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Ostholstein Beltgegner-Aktion: 110 neue Einwendungen
Lokales Ostholstein Beltgegner-Aktion: 110 neue Einwendungen
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15:15 14.08.2016
Christa Woitalla, Inge Röll, Karl Albert, Beate Meißner, Minna Gerdes und Ute Rathje wollen eine feste Beltquerung verhindern. Quelle: hof
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Burg a. Fehmarn

Biertischgarnituren werden in Form des charakteristischen „X“ aufgestellt, blaue Tischdecken abgerollt und rundherum lehnen Holzkreuze an den Linden um den Burger Marktplatz. Schnell wird klar, dies ist nicht irgend ein „Dinner in Blue“, sondern eine Veranstaltung der Beltgegner. Die Interessengemeinschaft „Lebenswertes Fehmarn“ und das „Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung“ haben Bürger aufgerufen, sich mit Einwendungen in das Planungsverfahren einzubringen.

„Bauherr Femern A/S hofft auf wenig Einwendungen gegen die zweite Planungsrunde während der Urlaubszeit“, sagt Hendrick Kerlen vom Aktionsbündnis. Zudem seien die eingereichten Unterlagen ein „Bluff“

der Interessenvertretung Dänemarks. „Das Projekt ist längst ausgeschrieben und die Verträge mit den Baufirmen unterschrieben“, erläutert der Vorsitzende. Mit ausliegenden Formulierungshilfen wollen sie die Bürger unterstützen, Einwendungen einzureichen. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) sagt dazu: „Wo meine Bürger sind, bin auch ich.“ Ohne seine Anwesenheit als Unterstützung der Beltgegner missverstanden sehen zu wollen. Er schätze die Aktionsbereitschaft der Fehmaraner, deren Engagement nicht sinnlos sei. „Viele Unterschriften können das Projekt zumindest noch verzögern. Und Verzögerungen bedeuten Kostensteigerungen.“ Dies eröffne zumindest die Chance, dass über das Projekt doch noch einmal nachgedacht werde. Rolf Reijnders, seit Jahren Fehmaraner und als Ostsee-Botschafter für die Region aktiv, glaubt nicht, dass sich das Projekt durch die Maut finanzieren lasse. Ähnlich sehen das auch Angelika und Klaus Bartsch und ihre Freunde Ute und Andreas Einfeldt. Die Urlauber kommen fast jedes Wochenende aus Hamburg auf die Insel und fürchten noch mehr Verkehr. „Ich möchte nicht, dass diese Strecke eine reine Transitroute wird. Ich bin hier schließlich zum Urlaub machen“, sagt Andreas Einfeldt. Klaus Bartsch ergänzt: „Außerdem will ich als Angler weiter im Belt fischen dürfen.“ Wobei das ein anderes Thema ist. Für Karin Paulsen, gebürtige Fehmaranerin, ist das Projekt „Steuerverschwendung“. Anderthalb Stunden nach Beginn haben die Beltgegner circa 110 neue Einwendungen, die sie der Genehmigungsbehörde einreichen können. Es hat sich gelohnt.

 Marc R. Hofmann

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