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Ostholstein Blasorchester probt für die Frühjahrskonzerte
Lokales Ostholstein Blasorchester probt für die Frühjahrskonzerte
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14:11 02.02.2019
Das Blasorchester Lensahn probt für seine Frühjahrskonzerte. Quelle: Binder
Lensahn

Erich Wulf war 48, als er anfing, Tenorhorn spielen zu lernen. „Ich konnte nicht mal Noten lesen“, erinnert sich der heute 67-Jährige. Inzwischen ist er längst fester Bestandteil des Blasorchesters Lensahn, probt zurzeit mit seinen Kollegen für die Frühjahrskonzerte. 82 Musiker sind es mittlerweile – unter ihnen Menschen aller Altersgruppen. Einige sind dabei, seit sie zehn Jahre alt waren, andere haben wie Erich Wulf erst spät zur Musik gefunden. Diese Vielfalt sei es, die das Orchester auszeichne, sagt Vorsitzender Volker Bädermann. Die Musik bringe Menschen aus allen Generationen und Lebenslagen zusammen.

Vom ersten „Orchester-Baby“ zum Familienverein

Einige Mitglieder sind schon dabei, seit das Orchester 1952 als Spielmannszug des TSV Lensahn gegründet wurde. Damals war das Ganze eine reine Männerveranstaltung. 1984 wurden die ersten Musikerinnen aufgenommen – „und irgendwann hatten wir dann unser erstes ,Orchester-Baby’“, erzählt Volker Bädermann schmunzelnd. Heute musizieren viele Kinder, Eltern und Großeltern zusammen im Blasorchester; diverse Familien sind mit mehreren Generationen vertreten. Auch Volker Bädermann hat seine Leidenschaft an Tochter Christina weitergegeben, die inzwischen seine Stellvertreterin im Vereinsvorstand ist.

Manchmal läuft es allerdings auch genau umgekehrt: Schriftführer Erich Wulf kam damals über seinen Sohn Alexander (31) ins Orchester. Vor 22 Jahren stieg der als Trompeter ein, heute steht er als Musikalischer Leiter mit dem Dirigentenstab vor den Bläsern. Es sei schon etwas anderes, wenn man für die Koordination von 80 Musikern verantwortlich sei – und im Zweifel Schuld daran, wenn etwas daneben gehe, gibt der junge Mann lachend zu. Die Herausforderung mache ihm aber auch viel Spaß.

TV-Musik statt Marsch und Polka

Aktuell werden Lieder aus Film und Fernsehen einstudiert, denn das Motto bei den Frühjahrskonzerten lautet diesmal „TV-Kultabend“. Wer beim Blasorchester Lensahn an Marsch, Walzer und Polka denke, der liege völlig daneben, betont Erich Wulf. „Die Musik hat sich verändert“, bestätigt Volker Bädermann. Wie vieles andere auch: In den 42 Jahren, die er dabei sei, habe sich eine Menge getan. Hätten sie sich früher etwa die Noten noch selbst beigebracht, sei die Ausbildung heute viel fundierter.

Die Vorbereitung der Konzerte laufe – auch dank der Unterstützung der Gemeinde Lensahn und vieler freiwilliger Helfer – mittlerweile sehr viel professioneller ab. „Einfach ein paar Stühle hinstellen und Musik machen geht nicht mehr“, sagt Volker Bädermann. Nicht nur seien die Auflagen für Brandschutz und Co. inzwischen sehr hoch, auch habe das Publikum andere Ansprüche. Für die Frühjahrskonzerte soll beispielsweise eine spezielle Lichtshow erarbeitet werden. Mehr Technik gehöre inzwischen einfach dazu. Im wichtigsten Punkt aber hält das Blasorchester an seiner Tradition fest: Die Musik ist handgemacht. Elektronische Instrumente dürfen nicht mit auf die Bühne.

Hier gibt’s Karten

„TV-Kultabend“ lautet das Motto bei den Frühjahrskonzerten des Blasorchesters Lensahn am Wochenende vom 29. und 30. März. Musiziert wird Sonnabend und Sonntag ab 19.30 Uhr in der Großsporthalle (Einlass ab 19 Uhr). Im Eintrittspreis von zehn Euro ist auch ein Pausengetränk enthalten.

Karten gibt es in Lensahn bei Sparkasse und VR Bank, in Oldenburg bei „Ton & Text“, in Neustadt bei Photo Porst, in Grömitz in der Nicolai-Apotheke, in Altenkrempe bei der Gärtnerei Hamer und in Hansühn im Gemischtwarenladen Dohse-Schmidt.

Mehr unter www.blasorchester-lensahn.de

Jennifer Binder

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