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Ostholstein Beltquerung im Zeichen des soziokulturellen Raums
Lokales Ostholstein Beltquerung im Zeichen des soziokulturellen Raums
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20:25 16.01.2016
Alisa Keil hat eine Grafik entworfen, aus der die Beeinflussungen durch die Beltquerung hervorgehen sollen. Quelle: pm

Pro und Kontra zur festen Fehmarnbeltquerung scheinen festgefahren zu sein. Befürworter und Kritiker haben ihre Positionen über Jahre hinweg untermauert.

Das wird auch so bleiben, glaubt Studentin Alisa Keil. Die 26-jährige Lehramtsstudentin (Gymnasium, Geografie und Französisch) schreibt gerade an ihrer Bachelorarbeit. Titel: „Die feste Fehmarnbeltquerung — Akteure im raumbezogenen Konflikt“.

Die Heiligenhafenerin, die auch viel auf der Insel Fehmarn zu tun hat, beschäftigt sich schon seit acht Jahren mit dem Jahrhundertprojekt. Sie fasziniert daran vor allem auch, „dass sich fast jeden Tag etwas ereignet. Es gibt ständig Neuigkeiten“. Sie habe erst mit der Zeit erfasst, wie gigantisch die Dimension des Projektes ist, und wie elementar die Auswirkungen für die Region ausfallen könnten.

Ihr Arbeitsthema konzentriert sich vor allem auf den soziokulturellen Raum. „Für die einen ist der betroffene Raum Heimat, für die anderen die Chance, wirtschaftlich erfolgreich zu agieren“, erläutert Keil. Es stünden emotionale Ebenen auf der einen und rationale auf der anderen Seite. Keil glaubt daher: „Zwischen diesen Polen wird es keinen Konsens geben können, denn jeder begründet aus seiner Sicht plausibel.“ Das mache diese Ebene des Projektes für sie so spannend. „Wenn ich die Argumente beispielsweise von Bauherr Femern AS am Infocenter höre und dann die Beltretter mit ihrer Kritik auf der anderen Seite, stelle ich fest: Das sind zwei unterschiedliche Welten.“

Sie sei bei ihrer Recherche im Internet und auch beim Studieren von Zeitungsartikeln auf viele für ihre Bachelorarbeit irrelevante, aber für sie persönlich hoch interessante Aspekte gestoßen.

Insgesamt sei sie vor allem überrascht darüber, wie der Bauherr die Naturschutzbedenken am Belt klein rede. „Die tun so, als ob diese Baumaßnahme unter Wasser ohne Folgen bliebe. Ich kann mir aber ehrlich gesagt überhaupt nicht erklären, wie das gehen soll.“

Die feste Fehmarnbeltquerung werde regelmäßig als Thema von Studenten aufgegriffen, andere aber wüssten nicht einmal, dass dieses Projekt überhaupt existiere. Keil selbst ist privat gegen das Vorhaben, sagt aber, dass dies keinen Einfluss auf ihre Arbeit gehabt habe. „Das habe ich strikt getrennt und bewusst beide Seiten befragt. Auch Dänen.“

pm

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