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Ostholstein „Beltretter“ wollen Urlauber gewinnen
Lokales Ostholstein „Beltretter“ wollen Urlauber gewinnen
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20:24 21.06.2018
Letztmalig auf dem Burger Wochenmarkt: Christa Woitalla. Quelle: Foto: Gjs
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Burg a. F

Herzstück der neuen Kampagne ist – neben den blauen Kreuzen, die manche sogar als Urlaubsmitbringsel mit nach Hause nehmen – eine neue und noch druckfrische Broschüre. Deren Erstauflage erreicht immerhin 15 000 Exemplare. Voraussichtlich heute werden sie komplett ausgeliefert und liegen ab kommender Woche in den betroffenen Orten entlang der ostholsteinischen Küste aus. Aber auch lokale Aktionen einzelner Initiativen sind geplant. Die neue Aktion wendet sich vor allem an Gäste, die erstmals auf das Problem aufmerksam werden. „Viele Urlauber, die es im Sommer an unsere Küste zieht, wissen noch gar nicht, welche immensen Ausmaße die Auswirkungen von Tunnelbau und Güterbahntrasse hätten“, betont Karin Neumann (Fehmarn) von den „Beltrettern“. Sie ergänzt: „Wir wollen noch mehr darauf aufmerksam machen, dass es hier um unsere Ostsee, unsere Steuergelder und um den Schutz einer der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands geht.“ Damit begegnet sie Vorbehalten aus der Tourismusbranche, dass derlei spektakuläre Aktionen der Beltgegner Urlaubsgäste erst recht verschrecken.

„Es geht hier um unsere Ostsee und unsere Steuergelder.“Karin Neumann

Fünf Hauptargumente gegen den Belttunnel

Auf 16 farbig bebilderten Seiten werden die Argumente gegen eine „gigantische Baustelle“, die vor allem Fehmarn trifft, und eine „Lärm-Trasse durch die Region“, die vor allem auf dem ostholsteinischen Festland die Gemüter vieler Anwohner erregt, erläutert.

Erstens: Der Belttunnel als „größte Bau- und Umweltsünde Europas“ ist voller Unwägbarkeiten – und dürfte deshalb das „riskanteste“ Bauvorhaben Europas sein. Zweitens: Rechnen werde sich der Tunnel nach Gutachter-Meinung nie. Die Beltretter gehen inklusive Güterbahntrasse, Autobahn und neuen Brücken von über 11,5 Milliarden Euro Kosten aus. Drittens: Weil der Meeresboden im Belt 18

Kilometer lang für einen Absenktunnel aufgerissen werden muss, könnten große Teile der Ostsee durch gigantische Bodenaufwirbelungen über Jahre zur „trüben Brühe“ werden. Viertens: Im Fehmarnbelt, als eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt, entstehe durch Bauschiffe über Jahre das große Risiko von Kollisionen. Fünftens: Nach dem Bau sollen Güterzüge von fast einem Kilometer Länge durch die Region rasen – an Hotels, Ferienhäusern und Wohngebäuden entlang. Ausführlich zu Wort in der Broschüre kommen auch der Nabu und der BUND, Kritiker aus Bad Schwartau und das fehmarnsche Aktionsbündnis.

Kleiner Pluspunkt für die Beltgegner: In den vergangenen Sommern waren sie durch zähe Erörterungstermine in Kiel oder Lübeck stark eingespannt. Karin Neumann: „Diesmal können wir gemeinsam mit unseren Gästen den hoffentlich schönen Sommer genießen.“

Die Broschüre der „Beltretter“ gibt es im Internet auch zum kostenlosen Download unter der Adresse

www.beltretter.de

Christa Woitalla: Langjährige Beltgegnerin verlässt die Insel

Wer sie kennt, wunderte sich nicht: Trotzdem verteilte sie am Mittwoch nochmals mit anderen Beltgegnern am Info-Stand auf dem Burger Wochenmarkt Flyer, Prospekte und Beltretter-T-Shirts. Zuvor hatte sie sie in großen Koffern durch die halbe Altstadt geschleppt. Immer wieder kam sie mit Besuchern ins Gespräch.

Unvergessen bleiben für viele ihre „Blaue Tafel“ auf dem kopfsteingepflasterten Marktplatz. In Anlehnung an das blaue Kreuz der Beltretter wurden auf blau dekorierten Tischen schmackhafte Speisen serviert. Vorher initiierte sie ähnliche Aktionen als „Tafel am Belt“ direkt auf dem Deich in Puttgarden.

Hajo Nötzel: „Mit ihr verliert das Aktionsbündnis einen Aktivposten, der kaum zu ersetzen ist.“ gjs

Gerd-J. Schwennsen

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