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Ostholstein Bosau informiert über Windpark
Lokales Ostholstein Bosau informiert über Windpark
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21:15 18.09.2013

Die Gemeinde Bosau will mitreden beim geplanten Windpark nordöstlich von Hutzfeld. Und deshalb brachte sie eine Bauleitplanung für den Park mit geplanten sechs Mühlen auf den Weg. Der Bauausschuss befasste sich jetzt mit den Details des Plans und beschloss die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit.

„Es geht nicht um die Grundsatzfrage, diese Entscheidung ist schon lange gefallen“, leitete Planer Andreas Nagel vom Planungsbüro Ostholstein seinen Vortrag vor dem Ausschuss ein. Die Landesplanung hatte den Acker als Eignungsfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen. Die Gemeinde nehme jetzt nur noch die Feinsteuerung vor — auf einem Stück „großräumig ausgeräumter Landschaft“, so der Planer.

3000 Meter weit weg vom nächsten Seeadlerhorst, 800 Meter entfernt von der nächsten Siedlung, nämlich Hutzfeld, und mindestens 400 Meter weit weg vom nächsten Haus sollen sechs Windräder von 185 Metern Höhe über Grund errichtet werden. Die Nabenhöhe beträgt 120 Meter, der Rotordurchmesser 110 Meter. „Keine Rotorspitze ragt in den Seeadlerradius“, betonte Nagel die Position der Mühlen auf der Fläche. Auch die Lärmbelastung schätzt er gering ein, der sogenannte Infraschall — tieffrequente Töne — sei in 300 Metern Entfernung nicht mehr relevant.

Eine Aussage, die im Ausschuss bestätigt wurde. „Wir haben uns eine Anlage angehört, die ist verblüffend leise. Da sind die beiden Landesstraßen in der Nähe bedeutend lauter“, sagte Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos). Einen Eindruck, den Max Plieske (Grüne) bestätigte. Bedenken von Zuhörern, ob die Windkraftanlagen später noch erhöht werden könnten, zerstreute Ausschussvorsitzender Eberhard Rauch (CDU). „Die Nabenhöhe wird durch den B-Plan bestimmt, und den stellt die Gemeinde auf.“ Um ihren Einfluss auszuüben, sei sie in die Bauleitplanung eingestiegen. Schmidt ergänzte:

„Durch die Landesplanung könnten die Betreiber sonst bauen, ohne dass die Gemeinde beteiligt ist.“

Und dann ist da noch die Frage nach der Gewerbesteuer. Laut Gesetz müssen 70 Prozent davon in der Gemeinde Bosau bleiben. Zweifel an den Einnahmen wurden zurückgewiesen. „Wir betreiben 80 Windparks, und alle zahlen Gewerbesteuer“, sagte Stefan Jux, Leiter Projektentwicklung von der Denker & Wulf AG, die Mühlen in Hutzfeld betreiben will. Eventuell würden sogar mehr als nur die 70 Prozent nach Bosau fließen, wenn die Heimatgemeinde des Unternehmens zustimme, was sie tun wolle. „Energiewende und Einnahmeerzielung — ich finde nichts Böses daran“, sagte Schmidt.

Dass überhaupt so viele Einwände behandelt wurden, lag an einem Ausbruch von FDP-Ausschussmitglied Ernst-Günther Schneider (FDP), der sich vehement gegen das gesamte Projekt aussprach. Weil der Seeadler mehr geschützt werde als der Mensch und überhaupt. „Ich bin dagegen, wegen der Höhe der Anlagen und weil sie hier in Bosau gebaut werden sollen. Die gehören meiner Meinung nach an die Ostsee- oder die Nordseeküste, aber nicht hier nach Bosau“, polterte Schneider. Rauch konterte entnervt: „Es erübrigt sich, diese ollen Kammellen immer wieder anzubringen.“

Die Bürgerinformation zum Windpark findet am Mittwoch, 25. September, 19.30 Uhr, in der Gaststätte Schmidt in Hutzfeld statt.

„Die Ent-

scheidung

ist schon

lange gefallen.“
Andreas Nagel,

Planer

Susanne Peyronnet

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