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Ostholstein Besuchshunde für Neustadt gesucht
Lokales Ostholstein Besuchshunde für Neustadt gesucht
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18:06 06.11.2018
Die Bewohner des Seniorenpflege-Zentrums am Sund in Großenbrode bekommen regelmäßig Besuch von „Stella“. Quelle: Walter Cordes (HFR)
Neustadt

Streicheln, Kuscheln, Leckerchen geben – Hunde haben auf viele Menschen eine positive Wirkung. Dies lässt sich auch in Pflegeeinrichtungen beobachten. Laute Bewohner werden plötzlich leise, zurückgezogene Bewohner kommen aus sich heraus. All das erkannt haben auch Walter Cordes (Arbeiter-Samariter-Bund) und Martina Albrecht (Pflegedienstleiterin im Neustädter Ameos-Klinikum). Eine Zusammenarbeit ist beschlossen. In den kommenden Monaten soll eine Besuchshunde-Gruppe aufgebaut werden. Vorbild ist Heiligenhafen. Die Suche nach Ehrenamtlern hat begonnen.

14 Teams in der Warderstadt

Walter Cordes und „Stella“, seine neun Jahre alte Labradorhündin, sind ein eingespieltes Team. Seit knapp zwei Jahren besuchen sie Menschen in Pflegeeinrichtungen. „Ich bin da absolute Nebensache und höre nur: ,Stella komm mal hier, Stella komm mal da’“, sagt Cordes. Viele Bewohner würden auf die Besuche warten, sich sehr freuen. „Wir bringen Abwechslung in den Alltag. Es kommt ein anderer Einfluss rein. Die Freude, die wir erfahren, ist Ansporn genug, weiterzumachen“, betont er. Neben Cordes sind derzeit 13 weitere Teams in der Warderstadt und im Umland im Einsatz. Wie oft Hund und Halter auf Besuchstour sind, ist völlig unterschiedlich. „Das entscheidet jeder für sich selbst. Es gibt Leute, die machen es zwei- bis dreimal die Woche. Andere sind alle 14 Tage unterwegs. Ich finde es toll, dass man seine Zeit überhaupt für andere investiert“, sagt er.

Für Neustadt gebe es bislang fünf Interessenten. Weitere werden gesucht. Bevor Tier und Mensch in die Pflegehäuser auf dem Ameos-Gelände gehen dürfen, steht eine Ausbildung an. Sie soll in Neustadt stattfinden. „Wir werden Alltagssituationen trainieren“, sagt Walter Cordes. Simuliert würden auf einmal herunterfallende Tabletts, lautstarke Unterhaltungen, überraschende Berührungen während ein Hund frisst und schnelle Bewegungen auf das Tier zu. „Wir wollen gucken, wie die Hunde reagieren. Aggressive Verhaltensweisen sollen ausgeschlossen werden“, erläutert Cordes. Hinzu kommt ein Gesundheitscheck des Hundes. Die Halter indes müssen ein Führungszeugnis vorlegen und einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Die Kosten trägt der ASB. „So startet man sorgenfrei in ein erfüllendes Ehrenamt“, sagt Cordes.

Besuchshund „Stella“ im Einsatz

Besuchshunde wecken große Hoffnungen

Martina Albrecht erhofft sich von dem neuen Projekt viel: „Ich denke, dass wir zu vielen Bewohnern einen besseren Zugang bekommen können. Die, die sehr laut sind, werden plötzlich sehr leise und nehmen sich zurück. Andere, die in sich zurückgezogen sind, können auftauen“, erklärt sie und ergänzt, dass dies ein Besuch von Walter Cordes und „Stella“ gezeigt habe. Laut Albrecht würden Menschen eher aufeinander zu gehen, wenn ein Hund dabei sei. „Ähnliches geschieht, wenn eine Mitarbeiterin mit einem kleinen Kind kommt“, sagt Martina Albrecht.

Davon, dass all dies schon bald zum Alltag in den Neustädter Häusern gehören wird, ist Walter Cordes überzeugt. Seine Erfahrungen in Heiligenhafen seien fast durchweg positiv. „Die Besuchshunde-Gruppe hat sich etabliert. Ich selbst habe einen Lehrgang in Dresden absolviert und bin gerne dabei. Nun gab es die Idee, dass Projekt auch für andere Bereiche zu erweitern. Da bot sich die Ameos-Klinik in Neustadt an“, sagt er. Zugleich sei die Initiative ein Werbeträger für den ASB, der sehr viel Gutes bewirken könne. Mit einigen Bewohnern im Großenbroder Seniorenpflegezentrum am Sund, welches die Heiligenhafener Gruppe auch besucht, gebe es bereits feste Rituale. „Bei einem Bewohner springt Stella stets ins Bett, bekommt dann zwei Leckerchen und ich mache ein Foto von den Beiden. Das wird dann abgenickt und wir gehen wieder“, sagt Cordes.

Kontaktdaten für Hundehalter

Wer Teil derBesuchshunde-Gruppe Neustadt werden möchte, der sollte sich an den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wenden. Die Telefonnummer lautet 043 62/90 04 50. Ansprechpartner ist Walter Cordes. Seine E-Mail-Adresse ist walter.cordes@asb-ostholstein.de.

Sebastian Rosenkötter

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