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Ostholstein Bosau geht den Weg zur papierlosen Kommunalpolitik
Lokales Ostholstein Bosau geht den Weg zur papierlosen Kommunalpolitik
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07:53 07.10.2016
Der Vorsitzende des Vereins Wisser-Kate, Holger Andresen, und seine Mitstreiterinnen Gudrun Martwich und Babett Matthiesen sowie die Vorsitzende des Bosauer Sportvereins Edelgard Suikat wurden von Max Plieske und Mario Schmidt ausgezeichnet. Quelle: Dirk Schneider

Bosau übernimmt damit die Vorreiterrolle für das Amt Großer Plöner See, dessen Gemeinden sich ebenfalls für das Projekt interessieren.

Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) erläuterte die Vorteile des künftigen Systems anhand des Beispiels einer kleinen Veränderung der Amtsumlage. Wegen einer günstigeren Abrechnung in zwei Punkten müssten zehn Vorlagen und Satzungen umfangreich ergänzt werden, stellte er fest und zeigte zum Beweis die dicken Hefter mit den zusätzlichen Einlegeblättern. „Nach der Umstellung bekommen alle ein neues Dokument, in dem alle Veränderungen bereits nachvollziehbar eingepflegt sind.“ Zudem könnten öffentliche Sitzungsvorlagen und in den Ausschüssen erarbeitete Beschlussempfehlungen einschließlich der Begründungen zeitgleich mit der Einladung in das System eingestellt werden, sodass sich auch die Bürger über die Hintergründe für die Entscheidungen informieren können, warb der stellvertretende Bürgervorsteher Max Plieske (Grüne) für das Vorhaben. Den Begriff „Pilotprojekt für kleine Gemeinden“ relativierten Plieske und Schmidt mit Blick auf die Nachbarorte. Denn Eutin und Plön – Letztere verwaltet auch die Ex-Amts-Gemeinden Ascheberg und Bösdorf – nutzten seit Jahren die digitale Technik und hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Auch Malente denke über einen Wechsel nach.

Angesichts leerer Kassen einerseits und des mangelhaften Netzausbaus andererseits lehnte Birgit Steingräber-Klinke (SPD) eine schnelle Einführung jedoch ab. „Hier und heute könnte ich nichts nachschauen, kein W-Lan, und auch das Handy hat keinen Empfang. Ich kann nicht einmal telefonieren.“ Angesichts solcher Voraussetzungen sollte man noch etwas abwarten, bis die digitale Infrastruktur geschaffen worden sei, so Steingräber-Klinke.

Parallel zur Datenautobahn investiert Bosau auch verstärkt in die Gemeindestraßen. Aufgrund des schlechten Zustands seien die Kosten für die Instandsetzung um 54000 Euro auf 73000 Euro gestiegen, erläuterte Schmidt einige Positionen aus dem Nachtragshaushalt. Weitere größere Veränderungen würden sich aus der Flüchtlingssituation ergeben. Allein die Kosten für die angemieteten Unterkünfte schlügen dabei mit 70000 Euro zu Buche, erklärte Schmidt. „Zum Jahresbeginn waren die Prognosen ganz anders als der tatsächliche Bedarf.“ Aktuell würden 58 Asylbewerber betreut. Trotz dieser Mehrkosten sinkt der Fehlbedarf im Vermögenshaushalt im ersten Nachtrag von 211 000 Euro auf 190 000 Euro. Eine Ursache: Der positive Jahresabschluss des Amts beschert Bosau eine Rückzahlung von 28 100 Euro.

Personalien und zwei Tankstellen

Ehrung für ehrenamtliches Engagement: Der Verein Wilhelm-Wisser-Kate Braak und die Vorsitzende des Bosauer Sportvereins Edelgard Suikat wurden mit der Ehrennadel der Gemeinde Bosau ausgezeichnet.

Jan Rohe (CDU) wurde als neuer Gemeindevertreter verpflichtet. Rohe löst Eberhard Jeschull ab, der sein Mandat niedergelegt hat.

Der Edeka-Markt in Hutzfeld kann wachsen. Die Landesplanung genehmigte die Erweiterung der Geschäftsfläche von 800 auf 1200 Quadratmeter.

Der Bau einer Elektro-Tankstelle kommt dank bewilligter Fördermittel ins Rollen. Für die Stromzapfsäule wird ein geeigneter Standort gesucht.

Gesucht wird noch ein Investor und Betreiber für eine Kraftstoff-Tankstelle.

 dis

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