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Ostholstein Bosau ohne Dorfvorstand
Lokales Ostholstein Bosau ohne Dorfvorstand
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20:16 23.06.2016
Keiner will es machen, so bleibt Bosau bis auf weiteres ohne einen Dorfvorstand: ratlose Gesichter im Saal von „Strauers Hotel“. Quelle: Fotos: Astrid Jabs

Liegt es am Amt? An den Aufgaben, die viel Zeit erfordern, Energie kosten und deren Erledigung oft als selbstverständlich gilt? Oder herrschen in Bosau andere Bedingungen als anderswo? Fest steht, dass der Ort mit seinen rund 700 Einwohnern seit Mittwochabend nach dem Rücktritt von Dorfvorsteherin Pamela Lepeschka ohne Dorfvorstand dasteht.

Hören mit der Vorstandsarbeit auf: Pamela Lepeschka (r.) und Daniela Schwarz.

Auf einer außerordentlichen Dorfschaftsversammlung hatte Lepeschka vom stellvertretenden Bürgermeister Manfred Wollschläger (CDU) ihre Entlassungsurkunde samt Dank und Blumen entgegengenommen.

Zuvor hatte sie sachlich und souverän ihren letzten Bericht geliefert und sich bei vielen Anwesenden für die Unterstützung in den vergangenen drei Jahren bedankt. An ihre ebenfalls zurückgetretene Vorstandskollegin Daniela Schwarz gingen ein Strauß und warme persönliche Worte. Gründe für ihren Rücktritt nannten beide auf der Sitzung nicht: „Wir haben abgemacht: Wir wollten uns nicht erklären und uns nicht beschweren“, sagte Lepeschka. Die Entscheidung sei ihr nicht leichtgefallen, aber sie sei stolz, sich dazu durchgerungen zu haben. Die zweifache Mutter wird sich weiterhin in der Flüchtlingsbetreuung engagieren und auch das Kinderfest organisieren. „Überraschend“ sei der Rücktritt gekommen, erklärte Wollschläger, der den erkrankten Bürgermeister Mario Schmidt vertrat. Eine undankbare Aufgabe, wie sich herausstellte – jedenfalls, was die Werbung um Nachfolger für die Zurückgetretenen anbelangte. Wollschlägers Aufruf „Freiwillige an die Front“ blieb ohne Resonanz, die anschließend Vorgeschlagenen standen sämtlich nicht zur Verfügung. Da half es auch nichts, dass Bedenkfrist durch Vorziehen der übrigen Tagesordnungspunkte eingeräumt, Rückhalt aus dem Dorf zugesagt und eine Erweiterung des Vorstandes auf fünf Mitglieder möglich gemacht wurden: Niemand der 100 Anwesenden mochte das Amt übernehmen.

„Meine Enttäuschung ist riesengroß, dass das zum Erliegen kommt, was in 30 bis 40 Jahren gewachsen ist“, meinte Bosaus früherer und langjähriger Dorfvorsteher Gustav Harms. Ob es dazu wirklich kommt, liegt an den Bosauern.

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Dorfvorstand gesucht: „Sprechen Sie Nachbarn und Bekannte an, fragen Sie in Ihrem Umfeld!“, so warb die Gemeindevertreterin Birgit Steingräber-Klinke (SPD) in der Dorfschaftsversammlung.

Manfred Wollschläger schloss sich an.

Wer – auch im Team – Verantwortung im Dorfvorstand übernehmen möchte, Feste wie das Maibaumstellen, Laternelauf, Weihnachtsmarkt organisieren, dazu in Ausschüssen und zu offiziellen Anlässen das Dorf repräsentieren und zudem ein Ohr für die Anliegen der Bewohner haben kann – meldet sich bei der Gemeinde Bosau unter Telefon 04527/99710.

Astrid Jabs

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