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Ostholstein Beltschwimmerin Mirjam Schall scheitert mit Weltrekordversuch
Lokales Ostholstein Beltschwimmerin Mirjam Schall scheitert mit Weltrekordversuch
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20:32 29.08.2016
Marathonschwimmen Beltquerung – eine Herausforderung mit Tücken. Gesichert wird die Schwimmerin durch ein Begleitboot. Quelle: Fotos: Veranstalter

Die tückischen Strömungen im Fehmarnbelt haben ihr das gesteckte große Ziel am Ende vermasselt. Nach exakt 16 Stunden und 56 Minuten musste Mirjam Schall aufgeben. Gescheitert ist damit ihr Weltrekordversuch bei der rund 50 Kilometer langen Doppel-Solo-Beltquerung von Fehmarn nach Rødby (Lolland) und zurück.

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Marathonschwimmen Beltquerung – eine Herausforderung mit Tücken. Gesichert wird die Schwimmerin durch ein Begleitboot.

„Die Strömung im Fehmarnbelt trieb mich zurück, ich kam keinen Zentimeter mehr vorwärts.“ Mirjam Schall, Extremschwimmerin

Zu diesem Zeitpunkt lag die Extremschwimmerin aus Roth (Franken) noch rund 6,7 Kilometer vor der deutschen Küste vor Puttgarden. „Doch die Strömung trieb mich zurück, und ich kam keinen Zentimeter mehr vorwärts“, kapitulierte sie schließlich.

Das ist schon vielen anderen erfahrenen Langstrecken-Schwimmern passiert, seitdem Jens Glaeßer 1998 das Marathonschwimmen Beltschwimmen startete. „Genau diese Situationen sind bei der Beltquerung die Schwierigkeit, die nicht planbar ist und die vom Schwimmer nicht zu bewältigen ist“, so Glaeßer.

Aufgrund der schlechten Wetterprognosen hatte Mirjam Schall ihren ursprünglich für Sonntag geplanten Start zuvor um einen Tag vorziehen müssen. Aber erst Mitternacht kam sie auf Fehmarn an, eine Stunde später wurde das Begleitboot vorbereitet.

Doch dann lief zunächst alles nach Plan. Am Sonnabend startete sie frühmorgens um 5.04 Uhr von Puttgarden aus. Nach knapp zehn Stunden erreichte Mirjam Schall um 14.54 Uhr den dänischen Strand bei Rødby. Glaeßer: „Fünf Minuten verharrte sie auf dem Strand und stieg dann wieder in die Fluten der Ostsee, um den Rückweg von Dänemark nach Deutschland anzugehen.“

Noch immer hatte sie zwei Ziele vor Augen. Sie wollte die Doppel- Solo-Beltquerung als erste Schwimmerin bewältigen und gleichzeitig den bestehenden Rekord von Bruno Dobelmann einstellen. Der schwergewichtige Schwabe, damals medienwirksam auch „Orca“ genannt, hatte 2011 die Strecke in 19 Stunden und 13 Minuten geschafft. Mirjam Schall hatte sich als persönliches Ziel deshalb 15 bis 18 Stunden gesetzt.

Glaeßer: „Sicher war die restliche Zeit von knapp neun Stunden zum bestehenden Rekord von Bruno Dobelmann ein Ansporn, um schneller zu schwimmen.“ Auch das klappte zunächst. Dann kam die Dunkelheit – für eine Extremschwimmerin aber keine besondere Schwierigkeit. „Sie liebt es, in der Dunkelheit zu schwimmen.“ Dennoch reichte es nicht. Mirjam Schall scheiterte an den starken Strömungen.

Damit bleibt Bruno Dobelmann weiter der einzige erfolgreiche Doppel-Solo-Beltquerer. „Vielleicht kommt Mirjam Schall aber wieder und versucht es nochmal“, hofft Glaeßer. Eine angekündigte Anmeldung für eine Doppel-Solo- Beltquerung der Männer in 2017 liegt schon beim Veranstalter vor. In Kürze startet die Anmeldephase für 2017. Glaeßer hofft, dass dann auch einmal Staffeln starten.

Gerd-J. Schwennsen

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