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Ostholstein Bewahren oder verändern?
Lokales Ostholstein Bewahren oder verändern?
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11:19 04.03.2016
Philip Haggeney erläuterte die Planungen für den Stadtkern.

Planer Philip Haggeney vom Büro RMP stellte dem Gremium die Entwurfsplanung für den Bereich östliche Peterstraße bis zum Rosengarten vor — der Markt und vor allem die vorgeschlagene Versetzung des Ehrenmals Richtung Rathaus bewegte die Ausschussmitglieder erwartungsgemäß am meisten. Eine Entscheidung über die Sanierungsmaßnahme muss möglichst schon in der kommenden Woche getroffen werden, damit Genehmigungen beantragt werden können und der Baubeginn Anfang 2017 erfolgen könne, verdeutlichte die Verwaltung.

„Ist euch denn gar nichts heilig?“ Karlheinz Jepp (SPD) zitierte Bürger

Der Ausschuss vermittelte gestern eher den Eindruck, das Ehrenmal dort belassen zu wollen, wo es steht. Die FDP lehnte eine Verlegung rundheraus ab, die Freien Wähler sahen das genauso: „Sie ist schlecht und völlig falsch“, so Malte Tech. Heinz Lange ereiferte sich, dass die Planer sich nicht scheuen würden, für eine bessere Flächennutzung das Ehrenmal anzugreifen. „Bewahren ist wertvoller, als was Neues nur um des Neuen willen“, fügte er später an.

Der Ausschussvorsitzende Heiko Godow (CDU) gab zu bedenken, dass das Sitzplateau um die näher ans Rathaus gerückte Säule am Nachmittag im Schatten liegen würde. Fraktionskollege Marcel Kriwit bezeichnete sie als „Fixpunkt fürs Auge“ und meldete sich später mit einem entschiedenen „Lassen wir das Ehrenmal da, wo es steht, da steht es gut“ zu Wort.

Karlheinz Jepp (SPD) sah sich aufgerufen zu erklären, er habe eine eigene Meinung: „Mit mir wird es eine Versetzung des Ehrenmals nicht geben!“ Zuvor hatte nämlich Gabriele Appel (SPD) als Vertreterin der Fraktion mit der Äußerung überrascht, „wir wollen eine neue Platzsituation und aus dem Ehrenmal einen Solitär machen. Es ist ja noch da, es wird nur verrückt.“ Man dürfe nicht alles so negativ sehen, sagte sie. „Bei dem Gedanken, mal ‘was zu verändern, sind hier gleich die Schotten dicht.“

Christiane Balzer (Grüne) führte ins Feld, dass es durchaus gute Gründe für eine Neugestaltung gebe. Beispielsweise könne Veranstalter Helge Nickel für Veranstaltungen durchaus mehr Fläche gebrauchen. Allerdings könne sie auch die Angst der Marktbeschicker nachvollziehen, die einen häufigeren Umzug an den Berliner Platz und einen damit verbundenen Einnahmenverlust fürchteten. „Die Sonnabende müssten wir da gut im Blick haben, das sind wir den Marktbeschickern schuldig“, sagte sie. Außerdem zitierte sie aus einer Stellungnahme des Fachreferats Gartendenkmalpflege im Landesdenkmalamt. „Der Standort der Gedenksäule steht weder in der Achse zum Rathaus noch zur Kirche noch genau mittig des Platzes. Insofern lässt sich keine objektive Begründung finden, warum die Säule genau dort steht“, las Christiane Balzer vor.

Das rief Karlheinz Jepp auf den Plan: „Dieselbe Denkmalpflegebehörde hat uns vor Jahren mit einem Verfahren überzogen, weil wir neben das Ehrenmal einen Tannenbaum gestellt haben.“ Auch er könne von etlichen Gesprächen mit Eutinern berichten, die eine Verlegung nicht wollten. „Sogar junge Leute sagen: Ist euch denn gar nichts heilig?“

Dass dem Markt in der Mitte etwas fehlen würde, findet Planer Haggeney nicht: „Ich glaube, dass dieser Platz es nicht nötig hat. Die Leere ist nicht beängstigend. Der Platz ist für sich autark.“

ben

Der Stadtentwicklungsausschuss diskutiert erneut über das Sanierungsgebiet „Historischer Stadtkern“ am kommenden Mittwoch, 9. März, ab 18 Uhr im Sitzungssaal der Bauverwaltung, Lübecker Straße. Am Donnerstag, 10. März (selbe Zeit, selber Ort) wird der Bauausschuss eine Entscheidung über die künftige Gestaltung treffen.

LN

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