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Ostholstein Ein Boot gab Tijora ihren Namen
Lokales Ostholstein Ein Boot gab Tijora ihren Namen
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21:47 16.09.2018
Ein einmaliger Name: Tijora, geb. am 28. 7. 2018, ist benannt nach einem Motorboot, das wiederum benannt ist nach den Abkürzungen von den Vornamen der Kinder des Eigners. An Bord der "Tijora" versammeln sich beide Familien und die Unger-Kinder: Lydia (12), Christine Unger, Tijora, Bendix (9), Ida (2), Lennox (3), Mario Unger und die Eigner Andreas und Claudia Schmid (hinten). Quelle: EUT
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Ratekau/Lübeck

Die Wortschöpfung Tijora ist entstanden aus der Kombination der Vornamen der drei Kinder der Familie Schmid aus Lübeck: TImpe, JOhanna, RAsmus. So haben die Schmids ihr Motorboot genannt, das am Anleger des Lübecker Motorbootclubs (LMC) hinter der Lachswehr liegt. Auf der Suche nach einem schönen Namen für sein fünftes Kind und seine jüngste Tochter sah Mario Unger beim Aufslippen im LMC das Motorboot „Tijora“. Das wäre doch etwas. „Auch meine Frau war auf Anhieb begeistert von dem Namen“, berichtet Unger. Als er den Eigner des Bootes, Andreas Schmid, auf die Herkunft des Namens ansprach, berichtete der ihm von den Anfangsbuchstaben seiner Kinder.

Schöner, unbekannter Name

Nun also sollte das jüngste Unger-Kind Tijora heißen. Auf dem Standesamt in Eutin hieß es zwar, das sei ein schöner Name. Aber den gebe es nicht. Er solle es doch einmal bei der Universität in Leipzig versuchen. Dort gibt es eine Namenberatungsstelle, die auf Wunsch Gutachten darüber ausstellt, ob ein Name eingetragen werden kann. Unger erhielt aus Leipzig ein positives Gutachten. Damit ist seine am 28. Juli geborene Tochter das erste und bisher einzige Kind in Deutschland mit diesem Namen.

An Bord der „Tijora" versammeln sich beide Familien und die Unger-Kinder: Lydia (12), Christine Unger, Tijora, Bendix (9), Ida (2), Lennox (3), Mario Unger und die Eigner Andreas und Claudia Schmid (hinten). Quelle: Peyronnet

Die Familien Schmid und Unger verbindet aber mehr als nur der Name Tijora. Andreas Schmid berichtet, welche Kämpfe er ausstehen musste, um seinen Erstgeborenen Timpe nennen zu dürfen. „Der Knabe war eineinhalb Jahre ein Kind ohne Vornamen“, berichtet er. Damals, 1978, wollte das Standesamt den Namen nicht eintragen. Schmid zog mit Hilfe eines Freundes, eines Jurastudenten, vor Gericht, erst vors Amtsgericht, dann vors Landgericht und schließlich vors Oberlandesgericht, wo er Recht bekam. In den ersten Instanzen hatten die Richter unter anderem argumentiert, ein Name mit einem e am Ende sei kein männlicher. Kaum zu glauben, findet Schmid. Ole, Lasse, Arne – alles keine klar erkennbaren männlichen Vornamen?

Am Ende durfte Timpe so heißen und bildet heute mit den ersten beiden Buchstaben seines Vornamens den ersten Teil des Wortes Tijora. Das ist nun mehr als ein Name, es ist ein offiziell anerkannter Vorname.

Namen

Onomastik ist die Wissenschaft der Namen und der Namensbedeutung. Seit mehr als 100 Jahren wird darüber geforscht. Es geht um Vornamen, die Herkunft von Familiennamen und um die Namen von Orten, Gewässern und sogar Marken.

Die Namenberatungsstelle (NBS) der Universität Leipzig stellt Eltern auf Wunsch Gutachten darüber aus, ob der von ihnen gewünschte Vorname für ihr Kinder eingetragen werden kann. Für 40 bis 60 Euro bekommt der Antragsteller Auskunft darüber, ob der Name schon einmal nachgewiesen wurde, wie er sich erklärt, welche Vergleiche es bei neu gebildeten Namen gibt und schließlich, ob er vom Standesamt eingetragen werden kann.

unter www.namenberatung.eu.

Christine und Mario Unger sind Familie Schmid dankbar für die Inspiration. Die kleine Tijora interessiert das alles noch nicht. Sie verschläft den Besuch auf dem Namensgeber-Boot in ihrer Trageschale.

Christine und Mario Unger mit ihrer Jüngsten. Der Wirbel um seinen Namen interessiert das Mädchen noch nicht. Quelle: Peyronnet

Im LMC sind die Ungers nicht mehr so oft. „Wir haben keine Zeit mehr und deshalb unser Motorboot verkauft“, berichtet Mario Unger. Mit ihren Kindern Ida (2), Lennox (3), Bendix (9) und Lydia (12) und der kleinen Tijora haben die Eltern alle Hände voll zu tun.

Susanne Peyronnet

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