslage, lernen Deeskalationsmethoden oder bekommen Verhaltensweisen vermittelt, mit denen sie einschreiten können, wenn ein Elternteil schlecht über das andere redet oder es zum Beispiel zu einem Körperkontakt kommt, den das Kind nicht möchte. Zudem lernen die Beobachter, Verständnis für beide Seiten aufzubringen und nicht parteiisch zu werden. Fritz: „Ein ausgleichendes Naturell ist dabei bestimmt von Vorteil.“

„Außerdem bringen wir unseren Ehrenamtlern bei, wo die Grenze ist: für den Erwachsenen im Umgang mit seinem Kind, aber auch für den Beobachter, der wissen muss, wann er selbst vielleicht Hilfe und Unterstützung braucht“, ergänzt Liegmann.

„Was hinterher passiert, erfahren wir nur in sehr wenigen Fällen“, bedauert Fritz. Dennoch hat der begleitete Umgang Erfolg. Etwa 50 Prozent der Eltern sähen sich nach der Maßnahme in der Lage, den Kontakt eigenständig zu regeln, berichtet er.

Beobachter wie Jana Knoop müssen in der Regel alle 14 Tage zwei Stunden für den begleiteten Umgang aufbringen. Es sei denn, die jeweilige Person hat Kapazitäten, auch mehrere Begleitungen zu übernehmen. Der Kinderschutzbund hofft jetzt, noch fünf weitere Ehrenamtler für diese Aufgabe zu gewinnen.

Interessenten können sich an den Kinderschutzbund in Neustadt unter der Nummer 04361/51230 wenden.

 Thomas Klatt

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