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Ostholstein Belttunnel schon auf dem Festland starten?
Lokales Ostholstein Belttunnel schon auf dem Festland starten?
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20:15 21.07.2016
Das Planspiel „Pimp my Island“ macht Lust auf Demokratie: Die Insel „aufmotzen“, ohne einfach nur herumzumotzen. Quelle: Fotos: Schwennsen

Spektakulärer Vorstoß auf der Stadtvertretersitzung Fehmarn. Eine von vier Fraktionen prescht vor und will die Insel „untertunneln“. Im Klartext: Die feste Beltquerung soll schon auf dem Festland beginnen, um die „Idylle“ der Sonneninsel zu retten. Kamerateams verfolgen die heiße Debatte, die der Antrag auslöst. Am Ende einer turbulenten Debatte darf man in Kopenhagen, Berlin und Kiel aufatmen: In einer Kampfabstimmung fällt die „Untertunnelungs“-Vision mit 42 zu 51 Stimmen durch. Vier enthalten sich.

„Mehr kos- tenlose Park- plätze für Einheimische und ein Park- haus in Burg.“Anna-Lena, Fraktion 7a (angenommen)
„Für ein Rauchverbot in der Fußgänger- zone. Andern- falls gibt es ein Bußgeld.“Jannes, Fraktion 7e (keine Mehrheit)
„Mehr kos- tenlose Park- plätze für Einheimische und ein Park- haus in Burg.“Anna-Lena, Fraktion 7a (angenommen)

Natürlich ist das keine echte Sitzung. Obwohl Bürgermeister Jörg Weber sie zweieinhalb Stunden lang aufmerksam verfolgt und Bürgervorsteherin Brigitte Brill (beide SPD) die Mammutsitzung leitet. Ganz real ist aber die Debatte. Sie findet bei der sechsten Auflage des Planspieles „Pimp My Island“ an der Inselschule Fehmarn statt.

Politik zum Anfassen: Über 100 Siebtklässler beteiligen sich an dieser Erfolgsidee. Das Team um Gregor und Monika Dehmel (Hannover) macht Lust auf Demokratie. Inzwischen ist das Planspiel so sehr etabliert, dass die Beschlüsse dieser fiktiven Stadtvertretersitzung später in den echten Gremien der Stadt Fehmarn aufgegriffen, diskutiert und womöglich auch umgesetzt werden. Weber: „Eure Meinung ist uns wichtig, manchmal werden uns in Verwaltung und Politik die Augen geöffnet.“

Doch längst nicht alles, was sich die Schüler wünschen, ist machbar. Wie etwa der Vorstoß, die Insel zu „untertunneln“. Trotzdem: Die Schüler Marlon und Claas kämpfen beredt für ihre Vision. Aber sie ernten sogleich heftige Gegenreaktionen. „Da muss man doch schon in Heiligenhafen mit dem Tunnel anfangen“, sorgt sich ein Mitschüler. Andere rechnen vor: Doppelt so lang, doppelt so teuer, dazu ein Vielfaches an Umweltschäden. Oder lenken die Debatte auf das größere Problem, das die Insulaner umtreibt: die Sundbrücke. Einer warnt: „30 Prozent der Menschen haben sowieso Angst vor einem Tunnel.“

Schließlich lässt die Bürgervorsteherin abstimmen. Weil es eng wird, wird genau nachgezählt. Das knappe Votum ist für Marlon und Claas jedoch zumindest ein Achtungserfolg.

Was bewegt die Schüler sonst noch? Jannes und Christian plädieren für ein Rauchverbot in der Fußgängerzone (mit hohem Bußgeld). Ihr Antrag findet nur 35 Befürworter. Vicky und Chiara, die von der Stadt ein Outlet-Zentrum für gängige Jugendmarken fordern, kommen mit 57 Ja-Stimmen dagegen durch. Eine Mehrheit finden auch Jaden, Malin und Luise für die Forderung, jeden Schüler mit einem iPad auszustatten.

Unpopulär ist eigentlich die angestrebte Kurtaxerhöhung, die mit 51 Ja-Stimmen durchkommt. Damit wollen Leon und Danny mehr und auch sauberere Toiletten finanzieren. Ein klares Votum gibt es für ein Autokino am Strand mit Stell-und Sitzplätzen für Fahrradfahrer (zur Freude von Lea und Fabian). Den deutlichsten Erfolg mit 73 Ja-Stimmen landen Amy, Bo Frederik und Anna-Lena.

Sie fordern mehr kostenlose Parkplätze für Einheimische. Dafür sollte in Burg sogar ein Parkhaus gebaut werden.

Gerd-J. Schwennsen

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