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Ostholstein Beltquerung wird konkret: Chance für regionale Firmen
Lokales Ostholstein Beltquerung wird konkret: Chance für regionale Firmen
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11:49 08.06.2016
Die Luftaufnahme zeigt die Fährroute von Puttgarden nach Rødby. Rechts unten neben dem Fährhafen soll der Belttunnel gebaut werden. Quelle: dpa

Endlich wird es konkret. So in etwa dürfte augenblicklich die Gefühlslage bei Mirko Schönfeldt, dem Geschäftsführer von Baltic FS, sein. Denn das Ostholsteiner Unternehmen möchte am Bau des Fehmarnbelttunnels partizipieren und mit ihm seine Vertragspartner aus 21 Firmen, die in Ostholstein, Lübeck und in Dänemark ansässig sind.

 

„Das sind gute Neuig- keiten, bei uns wächst die Zuversicht.“ Mirko Schönfeldt, Geschäftsführer Baltic FS

Das ist Baltic FS

Ende 2011 wurde die „Baltic Facility Solutions“ (Baltic FS) von den Unternehmen Gollan (Beusloe), Grothe Bau (Lübeck) und dem Lübecker Wachunternehmen gegründet.

Der Zusammenschluss von 21 Partner-Firmen aus der Region Ostholstein-Lübeck zählt insgesamt rund 10000 Mitarbeiter.

Schönfeldt wird heute bei der „Fehmarn Link Konferenz“ in Holeby auf Lolland auf dem Podium sitzen, wenn sich 180 Geschäftsleute treffen – darunter auch Vertreter der Baukonsortien, die vom Bauherrn Fermen AS den Zuschlag erhalten haben (LN berichteten).

„Es ist das erste Mal, dass wir uns konkret darüber unterhalten, was in den kommenden Jahren getan werden muss“, erläutert Schönfeldt. Ein jahrelanges Vergabeverfahren in Europa sei formell beendet und damit ein großer Schritt nach vorn getan. Für ihn und Baltic FS geht es heute in Holeby auch darum, Präsenz zu zeigen und mit seinen dänischen Partnern den Konsortien zu dokumentieren: Hier sind wir.

Schönfeldts Zuversicht ist mit der Vergabe gestiegen, steht er doch mit den zukünftigen Auftraggebern seit Jahren in engem Austausch – das Ganze dokumentiert mit Auftragsangeboten über 120 Millionen Euro. Schönfeldt beschreibt den Stand wie folgt: „Der Bauherr hat das größte Stück vom Kuchen an die Konsortien vergeben. Die suchen sich nun Partner und Subunternehmer, mit denen sie das Projekt realisieren.“

Baltic FS würde gern das Konsortium Femern Link Contractors (FLC) unterstützen. Schönfeldt glaubt sogar, zum engeren Kreis der Kandidaten zu zählen und nicht unter ferner zu laufen in einem Stapel von 300 Anbietern. Er begründet dies wie folgt: „Der Bauherr hat Teile des Konzeptes übernommen, das unter anderem von FLC und Baltic FS gemeinsam erarbeitet wurde.“

Doch Schönfeldt wird sich noch gedulden müssen. Er rechnet nicht vor Anfang 2017 mit Gesprächsterminen. Holeby ist auf dem Weg dorthin eine Zwischenstation, sozusagen Kontaktpflege.

Für die Insel Fehmarn prognostiziert Schönfeldt, dass das per Bürgerbegehren abgewehrte temporäre Gewerbegebiet am Arbeitshafen wieder ein Thema werden wird. „Kommt es nicht dazu, verteilt sich die Baustelle über die gesamte Insel, und das auch im Sommer, wenn die Touristen da sind.“ Baltic FS hat nach wie vor großes Interesse daran, dieses angedachte Gewerbegebiet für sich als Lagerfläche zu nutzen.

Grundsätzlich wünscht sich der Baltic-FS-Geschäftsführer einen Stimmungswechsel. „Wir müssen irgendwann realisieren, dass der Tunnel kommt. Und wenn die Region daraus einen Nutzen ziehen möchte, dann muss sie sich beeilen.“ Weitere Verzögerungen des Projektes seien kontraproduktiv.

 Peter Mantik

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