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Ostholstein Belttunnel-Bilanz: Die Lager bleiben gespalten
Lokales Ostholstein Belttunnel-Bilanz: Die Lager bleiben gespalten
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22:13 17.07.2017
„Der Bau des Tunnels ist eine Treibhausgas- schleuder.Karin Neumann (Beltretter)

Die Anhörungen zur Planänderung des Belttunnels in der Kulturwerft Gollan in Lübeck sind abgeschlossen – nicht aber die Diskussion über Kritikpunkte der Beltgegner an Bauherr Femern A/S. „Es muss dringend eine zweite Planänderung durchgeführt werden, da diese Tage in Lübeck enorm viele Mängel in der Planung zutage brachten“, fordert Hendrick Kerlen von der Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung. Dies brachte er als Antrag ein. Kerlen macht sich aber nichts vor: „Der Landesbetrieb Straßenverkehr als Anhörungsbehörde wird dem nicht stattgeben.“

Während Bauherr Femern A/S optimistisch ist, fordern die Beltgegner ein weiteres Planänderungs- Verfahren.

9 Tage dauerten die Anhörungen zur Planänderung in der Kulturwerft Gollan in Lübeck.

Kerlens Kritik stößt bei Femern A/S auf taube Ohren. Claus Dynesen, der Leiter der Genehmigungsabteilung, zog wie folgt Fazit: „Ein Team von rund 50 deutschen Experten hat in den letzten Tagen in Lübeck Fragen von Bürgern und Verbänden zu unseren Antragsunterlagen beantwortet. Unsere Mitarbeiter von Femern A/S haben großartige Arbeit geleistet und dazu beigetragen, dass die Erörterungen in konstruktiver Atmosphäre stattfanden.“

Die Planfeststellungsbehörde werde nun über den weiteren Verfahrensverlauf entscheiden. Als dänisches Staatsunternehmen sei es ihm wichtig, alle geltenden Umweltvorgaben und Vorschriften einzuhalten. Dynesen: „Seit 2009 haben daher mehr als 150 Biologen, Geografen und Ingenieure intensiv untersucht, wie der Fehmarnbelt-Tunnel am umweltverträglichsten gebaut werden kann.“ Er verwies auf Referenz-Projekte. „Wie beim Bau der Verbindungen über den Großen Belt und den Øresund wollen wir durch eine sorgfältige und gewissenhafte Planung sicherstellen, dass Auswirkungen auf die Umwelt womöglich ganz vermieden oder zumindest stark minimiert werden.“

Diese Auffassung löst bei den Beltrettern nur Kopfschütteln aus. „Neben den Risiken, die beim Bau des Milliarden-Projekts Fehmarnbelttunnel von alten Bomben, Minen und Munition im Meeresgrund ausgehen würden, sind im Rahmen der Belttunnel-Anhörungen in Lübeck auch weitere neue Gefahren- und Risikoquellen offenkundig geworden“, führt Sprecherin Karin Neumann aus. So wäre der geplante Belttunnel eine regelrechte Treibhausgasschleuder. Denn er würde insgesamt über 2,2 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen verursachen. Von diesen 2,2 Millionen Tonnen entfielen mehr als drei Viertel auf das Tunnelbauwerk inklusive Fahrwege für Autos und Züge. Neumann: „Genauer gesagt auf die Produktion des benötigten Baumaterials und auf die baustellenbedingten Bagger- und Transportarbeiten. Durch diese Treibhausgasquellen allein würden rund 1,7 Millionen Tonnen freigesetzt.“

Die Umweltthematik bewertet auch Kerlen kritisch. Der Vorsitzende der Allianz erläutert: „Femern A/S versucht mit wissenschaftlich gefärbten, jedoch untauglichen Simulationsmodellen die absehbar schweren Umweltbelastungen in irreführender Weise zu verharmlosen.“ Ein derartiges Vorgehen grenze an Scharlatanerie.

Peter Mantik

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