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Ostholstein Biogasanlage stellt auf Gülle um: Göhler befürchten Gestank
Lokales Ostholstein Biogasanlage stellt auf Gülle um: Göhler befürchten Gestank
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12:05 21.07.2016
Zu sehen ist die Biogasanlage an der L 59 kaum – Anwohner fürchten aber, dass sie bald stark zu riechen sein wird. Quelle: jen

Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) kann die Sorgen nachvollziehen, wie er betont. Die Gemeinde habe bei dem Projekt allerdings keine Entscheidungsgewalt; die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Zum Hintergrund: Gab es früher einen „Nawaro-Bonus“, werden jetzt Biogasanlagen staatlich gefördert, die mit Gülle produzieren. Für die Umstellung ist eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Laut Antrag sollen in Göhl künftig 8000 Tonnen Rinder- und Schweinegülle pro Jahr sowie die gleiche Menge Geflügelmist und Hühnertrockenkot zum Einsatz kommen.

Auch im Oldenburger Bauausschuss ist die Göhler Biogasanlage heute Abend Thema (19 Uhr, Kulturzentrum). Außerdem geht es um Bahnhof-Standort und Stein-Aula.

Vonseiten der Gemeinde gilt laut Bauer dennoch weiterhin die bereits erteilte Erlaubnis zum Betrieb der Anlage: Der entsprechende Bebauungsplan schließe eine Umstellung von pflanzlichen auf tierische Produkte nicht aus. Die Gemeinde könne dem Land lediglich etwaige Bedenken zum Vorhaben mitteilen – genau wie jeder Bürger. Bis Ende August läuft die Frist.

Diverse Göhler haben sich bereits zusammengeschlossen und Vordrucke samt Beispielen für mögliche Einwendungen an die Haushalte verteilt. Auch eine öffentliche Facebook-Gruppe mit dem Namen „Biogas Göhl ohne Gülle“ haben sie ins Leben gerufen. „Wir haben die Befürchtung, dass es in Zukunft zu wesentlich größeren Beeinträchtigungen für die Bevölkerung kommen könnte“, sagt Carsten Schmidt, der die Aktionen mit organisiert hat. Am meisten störe ihn, „dass wir in keinster Weise informiert wurden“. Erst aus einer amtlichen Bekanntmachung des LLUR in den Lübecker Nachrichten haben die Göhler von den Plänen erfahren. „Dass von der Gemeinde nichts kam, hat einige wirklich sauer gemacht“, so Schmidt.

„Wir konnten nicht früher informieren, weil wir selbst noch keine Infos hatten“, hält Bürgermeister Bauer dagegen. Für den heutigen Donnerstag (18 Uhr) hat er nun alle Einwohner per Postwurfsendung zu einem Treffen direkt auf dem Gelände der Anlage auf dem Gut Kremsdorf eingeladen. Während diverse Bürger den Versammlungsort wegen „fehlender Neutralität“ kritisieren, verteidigt Bauer die Wahl als „geeignet, damit sich jeder selbst ein Bild von den Abläufen machen kann“. Er hoffe, dass sich auf diese Weise viele Ängste ausräumen ließen.

Volker Friederichsen als Eigentümer und Betreiber der Anlage blickt dem heutigen Abend „ganz entspannt“ entgegen. „Wir haben nichts zu verstecken“, betont er, „im Gegenteil: Wir tun alles, um Belästigungen für die Bevölkerung zu vermeiden.“ Beispielsweise werde eigens eine neue Lagerhalle errichtet, damit geruchsintensives Material „weggesperrt“ werden könne. Er hoffe einfach nur auf sachliche Gespräche, so Friederichsen.

Das sei auch das Ziel der Kritiker, beteuert Carsten Schmidt. Es gehe auch zunächst einmal gar nicht darum, irgendetwas zu verhindern: „Wirtschaftliche Interessen sind berechtigt – wir möchten nur wissen, was auf uns zukommt und inwiefern Risiken für die Bürger ausgeschlossen werden.“

 Jennifer Binder

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