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Ostholstein Belttrasse: Bahn investiert 87 Millionen in Lärmschutz
Lokales Ostholstein Belttrasse: Bahn investiert 87 Millionen in Lärmschutz
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07:31 06.07.2017
Bahnübergang Kaltenhöfer Straße in Bad Schwartau: Dort rauscht die Bahn nah an Wohngebieten vorbei.  Quelle: Irene Burow
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Weitergehende Forderungen der Region würden geprüft, kündigte DB-Projektleiter Bernd Homfeldt an. Bad Schwartau werde zu einem „Sonderfall“. Insgesamt ist der Ausbau von Schiene und Straße im Tunnel- Hinterland auf deutscher Seite mit 2,2 Milliarden Euro veranschlagt – inklusive neuer Sundquerung.

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Der Bau des Fehmarnbelttunnels macht den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahntrasse zwischen Lübeck und Puttgarden nötig. Mit Fertigstellung der festen Querung voraussichtlich 2029/30 sollen erstmals seit 1996 wieder Güterzüge über die Strecke rollen.

3400 einzelne „Schutzfälle“ hat die Bahn auf 88 Kilometer Strecke ermittelt, 24,3 Kilometer Lärmschutzwände sind geplant. Einige Anwohner der Trasse erhalten zusätzlich passiven Lärmschutz. Dazu zählen Schallschutzfenster, in Extremfällen die Dämmung von Außenwänden und Dächern.

Bad Schwartau erhält neben sechs Meter hohen Lärmschutzwänden eine Brücke übers Bahngleis in der Kaltenhöfer Straße. „Das ist realisierbar“, kündigte Homfeldt an, weil stadtauswärts benötigte Grundstücke im Besitz der Stadt seien. Eine Tieflage der Schiene sei nicht in der Planung, auch weil ein Umbau des Gleises Richtung Kiel und Puttgarden bei laufenden Betrieb nicht leistbar sei.

Die Bahn erfüllt mit dem vorgestellten Lärmschutz ihren gesetzlichen Auftrag – mehr nicht. In reinen Wohngebieten dürfen 59 dB(A) am Tag und 49 dB(A) in der Nacht nicht überschritten werden. Landespolitiker forderten wiederholt, die Strecke zu einer Modellregion für Lärmschutz zu machen, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. „Wir werden weitergehende Forderungen von Kommunen prüfen und bewerten, um Grundlagen für die politische Meinungsbildung zu liefern“, sagte der Bahnvertreter. Die Entscheidung, mehr Geld als vorgeschrieben in die Hand zu nehmen, müsse dann jedoch der Bundestag treffen.

Neben der Lärmvorsorge an der Strecke will die Bahn den Schallpegel durch eine neue Generation von Güterzügen minimieren. Alle 64 000 Güterwagen von DB Cargo sollen bis Ende 2020 mit modernen Bremsen ausgerüstet sein. Das Vorbeifahrgeräusch eines Güterzuges reduziert sich dadurch um zehn Dezibel, was vom menschlichen Ohr als Halbierung des Lärms wahrgenommen werde.

Die „Beltretter“, Dachverband der Bürgerinitiativen, reagierten abweisend. „Wir beschäftigen uns nicht mit Pseudo-Planungen der Bahn, so lange nicht feststeht, dass der Tunnel wirklich kommt“, sagte Sprecherin Karin Neumann. Sie kündigte weiteren Protest an.

Curd Tönnemann

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