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Bienen-Freunde: Wer macht das Rennen?

Ratekau/Timmendorfer Strand Bienen-Freunde: Wer macht das Rennen?

Ratekau und Timmendorfer Strand stehen im Finale des Wettbewerbs „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Nun nahm die Jury die Gemeinden unter die Lupe.

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Regine Maaß und ihre Mitstreiter vom Verein „Blühbiotop“ haben einen Staudengarten angelegt.

Ratekau/Timmendorfer Strand. Seit wann gibt es den Wildbienen-Lehrpfad? Wo sind potenzielle Nahrungsflächen für Bienen? Hängen Nisthilfen, sogenannte Bienen-Hotels, in der Gemeinde? Birte Pankau hatte für ihren Besuch in Ostholstein gestern eine Menge Fragen mitgebracht. Das gehört zu ihrem Job: Die Biologin leitet den Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Acht Bewerber stehen im Finale, darunter die Gemeinden Ratekau und Timmendorfer Strand, und genau deren Einsatz für die Bienen wurde unter die Lupe genommen.

LN-Bild

Jury des Umwelt-Wettbewerbes nahm die Gemeinden Ratekau und Timmendorfer Strand unter die Lupe.

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Die Ratekauer haben sich gut vorbereitet. Torben Illige, Leiter der Umweltabteilung der Gemeinde, gibt eine Übersicht über die Maßnahmen in Ratekau, und sein Vorgänger Jürgen Leicher berichtet von den teilweise seit Jahrzehnten existierenden Umweltprojekten vor Ort. „Kontinuität ist das A und O im Umweltschutz“, sagt er und betont: „Der Schutz der Bienen ist enorm wichtig und ein weltweites Thema.“ Birte Pankau nickt und macht sich Notizen. Danach steht der erste Ortstermin an, in der Ratekauer Kita in der Bäderstraße. Dort baut der „Bufdi“ (das steht für Bundesfreiwilligendienst) der Gemeinde, Piet Goebel, mit den Kindern Bienenhotels aus Bambusstäben und Watte. „Ich hoffe, dass wir hier bald einige Bienen-Experten haben“, meint Goebel.

Dann wird der Wildbienen-Lehrpfad im „Medizinwald“ am Ortsausgang Richtung Techau gezeigt. „Eine Ausgleichsfläche“, erklärt Leicher, der Pfad mit den Info-Tafeln erstreckt sich über 1,3 Hektar.

„Die Fläche hat sich selbst begrünt“, berichtet Leicher. Anschließend gibt es in Ratekau noch einige Meter mehr zu laufen, auf den Flächen „Katthorstwiese“ und „Langgrab“ und bei einem Landwirt in Häven, der stolze acht Hektar Bienenweiden angelegt hat.

„Ratekau ist eine harte Konkurrenz“, räumt Felix Benary ein. Der ehemalige Grünen-Gemeindevertreter präsentiert den Einsatz der Gemeinde Timmendorfer Strand für den Bienenschutz. Und der kann sich ebenfalls sehen lassen. Timmendorf setzt vor allem aufs Grüne, also auf Wildblumen, Stauden und andere Pflanzen, gerade auf öffentlichen Flächen, ob im Kurpark oder in den Dünen. Öffentliche Gebäude wie das neue Feuerwehrhaus in Hemmelsdorf bekommen Gründächer, in neuen Bebauungsplänen werden grüne Schutzstreifen eindeutig vorgeschrieben. Benary kann zudem zahlreiche Einzelmaßnahmen aufzählen: 450 Quadratmeter Wildblumenbeete an der GGS Strand, Nisthilfen an der Kita Niendorf oder auch 500 Blumensamen-Mischungen, die kostenlos verteilt wurden.

Bei den Ortsterminen geht es unter anderem hinters Ostsee-Gymnasium, zum „Blühbiotop“, wo der gleichnamige Verein einen Staudengarten angelegt hat und die Obstbäume aufpäppeln will. Dort steht auch die Insektenwand, die der ehemalige Lehrer Ingo Lükemann bereits in den 1990er-Jahren mit seinen Schülern gebaut hat.

Insgesamt war es also ein runder Tag für die BUND-Jury — nur eine Fraktion hat gefehlt: die Bienen selbst. Was an der bienenunfreundlichen Witterung gelegen haben mag. „Das gibt aber keinen Punktabzug“, kann die BUND-Biologin beruhigen.

296 Wildbienenarten in Schleswig-Holstein sind gefährdet

Der Wettbewerb „Bienenfreundlichste Kommune Schleswig-Holsteins“ des BUND findet zum ersten und voraussichtlich auch einzigen Mal statt. Ziel ist es, „die Lebensgrundlagen für blütenbesuchende Insekten zu verbessern“, heißt es. Dabei soll besonders auf die Gefährdung der 296 in Schleswig-Holstein vorkommenden Wildbienenarten hingewiesen werden, deren „Bestäubungsarbeit“ unverzichtbar ist.

Beworben haben sich um den Titel 14 Kommunen. In der Endrunde sind vier Gemeinden — Ratekau, Timmendorfer Strand, Ruhwinkel und Halstenbek — sowie vier Städte: Bad Schwartau, Lübeck, Preetz und Schleswig.

Zu gewinnen gibt es vor allem die Ehre, besonders viel für den Wildbienen-Schutz vor Ort getan zu haben, sowie eine Plakette, ein Bienenhotel als Nisthilfe und einen bienenfreundlichen Baum (eine Winterlinde). Die Jury wird in der nächsten Woche beraten, die Siegerehrung findet am Mittwoch, 25. Mai, in Kiel statt.

latz

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