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„Bildung ist der Schlüssel zur Integration“

Scharbeutz „Bildung ist der Schlüssel zur Integration“

Elternbücher von Adolf Timm wurden in 21 Sprachen übersetzt — Stiftungen ermöglichen Verteilung an die Eltern von 9000 Erst- und Fünftklässlern.

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Adolf Timm und Heidrun Ulbrich stellten die Neuauflage des Elternbuchs mit den Übersetzungen in Scharbeutz vor.

Quelle: Christina Düvell-Veen

Scharbeutz. Es gibt eine weitere Auflage des Elternbuchs „Die Gesetze des Schulerfolgs“. Adolf Timm (71) aus Scharbeutz, ehemaliger Schulleiter in Timmendorfer Strand, hat es zusammen mit dem Bildungsforscher Klaus Hurrelmann als Programm für die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern entwickelt.

Im vergangenen Jahr wurde es an die Mütter und Väter von 4500 Erstklässlern in Ostholstein verteilt. Zum Schuljahresbeginn 2016/17 nun werden nicht nur die Eltern aller Erstklässler, sondern auch die sämtlicher Fünftklässler im Kreis Exemplare bekommen. Bereitgestellt werden diese 9000 Elternbücher von der Ulbrich-Stiftung Timmendorfer Strand.

Neu in diesem Jahr sind Elternbücher mit Einlegeblättern in 21 verschiedenen Sprachen. Übergeben werden sie an alle zugewanderten Familien. Timm: „Wir wollen ihnen den individuellen Zugang zum schulischen Erfolg ihrer Kinder ermöglichen.“ Die Realisierung der Übersetzung sei „Ausdruck einer Willkommenskultur, die die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule bildet“.

Finanziell ermöglicht wurde sie mit Hilfe der Dieter-Schwarz-Stiftung. Das Elternbuch mit seinen über 200 Anregungen für den erzieherischen und schulischen Alltag, der allen Müttern und Vätern helfen soll, kompetente und entspannte Lernbegleiter ihrer Kinder zu sein, wurde in die Sprachen Albanisch, Arabisch, Afghanisch (Farsi und Paschtu), Chinesisch, Englisch, Eritreisch (Tigrynia), Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Kurdisch, Persisch (Farsi), Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Somalisch, Spanisch, Türkisch und Vietnamesisch übersetzt.

Erst vor Kurzem ist als letzte die somalische Version fertig geworden. „In ganz Deutschland gibt es dafür nur zwei qualifizierte Übersetzer“, nennt Timm als Begründung. Konkrete Zahlen über die Spendenhöhe mag er nicht nennen, nur so viel: „Beide Stiftungen gemeinsam haben für das Elternbuch mit Übersetzungen eine sechsstellige Summe zur Verfügung gestellt.“

Wichtig sei, die zugewanderten Eltern nicht zu diskriminieren und gesondert anzusprechen, sondern sie von vornherein mit einzubeziehen. Das Elternbuch sei daher so konzipiert, dass es auch das Erlernen der deutschen Sprache unterstützt. Schließlich sei der erleichterte Zugang zu Bildung für alle eine Voraussetzung für ihre berufliche Eingliederung sowie für die Vermeidung und Entschärfung gesellschaftlicher Konflikte. Timm: „Bildung ist der Schlüssel zur Integration.“ Sollen Kinder auf den Bildungswegen oder auf dem Arbeitsmarkt vorankommen, müsse die Familie mithelfen, schulische Herausforderungen zu meistern. Je anregender und erlebnisreicher, abwechslungsreicher und lebendiger Alltag und Freizeitgestaltung in der Familie seien, desto besser schneide das Kind in der Schule ab.

Heidrun Ulbrich, die das Stiftungswerk ihres verstorbenen Mannes Eckart fortführt, sieht in dem Elternbuch „ein in die Zukunft gerichtetes Projekt“ und betont: „Bildung ist nun mal eine Existenzfrage unserer Gesellschaft.“

Auf großes Interesse sind die Programme für die Eltern-Erzieher-Lehrer-Fortbildung auch im Kieler Bildungsministerium und in Berlin gestoßen. Ins Bundesfamilienministerium kam Timm auf Vermittlung des ostholsteinischen CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Gädechens. Sowohl die Schulversion „Die Gesetze des Schulerfolgs“ wie auch die Kita-Version „Stark von Anfang an“ sollen in verschiedene Bundesprojekte einbezogen werden, berichtete der Scharbeutzer nach seiner Rückkehr aus Berlin. Für Ostholstein hofft er, dass sich die Gedanken einer „inhaltlichen Elternarbeit mit Beratung und Hilfestellung“ und der „Partnerschaft auf Augenhöhe“ durchsetzen. Timm: „Die Voraussetzungen für eine modellhafte Entwicklung sind durch die Ulbrich-Stiftung und die Dieter-Schwarz-Stiftung jedenfalls gegeben.“

Zwei Stiftungen unterstützen Ostholsteins Schüler

Die Ulbrich-Stiftung wurde von Diplom-Kaufmann Eckart Ulbrich gegründet und 2013 als rechtsfähig anerkannt. Der Unternehmer lebte 25 Jahre in Schleswig Holstein und starb im Dezember 2013. Die Stiftung hat ihren Sitz in Timmendorfer Strand. Von seinem Erfolg und Glück wollte Ulbrich der Gesellschaft etwas zurückgeben, künftige Generationen fördern und unterstützen. Ein großes Anliegen verfolgt die Stiftung auch mit der Förderung der Bildung in Schulen und Kindergärten in der Region Timmendorfer Strand. Im Bereich der Bildung erfolgt die unmittelbare Zweckverwirklichung, beispielsweise durch das Angebot von Bildungsleistungen für Kinder und Jugendliche sowie Fortbildungsveranstaltungen für das in Kindergärten und Schulen beschäftigte pädagogische Personal.

Die Dieter-Schwarz-Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz hat ihren Sitz in Heilbronn. Sie zielt auf die Weiterentwicklung der Bildung als „den wichtigsten Rohstoff unserer Gesellschaft“. Durch ein zukunftsorientiertes Handeln realisiert die Stiftung Projekte, die ohne privatwirtschaftliches Engagement nicht möglich wären. Die zur Dieter-Schwarz-Stiftung gehörende „Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken — aim“ greift innovative Bildungsprojekte auf oder entwickelt sie selbst und setzt diese gemeinsam mit Partnern in der Region um.

Wesentlicher Bestandteil des Angebots ist das Scharbeutzer Programm der Eltern- und Lehrerbildung „Die Gesetze des Schulerfolgs“. Die aim/DieterSchwarz-Stiftung hat es in 21 Sprachen übersetzen lassen.

Von Christina Düvell-Veen

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