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Ostholstein Blutspende im Urlaub: Camper helfen Patienten
Lokales Ostholstein Blutspende im Urlaub: Camper helfen Patienten
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20:59 26.07.2016
Komfortabel und klimatisiert: Das DRK-Blutspendemobil machte gestern Station auf dem Strandcampingplatz Wallnau auf Fehmarn. Der Andrang der Blutspender war wie im Vorjahr wieder groß. Quelle: Fotos: Schwennsen

„Für Krebstherapie, Operationen oder Versorgung von Unfallopfern gibt es in den Sommerferien leider keine Pause“, betont Susanne von Rabenau (DRK-Blutspendedienst Nord-Ost). Im Gegenteil: Während die Zahl der regelmäßigen Blutspender urlaubsbedingt in den Sommermonaten spürbar abnimmt, steigt der Bedarf in den Urlaubsregionen. Mancherorts sogar rapide. Zum Beispiel Fehmarn: Statt 13000 Insulaner halten sich auf der Insel plötzlich bis zu 100000 Menschen auf. Woanders an Nord- und Ostsee sieht es ähnlich aus.

DRK-Sonderbus tourt drei Wochen lang durch die Urlaubsorte – Gestern einziger Halt in Ostholstein auf dem Strandcampingplatz Wallnau.

Nächste Blutspende-Aktionen

Süssau: Heute, 27. Juli, vom 15 bis 19 Uhr in der Lesehalle am Strand

Oldenburg: Dienstag, 2. August, 15 bis 19.30 Uhr, DRK-Zentrum Weidenkamp 2a

Burg auf Fehmarn: Dienstag, 2. August, 15 bis 19.30 Uhr, Grundschule Burg, Mühlenstraße 2-4

Petersdorf auf Fehmarn: Donnerstag, 18. August, 15-19 Uhr, ehem. Schule

Drei Wochen lang ist das knallrote DRK-Blutspendemobil mit Heimathafen in Dresden deshalb in Schleswig-Holstein und Hamburg unterwegs – in Fußgängerzonen, vor Möbelmärkten und auf Schiffsbrücken.

Oder gestern Nachmittag auf dem Strandcampingplatz Wallnau. Es fährt überall dorthin, wo die Urlauber – und Einheimische in Ferienstimmung – die schönste Jahreszeit im Sommer erleben.

„Unser Ziel ist es, Engpässe zu vermeiden“, so von Rabenau. Bislang gibt es aber noch keine Alarmstimmung. Mit Reichweiten von drei bis fünf Tagen ist die DRK-Blutversorgung auf der sicheren Seite:

„Selbst bei der Blutgruppe 0 negativ liegen wir noch nicht unter zwei Tage.“ Andererseits: Blutpräparate für die Krebstherapie halten sich nur vier Tage – klassische Blutbeutel dagegen bis zu 42 Tage. Schon im vierten Jahr ist das 440 PS starke DRK-Spezialfahrzeug im Sommer unterwegs. Das komfortable und klimatisierte Spende-Mobil bietet Platz für bis zu vier Blutspender gleichzeitig.

In Wallnau, einziger Halt in Ostholstein und 2015 der Top-Renner der Tour mit 18 Stopps, reichen sie noch nicht einmal. „Die Menschen stehen hier Schlange“, staunt Till Quint bei der Aufnahme der Blutspender. Im Gastro-Bereich des „Wallnauer Hof“ stehen daher noch drei weitere Betten.

Wallnau ist allerdings für das DRK auch ein besonders geeignetes Terrain. Schon vier Wochen vorher bewirbt Campingplatz-Betreiber Gunnar Mehnert die Aktion und gehört selber zu den Ersten, die gestern Blut spenden – aus Überzeugung. Das DRK stößt hier auf das ideale „Laufpublikum“. Die Urlauber sind am Ort, können sich rechtzeitig auf diesen Termin einstellen und sich bei Bedarf hinterher in den eigenen Camping- Wänden schonen.

„Gut funktioniert hat das auch in der Fußgängerzone von Geesthacht. An einem schwülen Shopping-Tag war für viele der klimatisierte Bus eine Wohltat“, so von Rabenau. Es gibt aber auf der Tour auch schwächere Anlaufpunkte, die nicht die Erwartungen erfüllen.

Zur Halbzeit der Tour, die am 4. August in Hamburg endet, legt sie nach dem „Supertag“ in Wallnau eine erste Zwischenbilanz vor. 395 Spender an neun Orten, darunter 107 Erstspender. Das angestrebte Ziel von 180 Erstspendern bleibt eine hohe Messlatte. Neben den Stammspendern zählt jeder Erstspender als ein Garant für die Zukunft, damit in den Sommerferien erst gar nicht ein Notstand eintritt. Heute gibt es eine neue Chance: ab 11.30 Uhr auf dem Parkplatz von Möbel Kraft in Bad Segeberg.

 Gerd-J. Schwennsen

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