Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Was aus Schrotträdern so alles werden kann
Lokales Ostholstein Was aus Schrotträdern so alles werden kann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:36 29.05.2018
Die Entstehung ihres Choppers hat die Gruppe um Lauritz Godow (l.) und Martin Buxmann dokumentiert und auf einer Pinnwand ausgestellt.
Eutin

„Ich sag’ den Schülern immer, es muss durch die Tür passen. Ansonsten lasst die Sau ’raus“, formulierte Klassenlehrer Martin Marckmann salopp seine Ansprüche an die Fahrrad-Kunstwerke. Jedes Jahr gebe es neue ausgefallene Modelle und Antriebskreationen. „Die Schüler sind mit Feuer und Flamme dabei. In unserer Metall- und Elektrowerkstatt können sie drehen, fräsen, schweißen. Und sie arbeiten sogar über das Unterrichtsende hinaus“, sagte der Lehrer erfreut. Ihre Noten kannten die Schüler (zwischen 16 und 19 Jahre alt) gestern Vormittag noch nicht. „Sie sind alle gut“, verriet Marckmann aber schon mal.

Ein Rasenmäher-Fahrrad, ein Fahrrad-Chopper, ein E-Trike, ein „Vatertagsdreirad“ mit integrierter Bierkiste. Die Mobile, die Schüler der Oberstufe Technik der Berufsfachschule Eutin am Dienstag auf dem Pausenhof vorstellten, offenbarten ein großes kreatives Potenzial.

Räder gesucht

Für künftige Projektwochen, in denen Schüler aus ausrangierten Drahteseln individuelle Gefährte basteln, sind der Beruflichen Schule Spenden willkommen.

Wer gerade seinen Keller oder Schuppen aufräumt und ein altes Fahrrad loswerden möchte, melde sich bitte im Sekretariat der Schule unter der Telefonnummer 04521/799 50.

Die Radspenden werden nach Vereinbarung abgeholt.

Darauf hatten Fynn Pautke, Timon Wolter, Fabian Schumacher, Fabian Schacht und Jan-Niklas Maier gesetzt. Das Arbeiten an ihrem Dreisitzer – die Fahrer können es sich in zwei Sesseln gemütlich machen, zur Erfrischung ist dahinter griffbereit eine Kiste mit Bier montiert – habe ihnen wahnsinnig viel Spaß gemacht. Eine Woche hatten die Schüler Zeit, aus Schrottfahrrädern (die Schule hortet einen Vorrat) und dazugekauftem Material (Wert maximal 50 Euro) ein neues Tretobjekt zu entwerfen und zu bauen.

„Vorgabe war, dass es am fünften Tag fahrbereit sein musste. Lackieren durften wir auch noch danach“, berichtete Timon Wolter. Dass er und Fynn Pautke in ihrer Freizeit ständig tüfteln und werkeln, kam dem Rest der Gruppe natürlich zugute. Ihr Dreirad ist mit Rücktrittbremse ausgestattet, „und es kann rückwärts fahren und wie ein Panzer auf der Stelle drehen“, erläuterte Fynn Pautke. Um die bequemen roten Sessel zu finden, stöberte die Gruppe in allen umliegenden Sozialkaufhäusern und wurde schließlich in Lensahn fündig.

Rad fahren und dabei gleich den Rasen mitmähen – eine umweltfreundliche und sportliche Alternative zum benzinbetriebenen Aufsitzmäher. Das in Signalfarben lackierte Gefährt kreierten Eric Knoop, Tobias Engel und Rytis Gaida und verwerteten dazu ein altes Kinderfahrrad. Einen Chopper gibt es bei dem Fahrradbauprojekt, das in der Projektwoche zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung veranstaltet wird, jedes Jahr. „Das ist ein Klassiker“, so die Schüler. Größte Herausforderung für Lauritz Godow, Eric Poeske, Tim Schwederski, Orestis Kotsis und Martin Buxmann dabei: die Biegung hinzubekommen.

Ein E-Trike, ausgestattet mit Autobatterie und dem Motor eines Elektrorollers, fertigten Marius Braun, Nils Klokow, Nico Fiebelkorn, Michel Plähn, Daniel Schaidt und Nico Böse an. Der Lenker kann bequem in einem kissengepolsterten Fahrradkorb sitzen, wenn er durch die Gegend saust: Das E-Trike bringt es auf 20 bis 35 Kilometer pro Stunde.

 Ulrike Benthien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!