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Ostholstein Bekannten in die Falle gelockt
Lokales Ostholstein Bekannten in die Falle gelockt
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20:10 18.12.2017
Eutin

Einen Bekannten in eine Falle locken, ihn einer vermeintlich lebensbedrohlichen Situation auszusetzen und sich selbst ahnungslos geben – das bezeichnete Richter Otto Witt gestern als „ganz miese Nummer“. Selbst der Verteidiger von Philipp Y. (Name geändert) nannte die Tat des 20-jährigen Eutiners eine „Schweinerei“. Der Angeklagte zeigte sich reuig. „Es tut mir leid“, erklärte er mehrfach vor dem Jugendschöffengericht Eutin, wo er sich wegen räuberischer Erpressung verantworten musste.

Geschehen war Folgendes: Den jungen Mann plagten Geldsorgen, „um die 900 Euro Drogenschulden bei den falschen Leuten“, um genau zu sein, weil Philipp Y. Außenstände bei Hasch- und Kokaindealern nicht zahlen konnte. Daraufhin überredeten ihn zwei Mittäter dazu, den 22-jährigen Morten R. (Name geändert) bei abendlicher Dunkelheit zu einer einsamen Bushaltestelle zu locken. Dort riss einer der Mittäter die Fahrertür des Wagens von Morten R. auf, hielt dem 22-Jährigen eine Plastikpistole an den Kopf und rief: „Beweg dich nicht, mach keinen Fehler!“

Philipp Y. saß während des Überfalls scheinbar überrascht auf dem Beifahrersitz. Morten R. musste zwei Handys, seinen Autoschlüssel und sein Portemonnaie mit zahlreichen Papieren und 20 Cent Bargeld herausrücken, anschließend machten sich die beiden Täter davon. Er habe die Waffe für echt gehalten, erklärte das 22-jährige Opfer, seinem Bekannten Philipp Y. allerdings zunächst nicht misstraut: „Ich fand es nur seltsam, dass er bei dem Überfall alles behalten durfte.“ Ein Polizeibeamter schöpfte jedoch nach der Vernehmung von Philipp Y. Verdacht, und bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde ein Teil der Papiere von Morten R. gefunden – die beiden Komplizen hatten sie dort offenbar liegen lassen.

Die Namen dieser beiden Täter nannte Philipp Y. gestern, was ihm zu seinen Gunsten angerechnet wurde. Neben zehn Monaten Jugendstrafe zur Bewährung verurteilte ihn das Gericht zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Außerdem muss Philipp Y. 1000 Euro an Morten R. zahlen.

latz

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