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Ostholstein Beschlüsse vergessen? Sporthalle für Wisser-Schule auf dem Weg
Lokales Ostholstein Beschlüsse vergessen? Sporthalle für Wisser-Schule auf dem Weg
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21:30 21.09.2016
Sitzung in ungewohntem Ambiente: Der Eutiner Schul- und Kulturausschuss tagte im Rittersaal des Schlosses. Quelle: Benthien

Mit ihrem Antrag, die geplante Dreifeldsporthalle nicht am ehemaligen Güterbahnhof, sondern an der Schule am Kleinen See zu errichten, stieß die FWE-Fraktion bei der SPD erwartungsgemäß auf Zustimmung. Wenn sich der Antrag auf eine Halle mit vier oder besser noch viereinhalb Feldern erweitern ließe, dann sei ihre Fraktion sofort mit im Boot, sagte Katja Behrends (SPD) in der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am Dienstag. Daraus entwickelte sich eine Grundsatzdiskussion über Schulstandorte und -entwicklung, und es schien schon in Reichweite, dass die Jahre andauernden Beratungen von vorn aufgenommen würden. Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) schaltete sich schließlich ein: „Die Dreifeldhalle am Bahnhof ist doch beschlossene Sache!

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Ausschuss führte alte Debatten neu – Schule am Kleinen See braucht ebenfalls Ersatz.

Wer weiß eigentlich noch, was beschlossen wurde? Ich habe den Eindruck, dass hier Fässer immer wieder aufgemacht werden.“

Matthias Rachfahl (CDU) hatte sich zuvor mehrfach in den Wortwechsel zwischen Stadtvertretern und Schulvertretern – Christine Ludwig für die Grundschule, Christian Lux und Ulrike Awe für die Wilhelm-Wisser-Schule – eingeschaltet und erinnert: „Wir haben eine Bauleitplanung. Die Dreifeldhalle am Güterbahnhof ist doch schon auf dem Weg!“

Die Wisser-Schule habe immer den Wunsch gehabt, alle Gebäude an einem Standort zu konzentrieren, sagte Ulrike Awe. Christian Lux betonte, eine Sporthalle am Güterbahnhof habe man nur akzeptiert, wenn eine Zuwegung am Bahndamm entlang geschaffen werde. Dies habe sich als nicht machbar erwiesen, am Standort habe die Stadt dennoch festgehalten. Er habe mit zehnten Klassen einen Selbstversuch unternommen und für die Strecke von der Schule bis zum vorgesehenen Standort 18 Minuten gebraucht. „Da bleibt nicht mehr viel Zeit für Sportunterricht.“ Außerdem gebe es viele Kinder, die eine intensivere geführte Begleitung benötigten. Polizei und Kreis hätten keine Bedenken zum Schulweg am Güterbahnhof geäußert, erinnerte Christiane Balzer (Grüne) in dem Zusammenhang.

Christine Ludwig sagte es deutlich: „Uns als Grundschule nützt eine Halle am Güterbahnhof nichts.“ Sie forderte den Ausschuss auf, ehe das Bauvorhaben beginne, noch einmal grundsätzlich zu überlegen, wie die Schulstandorte aufgestellt werden sollen. Ein Gesamtkonzept für die Eutiner Schulen wünschte sich auch Ulrike Awe, auch wenn dies zeitlich noch einmal alles verzögern werde und die Wisser-Schule bereits sieben Jahre Gesamtschule sei.

Dass die neue Halle in erster Linie für Wisser-Schüler gedacht sei, in zweiter für Kinder der Offenen Ganztagsschule, die dort auch am Nachmittag Angebote wahrnehmen, und erst dann für Vereine („die stehen hintenan“) machte Katja Behrends der FDP unmissverständlich klar. Deren Fraktionsvorsitzender Jens-Uwe Dankert hatte sich ihren Ärger zugezogen mit seiner Äußerung „Eutin ist eine Sportstadt. Es soll keine Schulturnhalle entstehen, sondern eine Halle auch für die Vereine.“ Die FDP halte den Standort am Bahnhof für ideal, versicherte Dankert, der sich allerdings vom Ausschussvorsitzenden Hanjo Iwanowitsch (SPD) belehren lassen musste, dass sich die Fraktionen in der Juli-Sitzung einstimmig für den Erhalt aller drei Grundschulstandorte in Eutin ausgesprochen hätten. Dankert hatte geäußert, er fürchte, mit dem Bau einer Dreifeldhalle am Kleinen See eine Festlegung auf diesen Standort. Auch dazu bemerkte Carsten Behnk ordnend: „Es gibt einen Kreisschulentwicklungsplan. Danach sind alle Schulen in Eutin bis 2033/34 sicher.“

Nach einer Sitzungsunterbrechung zog die FWE ihren Antrag schließlich zurück. Hanjo Iwanowitsch: „Der Bürgermeister hat es auf den Punkt gebracht: Die Dreifeldhalle ist auf dem Weg.“

Herauskristallisiert hat sich in der erneuten Sporthallendebatte ein weiteres Defizit: „Für die Schule am Kleinen See muss auch eine Lösung her“, so CDU und Grüne.

ben

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