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Ostholstein Böser Tatort Fehmarn: Stalker wird zum Serienmörder
Lokales Ostholstein Böser Tatort Fehmarn: Stalker wird zum Serienmörder
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19:24 20.09.2016
. . . Anke Clausen, geboren 1970, lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Eine Frau mit rotem Mantel. Mit dem Picknick-Korb geht sie auf das tosende Meer zu. Sommer, Sonne, Idylle? Mitnichten. Schon das Cover zum Krimi „Ostseehexe“

Die Ostseekrimis der Hamburgerin Anke Clausen spielen auf ihrer Lieblingsinsel – Dritter Streich „Ostseehexe“ – Mordopfer diesmal in Gollendorf, Neujellingsdorf und Gold.

verheißt nichts Gutes. Und tatsächlich: Auf Fehmarn ereignen sich grauenhafte Morde.

Das ist die Spezialität von Anke Clausen. Früher arbeitete sie als TV-Kamerafrau und regieführende Bildmischerin für Nachrichten, Magazine und Talkshows. 2007 startete die Hamburgerin als freie Autorin mit ihren Fehmarn-Krimis. Der dritte Streich ist in diesem Sommer erschienen: der Kriminalroman „Ostseehexe“. Es ist eine ganz und gar nicht märchenhafte Liebeserklärung an ihre Lieblingsinsel Fehmarn – trotz vieler Anleihen bei den Gebrüdern Grimm.

Dabei könnte alles so wunderbar erholsam sein. Doch ein traumhafter Sommeraufenthalt gerät jäh zum Schreckensszenario. Mittendrin die Klatschreporterin Sophie Sturm. Schon in den beiden Vorgänger-Krimis „Ostseegrab“ und „Dinnerparty“ strudelt sie als Zeugin Schritt für Schritt hinein ins Verbrechen – diesmal eine kapitale Mordserie mit düsterer Vergangenheit. Und nervt einmal mehr die Kommissare, darunter ihr Lebensgefährte, die mühsam in einem zusehends bizarren Fall ermitteln.

Der Clou ist nicht ganz neu. Ein Unbekannter meuchelt auf grausame Art mehrere Menschen – und hinterlässt Spuren, die an die Grimm’sche Märchenwelt anknüpfen. „Joringel“ nennt sich der Mann, er will den Tod seiner Schwester rächen. Für ihn ist sie bis heute „Jorinde“, als Kinderprostituierte verschwand sie einst spurlos.

Die angeblich Hauptschuldige hat er – und damit auch der Leser – von Anfang an fest im Visier. Eine ältere freundliche Dame, die auf Fehmarn lebt und sich als „Oma Hedi“ liebevoll um die Kinder von Sophies bester Freundin kümmert.

Idylle auf Fehmarn? Nach und nach verschwimmen die Konturen von Gut und Böse. Fiktion und Realität sind kaum noch auseinanderzuhalten. Anke Clausen entwickelt ein modernes Märchen rund um einen digitalen Stalker, der sich als Serienmörder entpuppt.

Gewürzt wird das Ganze mit deftigen Zutaten. Hier ein schmuddeliger Nerd, kaum alltagstauglich, aber ein Computergenie; dort ein karrieregeiler Rechtsmediziner, der einst an der Uni kräftig geschummelt hat – und nun erpressbar ist. Dazu das Gerangel zwischen Inselpolizei, Mordkommissariat und BKA. Vielleicht ein bisschen zu viel des Guten. Aber immerhin: Die Spannung steigt, zumal die Klatschreporterin selbst am Ende nur knapp dem Tod entrinnt.

Das jedenfalls darf hier verraten werden. Denn die Toten in Gollendorf, Neujellingsdorf oder am Hünengrab Gold werden mit Sicherheit nicht die letzten Mordopfer sein, die Sophie aufspürt. Oder Polizeieinsätze in Johannisberg, Puttgarden oder dem nahen Großenbrode: Anke Clausen hat noch viele Inseldörfer für ihre Regionalkrimis mit Lokalkolorit zu entdecken.

DREI FRAGEN AN...

1Sie leben in Hamburg. Warum haben Sie so viel Lust auf Fehmarn? Fehmarn ist einfach schön. Mein erster Eindruck von damals, als ich dort einen Kitekurs gemacht habe, gilt bis heute: Die Insel ist toll und nicht versnobt.

2Warum haben Sie Lust auf Krimis? Weil ich selber sehr gerne Krimis lese. Und weil es Spaß macht, sich so miese Sachen und gute Morde einfallen zu lassen.

3Wann haben Sie Lust auf den nächsten Fehmarn-Krimi? Sobald ich wieder eine gute Idee habe. Ich sammle ein bisschen, aber wenn ich mich für etwas entscheide, muss das gut überlegt sein.

Gerd-J. Schwennsen

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