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Ostholstein Belttunnel: Risikomanagement für den Fehmarn-Tourismus?
Lokales Ostholstein Belttunnel: Risikomanagement für den Fehmarn-Tourismus?
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20:20 06.07.2013
Von Gerd-J. Schwennsen
„Ich bin in Lübeck geboren und kenne Fehmarn noch aus meiner Kindheit.“ Anna-Lena Petersen (24), Studentin

Sie steht direkt vor der belebten Tunneleinfahrt — und diskutiert dort mit Ex-Kapitän Bernhard Ketels. Dafür ist Studentin Anna-Lena Petersen (24) sogar extra aus Hamburg angereist. Ganz auf den Spuren der geplanten festen Fehmarnbelt-Querung. Noch wird hier natürlich alles nur simuliert. Doch eine großformatige Visualisierung im Burger Info-Zentrum von Femern A/S, das Ketels leitet, zeigt: So könnte es ab Ende 2021 in Puttgarden aussehen.

Am Vormittag ist Anna-Lena Petersen über die Sundbrücke gefahren. Sie war sturmbedingt teilweise gesperrt. Aber zum Glück nur für leere Lkw und Wohnwagengespanne. Ob das Nadelöhr auch noch besteht, wenn der Belttunnel-Verkehr gen Norden rauscht?

In Urlaubsstimmung ist sie aber ohnehin nicht. Denn die Hamburgerin, die an der Hochschule Mittweida (Sachsen) Business Management mit Schwerpunkt Tourismus studiert, schreibt derzeit an ihrer Bachelor-Abschlussarbeit. Ihr genauer Titel: „Proaktives Risikomanagement für den Tourismus auf Fehmarn im Zuge der festen Fehmarnbelt-Querung“.

Angekommen in Burg staunt sie ein wenig. Am Ortseingang fällt ihr sofort der Grenzhandel auf: Fleggaard, wie im Flensburger Raum. Anna-Lena Petersen kennt die Insel noch aus ihrer Kindheit. Geboren in Lübeck, war sie mit ihrer Mutter oft auf der Insel. In Burgtiefe hatten sie damals ein Boot liegen. Dann zogen sie nach Flensburg. Ein Praktikum beim Lübeck-Travemünde-Tourismus führte Anna-Lena Petersen in ihre Geburtsstadt zurück. Dort hat sich dann auch das Thema ihrer Arbeit entwickelt.

Deren Hauptstoßrichtung ist: Welche Auswirkungen hat ein infrastrukturelles Großprojekt wie der Belttunnel auf das vorhandene touristische System? Gibt es ein „proaktives Risikomanagement“ — und werden die touristischen Betriebe überhaupt auf die anstehenden Veränderungen vorbereitet?

Anna-Lena Petersen hat zahlreiche touristische Anbieter angeschrieben und um die — anonyme — Rücksendung von Antworten auf ihre Fragen gebeten. Gezielt will sie an diesem eher durchwachsenen Sommertag ihre Erhebung fortsetzen. Noch hat sie keine endgültigen Ergebnisse. Aber erste Tendenzen werden deutlich. Viele fühlen sich schlecht informiert.

Am Ende ihrer Arbeit wird Anna-Lena Petersen Vorschläge für ein „Risikomanagement“ entwickeln, das ihnen vielleicht weiterhilft. Im Info-Zentrum hat sie zusätzliche Impulse erhalten. Schließlich war sie noch gar nicht geboren, als sich vor 25 Jahren Kanzler Helmut Kohl in Hamburg erstmals für die Beltquerung stark machte.

„Pro Fehmarn“ beteiligt
Zweitprüfer der Arbeit ist Diplom-Kaufmann Peter F. Butenschön aus Burg, Mitglied der Initiative „Pro Fehmarn“. Er sorgt auch für Kontakte und die fachliche Betreuung.


Kontakt zu den Insulanern knüpfte Anna-Lena Petersen, nachdem sie von den sechs Architektur-Master-Absolventen der HafenCity-Uni Hamburg gehört hatte. Sie haben — in Kooperation mit „Pro Fehmarn“ — die Überplanung der Südküste Fehmarn abgeschlossen und schreiben jetzt bis Ende August an ihren Abschlussarbeiten.

Gerd-J. Schwennsen

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