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Ostholstein Bezahlbarer Wohnraum auf dem alten Sportplatz
Lokales Ostholstein Bezahlbarer Wohnraum auf dem alten Sportplatz
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21:35 24.10.2017
„Herzlich willkommen am Alten Sportplatz“ heißt es gleich am Eingang zum neuen Wohnquartier in Scharbeutz. Quelle: Fotos: Christina Düvell-Veen
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Scharbeutz

Herta Stöber zog mit ihrer Tochter Lea (17) aus Pansdorf in eine dieser geförderten Wohnungen. Die 57-Jährige ist Verkäuferin in einem Scharbeutzer Kaufhaus und kann ihren Arbeitsplatz jetzt zu Fuß

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Der alte Sportplatz an der Luschendorfer Straße in Scharbeutz wurde zu neuem Leben erweckt. Dort errichtete die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Ostholstein Gebäude mit 35 Wohnungen und 18 Reihenhäuser. Die Gemeinde förderte 20 Prozent der Wohneinheiten mit.

26 Städte und Gemeinden sind Gesellschafter der Wobau Ostholstein.

Wesentlich beteiligt sind auch der Kreis

Ostholstein und die Sparkasse Holstein. Das kommunale Wohnungsunternehmen hat

seinen Sitz in Eutin und bewirtschaftet

mehr als 1800 eigene

Wohnungen im gesamten Kreis.

erreichen. Sie zahlt zunächst eine Kaltmiete in Höhe von sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Herta Stöber war eine der Bewerberinnen für die elf Wohnungen und die beiden Reihenhäuser, auf die die Gemeinde Einfluss hat. Diese Wohneinheiten unterliegen der Belegungs- und Mietpreisbindung nach dem Wohnraumförderungsgesetz.

Wobau-Geschäftsführer Fabian Weist, Wobau-Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat Reinhard Sager sowie der Scharbeutzer Bürgermeister Volker Owerien überreichten Herta Stöber gestern einen symbolischen Schlüssel und einen Blumenstrauß. Dabei erfuhren sie, dass Mutter und Tochter gerne in ihrem neuen Zuhause leben. „Es ist eine tolle Wohnung, und die Leute, die ich bereits kennengelernt habe, sind sehr nett“, sagte die Mieterin.

Nach Angaben von Geschäftsführer Weist investierte das kommunale Wohnungsunternehmen etwa elf Millionen Euro, um bezahlbaren Wohnraum in Scharbeutz zu schaffen.

Unter der Bauleitung von Manfred Korell errichtet wurden nicht nur die barrierefreien Wohnungen und Häuser, sondern auch ein großzügiger Gemeinschaftsraum mit angrenzender Gemeinschaftsterrasse samt Teich sowie eine Gästewohnung. Wichtig sei der Wobau, so Weist, dass die Mieter in einen Dialog treten können und dass eine Hausgemeinschaft entsteht. Dafür stehe das Motto „Jeder für sich, aber keiner allein“.

Weist verwies auch auf die umweltfreundlichen Aspekte des Wohnungsbaus. So erfolge die Beheizung der Gebäude über einen regenerativen Brennstoff. Eine sogenannte Pellet-Heizung trage zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei. Zudem wurde die Wohnanlage mit einem Unterflursystem zur Abfall- und Wertstoffsammlung ausgestattet. Unansehnliche und platzraubende Müllplätze gebe es daher nicht, sagte der Wobau-Geschäftsführer.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Sager lobte „Mut und Weitsicht“ von Weist. Es sei ihm, so Sager, Herzensangelegenheit, gerade in den attraktiven Ostseebädern für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Dies vor allem für die Mitarbeiter im Einzelhandel und in der Gastronomie. Sagers Appell: „Die Gemeinden entlang der Ostseeküste müssen mehr dafür tun.“

Bürgermeister Owerien erinnerte an die Diskussionen und an die Furcht vieler Kritiker vor einer massiven Bebauung, die sich nicht in das Umfeld einfüge. Inzwischen werde der alte Sportplatz von vielen als „attraktives, modernes Wohnquartier“ angesehen, sagte er. In ganz Scharbeutz gebe es ja auch kein geeignetes Grundstück für eine derartige Geschossbebauung. Weist und Owerien sind sich einig: „Das Projekt haben wir gut zusammen abgearbeitet.“

 Christina Düvell-Veen

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