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Ostholstein Polizei warnt: Anrufer wollen Ostholsteiner abzocken
Lokales Ostholstein Polizei warnt: Anrufer wollen Ostholsteiner abzocken
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12:06 28.11.2018
Die Grömitzer Polizei wurde nach dem Anruf informiert. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Grömitz

Ein Anruf, eine Computerstimme, ein versprochener Gewinn – die Masche läuft seit Jahren ähnlich ab. Wie hoch die Zahl der Opfer ist, bleibt unklar. Fakt ist: das Geschäft muss sich lohnen. Wie die Polizei mitteilt, wurden in den vergangenen Tagen allein im Raum Neustadt vier Fälle bekannt, bei denen Ostholsteiner angeblich einen hohen Geldbetrag gewonnen haben sollen.

Zu den vermeintlich Glücklichen zählt auch Ernst-Wolfgang Keck aus Grömitz. Im Gespräch mit den LN berichtet er von mehreren Telefonaten am 20. November. „Ich habe gegen 16 Uhr einen Anruf von einer Bandansage erhalten. Es hieß, dass ich 152 000 Euro gewonnen habe“, erzählt Keck. Laut der Stimme war eine Kanzlei im thüringischen Weimar am Apparat. Gleich mehrfach sei eine Telefonnummer genannt und um Rückruf gebeten worden. „Ich habe sofort gedacht, dass das ein Fake ist“, betont der Grömitzer, der seine Mitbürger vor Anrufen dieser Art warnen möchte.

Die angebliche Notarin wurde wütend

Er selbst habe die Nummer zurückgerufen, da er wissen wollte, was passiert. Eine angebliche Sekretärin habe ihm eine Aktennummer genannt und ihn mit einer Notarin verbinden wollen. Diese sei jedoch im Gespräch gewesen, habe aber später bei ihm angerufen. „Sie wollte mir das Geld überweisen. Vorher sollte ich jedoch zwei Gutscheine im Wert von jeweils 200 Euro kaufen. Ich habe dann vorgeschlagen, das über meinen Notar abzuwickeln. Das wollte sie nicht. Sie war böse und hat aufgelegt“, schildert Keck den Gesprächsverlauf.

Fälle wie diesen kennt Polizeisprecher Dierk Dürbrook zur Genüge. Er rät Betroffenen, bei entsprechenden Anrufen sofort aufzulegen und auf keinen Fall Karten zu kaufen oder Geld zu überweisen. „Spätestens, wenn die Geschädigten Gutschein-Codes übermittelt haben, sollten sie Anzeige erstatten. Aber auch schon der bloße Anruf sollte der Polizei gemeldet werden, damit ein Lagebild entsteht und Präventionsmaßnahmen durch die Polizei aber auch durch die Seniorenberater ergriffen werden können“, verdeutlicht er. Die genutzten Rufnummern und Namen seien meist ausgedacht und hätten mit real existierenden Daten nichts zu tun. „Tatsächlich rückrufbare Nummern sind meist Servicenummern“, sagt Dürbrook. Der Polizeisprecher vermutet, dass der vermeintliche Anruf aus Weimar gar nicht von dort gekommen sei.

Anrufer wollen stets das Geld ihrer Opfer

Die Gutscheinmasche bezeichnet Dierk Dürbrook als bekannt. „Die Codes der Guthabenkarten sollen per Telefon mitgeteilt werden. Diese Guthaben werden in der Regel umgehend umgesetzt. Wenn es mit der Weitergabe der Gutscheincodes geklappt hat, steigert sich angeblich die Höhe des Geldgewinnes. Dafür werde aber eine weitere Gebühr fällig, die überwiesen werden soll“, erklärt er.

Generell gelte, dass dem Opfer immer ein Geldsegen versprochen werde und es in Vorkasse gehen solle. „Die Hoffnung auf den großen Geldsegen verstellt den Blick für die Realität. Der Anrufer will stets nur das Beste der Opfer: deren Geld“, sagt der Polizeisprecher.

Sebastian Rosenkötter

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