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Ostholstein Belttunnel-Anhörung: Die Rollen sind klar verteilt
Lokales Ostholstein Belttunnel-Anhörung: Die Rollen sind klar verteilt
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20:51 29.06.2017
Beltretter Bodo Gehrke und seine Mitstreiter nutzen die Anhörungstermine in der Kulturwerft Gollan in Lübeck, um massiv Kritik zu äußern. Quelle: Foto: Neelsen
Lübeck

Tag drei der Anhörungstermine zur Planänderung der festen Fehmarnbeltquerung. Während Bauherr Femern A/S mit der neuen Planfeststellungsunterlage zum Tunnel die Baugenehmigung anstrebt, kämpfen die Projektgegner vehement dagegen. Gestern ging es thematisch um die Sicherheit im Tunnelbauwerk.

Wer darf rein?

LBV-Sprecherin Dörte Hansen betonte gestern nochmals: „Zu diesen Anhörungs- und Erörterungsterminen zur Planänderung sind ausdrücklich alle Menschen eingeladen, die sich von der festen Fehmarnbeltquerung betroffen fühlen und nicht nur die Einwender oder Menschen, die bis zu 15 Kilometer vom Tunnel entfernt leben.“ Bauherr Femern A/S hatte die 15-Kilometer-Einschränkung kommuniziert.

Fachleute von Femern A/S legten dar, dass eine automatische Brandbekämpfungsanlage installiert werde, die positiv für die Reaktionszeiten der Feuerwehren sei. Vor allem Fährbetreiber Scandlines sah zu diesem Thema noch einige wichtige Details unbeantwortet. Femern A/S betonte an dieser Stelle, die EU-Normen umzusetzen. Scandlines: Der Belttunnel wird in der Länge Platz zwei oder drei in der Welt einnehmen. Es müssten daher strengere Richtlinien herrschen als die vorgesehenen. Die Anforderungen der EU seien eine deutliche Vereinfachung gegenüber den deutschen Richtlinien. Mit Blickrichtung auf den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV): Es bestünde eine staatliche Schutzpflicht. Daher wurde der Antrag gestellt, die deutschen Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Tunnelbauer Matthias Laubenstein von Femern A/S antwortete: „Wir gehen in unseren Planungen über die Mindestanforderungen der EU hinaus.“ Auch ein denkbares Terrorszenario wurde angesprochen. Femern A/S sieht sich auch hierfür gerüstet, nennt aber öffentlich keine Details.

Auffällig: Die Stimmung im Saal der Kulturwerft Gollan in Lübeck hat sich im Vergleich zum ersten Anhörungstag versachlicht. Aus 100 Beltrettern mit blauen Kreuzen auf den Shirts am ersten Tag sind 20 – zumeist ohne blaue Kreuze – geworden. Dennoch sind die Rollen klar verteilt. Hajo Nötzel von der BI Neukirchen spricht von Kampfgenossen. Deren Rechtsanwalt und Diplomphysiker Dr. Wilhelm Mecklenburg bewegt sich weiter virtuos als Wortführer in einem Spektrum von Paragrafen bis Polemik. Beispiel: „Ich möchte die kompletten Unterlagen von Femern A/S bekommen und mich nicht wie bisher damit abspeisen lassen, dass Zusammenfassungen ausreichen würden, weil es sonst zu technisch werde.“

Auf der Gegenseite beantworten die Experten von Femern A/S wie etwa Matthias Laubenstein sachlich und knapp die Fragen und Forderungen, die ihnen gestellt werden. Die Baugenehmigung im Blick, geht es für sie ausschließlich darum, die Voraussetzungen zu schaffen, mit dem Bau so schnell wie möglich beginnen zu dürfen.

Die Anhörungs- und Genehmigungsbehörde, der LBV, moderiert zwischen diesen beiden so verschiedenen Welten. Was die Befangenheitsanträge gegen den LBV in Person von Sprecherin Dörte Hansen vom Auftakt betrifft, informierte sie: „Die Anträge wurden von der Behörde abgelehnt.“

Die nächsten Anhörungstermine

in der Lübecker Gollan Kulturwerft (Einsiedelstraße 6) finden vom 4. bis 6. Juli jeweils ab 9.30 Uhr statt.

Peter Mantik

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