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Beltretter bleiben auch 2016 konfrontativ und kommunikativ

Fehmarn Beltretter bleiben auch 2016 konfrontativ und kommunikativ

Bilanz 2015 fällt äußerst positiv aus — 10000 blaue Kreuze wurden aufgestellt und 31000 Unterschriften gesammelt — Aufmerksamkeit auch in Kiel, Kopenhagen und Berlin.

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Passende Symbolik: Die blauen Kreuze der Beltretter in der Ostsee, dort wo der Tunnel gebaut werden soll.

Quelle: hfr

Fehmarn. Das Jahrhundertprojekt feste Fehmarnbeltquerung legt 2016 eigentlich ein Ruhejahr ein. Es wird im Hintergrund gearbeitet, aber die ganz großen Entscheidungen stehen nicht an. Dennoch kündigen die Beltretter massiven Widerstand an, wollen die Zeit nutzen, um das Projekt weiterhin in Frage zu stellen. In ihrer neusten Stellungnahme kündigen sie eine Kombination aus Klagen, Mobilisierung und Kommunikation gegen das aus ihrer Sicht riskante, unwirtschaftliche und zerstörerische Mammutprojekt an.

Und sie blicken zufrieden auf ein Jahr zurück, das ihnen neuen Mut gibt. Wie auch der Trend, der sich abzeichnet. Denn mittlerweile haben sich fast 40 Vereine, Initiativen und Unternehmen den Beltrettern angeschlossen. Dazu gehören sogar Parteien wie die Grünen in Lübeck, die SPD auf Fehmarn und die Kreistagsfraktion der Freien Wähler in Ostholstein. Nicht zu vergessen die erste Kommune.

Denn auch die Gemeindevertretung aus Ratekau positioniert sich gemeinsam mit den Beltrettern. Geht es nach den Beltgegnern, ist dies noch nicht das Ende der Fahnenstange. „Tausende von blauen Holzkreuzen in Vorgärten, an Straßen und auf Feldern bei uns im Norden und erste auch in Dänemark zeigen, dass sich immer mehr Menschen gegen das Milliarden-Tunnelprojekt, die geplante Güterbahn-Trasse durch die Urlaubsregion, zusätzliche Sundquerungen und eine Autobahn über Fehmarn auflehnen“, erläutert Sprecherin Karin Neumann. „Dieser Widerstand wird auch von der Politik in Kiel, Berlin und Kopenhagen immer stärker wahrgenommen. Und das zeigt Wirkung“, sagt sie optimistisch.

Auch seien 10000 blaue Kreuze sowie bisher 31000 Gegner-Unterschriften nicht zu übergehen. Entscheidend hierfür sei der Start im Sommer auf Fehmarn gewesen: die Plakat- und Anzeigenkampagne sowie die Produktion eines Videobeitrags, der mit einer Reichweite von zig Millionen auf 140 Online-Nachrichtenplattformen lief. Hinzu gekommen sei ein Spot, der im Internet rund 100000 Menschen erreicht habe. Die Reichweite wird sogar 2016 noch erhöht, denn er soll im Norden in Kinos gezeigt werden.

Wichtigster Meilenstein des Jahres seien aber die Erörterungstermine zum Tunnelbau in Kiel (die LN berichteten) gewesen. Nach Auffassung der Beltretter seien eklatante Planungsmängel offenkundig geworden, welche die Zweifel an der Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit des Megavorhabens Belttunnel weiter wachsen ließen und nun zu einer zusätzlichen Planungsrunde führen würden.

Karin Neumann erklärte: „Wir werden alles dafür tun, dass es in der nächsten Etappe nicht wie zuvor bei 3300 Einwendungen bleibt, sondern diese Zahl erheblich steigt.“ Daher ist 2016 für die Gegner eine bedeutsame Etappe zum anvisierten Ziel.

Derweil arbeiten die Landesbehörden sowie Bauherr Femern AS fieberhaft. Die Behörden in Kiel werten die Beiträge und Kritikpunkte der Erörterungstermine aus und Femern AS versucht zentrale Kritikpunkte in Form von Gutachten und Stellungnahmen zu entkräften.

Nichts geändert hat sich bis zum heutigen Tag am Kurs der Landes- und auch Bundesregierung: Der politische Wille pro feste Fehmarnbeltquerung ist ungebrochen, genauso wie das Festhalten am Staatsvertrag mit Dänemark. Reinhard Meyer (SPD), der Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie der Landesregierung in Kiel verkündet auf dem Landesportal im Internet unter www.schleswig-holstein.de das Motto: „Feste Fehmarnbeltquerung — Fortschritt für den Norden“. Daran hat sich bis heute trotz aller Kritik und geballtem Widerstand nichts geändert.

Peter Mantik

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