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Ostholstein Betrunkener schlägt seine Frau und schießt auf Polizisten
Lokales Ostholstein Betrunkener schlägt seine Frau und schießt auf Polizisten
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21:26 22.12.2017
Im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses (links im Bild) sowie vor dem Gebäude hat sich die Tat ereignet.  Quelle: Mantik
Heiligenhafen

Gegen 23.40 Uhr fuhren die Beamten zum Gallenkamp. Der Tatverdächtige verhielt sich laut Polizei äußerst aggressiv, öffnete nicht die Tür und feuerte schließlich mit einem Gewehr durch den Briefschlitz auf die Polizisten. Es wurde Verstärkung angefordert. Der Angetrunkene trat dann mit Gewehr und Säbel in der Hand vor die Tür und gab weitere Schüsse auf die Polizei ab, die ihrerseits einen Warnschuss abgab. Weil aber auch das den Mann nicht stoppte, schossen die Beamten auf die Beine des 35-Jährigen, verfehlten ihn aber.

Er verschanzte sich erneut in der Wohnung und eröffnete das Feuer durch die Wohnungsfenster. Später aber gab er auf, trat vor die Wohnung und legte seine Waffen auf den Boden. Die Langwaffe des Tatverdächtigen wurde sichergestellt – es handelt sich hierbei um ein Luftgewehr, das sich dem Aussehen nach nicht von einem echten Gewehr unterscheidet. Zu diesem Zeitpunkt war das angeforderte SEK noch nicht vor Ort eingetroffen. Es wurde niemand verletzt.

Polizei findet weitere Waffen und Munition

Auf dem anschließenden Weg zum Polizeirevier beleidigte und bedrohte der Mann die Polizisten. Die Lübecker Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in Oldenburg ermitteln wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte im besonders schweren Fall und der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Im Zuge der Ermittlungen ergab sich darüber hinaus ein dringender Tatverdacht gegen den Beschuldigten wegen eines schweren Raubes vom 16. Juli dieses Jahres in Heiligenhafen.

Denn bei der Durchsuchung der Wohnung stießen die Beamten auf demontierte Kurzwaffen und Munition, die in Zusammenhang mit dieser Tat stehen. Der Beschuldigte soll auf dem Hafenfest einen Besucher mit einer Schusswaffe bedroht und ausgeraubt haben. Teile des Diebesgutes – nach LN-Informationen soll es sich um Münzen handeln – entdeckte die Oldenburger Kriminalpolizei ebenfalls in der Wohnung. Der Tatverdächtige wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt. Er kommt in Untersuchungshaft.

Der Tatverdächtige ist bekannt für Aggressionen

Die Straße am Gallenkamp scheint ein besonderes Pflaster in Heiligenhafen zu sein. Eine Mutter mit Mann und zwei kleinen Kindern, die in Sichtweite zum Tatort wohnt, erzählt: „Ich habe vom Polizeieinsatz nichts mitbekommen.“ Der Mann sei aber mehrfach auffällig geworden. „Der hat einmal mit einem Messer vor unserem Haus gestanden und eine Frau, es soll sogar seine Mutter gewesen sein, bedroht“, sagt ihr Mann. Die beiden hätten auch Sorge um ihre Kinder. Sie sagt: „Wenn wieder was los ist, bleiben die Türen bei uns zu.“ Am liebsten wolle man mit alledem nichts zu tun haben.

Sozialer Brennpunkt mit Alkoholsucht und Drogen

Im Viertel würden etliche ehemalige Patienten aus der Ameos-Klinik von nebenan leben. Man habe viel mit Alkoholsucht und Drogen im Viertel zu tun. „Das hier ist ein echter Brennpunkt“, erklärt sie weiter. Ihren Namen möchte sie nicht nennen, aus Angst vor möglichen Konsequenzen. Ein anderer Passant, der seit vier Jahren in der Straße lebt, berichtet: „Hier gibt es pro Jahr mindestens zwei bis drei Polizei-Einsätze.“ Man bekomme ja auch nicht alles mit. Auch er möchte anonym bleiben.

Von Peter Mantik

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