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Lokales Ostholstein Bitte wählen: Festnetz oder Internet
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20:38 07.11.2016
Sylvia Schmidt-Hahn muss sich meistens entscheiden, ob sie ins Internet geht oder über das Festnetz telefoniert. Quelle: Fotos: Billhardt

Vor sieben Jahren wechselten Sylvia Schmidt-Hahn und ihr Mann Michael aus der Siedlung Muchelsdorf bei Grube mit ihrem DSL-Anschluss von der Telekom zu Vodafone, „weil wir schon unsere Handyverträge bei dem Unternehmen hatten“. Bis zu Beginn dieses Jahres lief alles einigermaßen gut. „Wir wissen, dass hier bei uns nicht die stärkste Leitung liegt. Doch ab da konnten uns die Leute über Festnetz plötzlich kaum noch erreichen, es wurde zum Lotteriespiel.“

Auch keine Lösung: Den LTE-Router wollen Michael Schmidt und seine Frau schnell wieder los werden.
Der DSL-Router ist nicht das Problem.
Auch keine Lösung: Den LTE-Router wollen Michael Schmidt und seine Frau schnell wieder los werden.
Der DSL-Router ist nicht das Problem.

„Bin wie Rumpelstilzchen durchs Haus gelaufen.“ Sylvia Schmidt-Hahn

Zunächst hatte sich das Paar dabei nichts gedacht, doch die Schwierigkeiten gingen weiter und zogen sich über Wochen und Monate hin. „Wenn ich sah, dass jemand anruft, habe ich schnell das Internet abgestellt, damit die Verbindung funktioniert“, erzählt Sylvia Schmidt-Hahn. Immer wieder sprach sie mit der Kundenbetreuung: „Gegen die Mitarbeiter ist nichts zu sagen. Sie waren bemüht, zu helfen und sagten sogar zu mir: ,Dass Sie bei all dem noch ruhig bleiben können.’“ Den Ärger kann Volker Petendorf, Sprecher von Vodafone Deutschland, gut verstehen: „Sie wohnt in einem abgelegen Gebiet, wo kein vernünftiges Internet zur Verfügung steht und wo durch die immer größer werdenden Datenmengen die vorhandene schwache Telekom-Leitung noch langsamer wird.“ So konnte Sylvia Schmidt-Hahn 2009 auch nur einen DSL-1000-Vertrag abschließen. „Das ist von Breitband ganz weit entfernt“, so Petendorf.

Als im Sommer die Leitung sogar komplett zusammenbrach, sollte ein Techniker vorbeikommen. „Wir haben ihn vorbeifahren sehen, doch man hat ihm die falsche Adresse genannt und ihn nach Rosenhof, einige Hundert Meter weiter, geschickt. Nur durch Zufall fand er uns dann.“ Als Entschädigung für all die Schwierigkeiten gab es von Vodafone einen Internetstick mit 50 Gigabyte für 14 Tage kostenlos. „Allerdings erschien auf einmal der Betrag auf der nächsten Rechnung.“ Zwar ließ sich dies regeln und die Kundin bekam ihr Geld zurück, war jedoch sauer.

Aber noch sollte es einen nächsten Versuch geben. „Man riet uns nun, neben dem DSL- Anschluss einen LTE- Router auszuprobieren. Wenn es nicht funktionieren sollte, könnten wir den ja zurückschicken.“ Der Router kam, Sylvia Schmidt-Hahn packte ihn aus und versuchte das Gerät zu konfigurieren: „Ich bin wie Rumpelstilzchen durchs Haus gelaufen, dicht an die Fenster heran, doch der Router fand kein Netz.“ Sie liege in einer Randzone des LTE-Mobilfunks, so Petendorf. „Es war ein Testlauf, der auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.“

So tat sie dann dass, was man ihr gesagt hatte. Sie widerrief den LTE-Vertrag, packte das Gerät ein und schickte es zurück an Vodafone. Doch ein paar Tage später stand der Paketbote vor der Tür.

„Jetzt hatte ich den LTE-Router wieder in der Hand, mit einem Schreiben, die Verpackung sei beschädigt“, erzählt Sylvia Schmidt- Hahn und erwartete mittlerweile, dass es sich hier ja nur um „Versteckte Kamera“ handeln könne. „Ich muss ja das Gerät und das Zubehör auspacken, um es zu testen.“ Also wurde wieder telefoniert, die Kündigungsbestätigung flatterte schließlich ins Haus. „Jetzt hoffe ich, dass zumindest der LTE-Versuch endgültig beendet ist.“

Das Internet sei nach wie vor langsam. „Wenn ich Bilder versenden will, kann ich nebenbei Kuchen backen“, kommentiert Sylvia Schmidt-Hahn. Und auch das zeitgleiche Telefonieren bleibe weiter ein Problem. „Zumindest funktioniert das Telefonieren mit dem Handy. Wir werden uns weiter erkundigen, was vielleicht möglich ist, auch bei anderen Anbietern.“ Doch der Vodafonesprecher macht ihr da wenig Hoffnung. Bevor der Breitbandausbau nicht bis in solche entlegene ländliche Bereiche komme, sei nicht viel machbar.

Der Kommunikationskonzern will Sylvia Schmidt-Hahn nun aber entgegenkommen und ihren Tarif abstufen, sodass sie künftig weniger pro Monat zu zahlen hat.

Markus Billhardt

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