Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Bosau schraubt das Defizit Schritt für Schritt herunter
Lokales Ostholstein Bosau schraubt das Defizit Schritt für Schritt herunter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 27.06.2017
Anzeige
Bosau

Das liebe Geld ist immer ein Thema in der Bosauer Kommunalpolitik. Unbeirrt und mit Ausdauer stemmen sich Verwaltung und Kommunalpolitiker dagegen, mittels von außen aufgedrückter Kosten ins Defizit beziehungsweise noch tiefer als bisher ins Defizit gezogen zu werden. Nach anstrengenden Jahren voller Sparbemühungen scheint es jetzt etwas besser zu werden.

Das wurde in der Gemeindevertretersitzung deutlich.

Unter den etwas sperrigen Tagesordnungspunkten „Genehmigung über- und außerplanmäßiger Ausgaben“ und „Prüfung der Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2016“ ging es um mehr oder weniger hohe Beträge.

„Es ist im Verhältnis gut gelaufen für den Haushalt 2016“, stellte Bürgervorsteher Alfred Jeske (CDU) fest. Dass es nicht nur in der Hand der Bosauer liegt, wofür sie ihr Geld ausgeben, machte Bürgermeister Mario Schmidt (parteilos) deutlich: „Der Gesamtunterschuss liegt bei 361017 Euro aus Positionen, die wir nicht selbst steuern konnten.“

Dazu gehören zum Beispiel Schulkostenbeiträge (wenn Bosauer Kinder in anderen Kommunen zur Schule gehen, muss Bosau dafür zahlen), Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen (die dann nicht kamen), ein aus dem Jahr 2015 mitgeschlepptes altes Defizit und Personalkosten der Jobcenter, die jetzt über die Kommunen laufen, aber zu 100 Prozent erstattet werden. Aber zunächst müssen sie ausgelegt werden, bei Bosau sind das über 100000 Euro.

Die Sachkosten für die Flüchtlinge seien nicht unerheblich, sagte Schmidt. Es seien Wohnungen gemietet worden, die dann nicht bezogen wurden, weil keine Flüchtlinge kamen. Der Betrag, errechnet für alle Gemeinden des Amtes Großer Plöner See, für die Bosau geschäftsführende Gemeinde ist, wird einerseits je nach Anteil von den anderen Gemeinden erstattet. Andererseits bemühe sich die Verwaltung jetzt, nicht belegte Wohnungen zu kündigen, um die sogenannten Vorhaltekosten zu senken, führte der Bürgermeister aus. Ein Teil der Wohnungen sei bereits gekündigt worden.

Den hohen Ausgaben stehen für Bosau erfreuliche Entwicklungen bei den Einnahmen gegenüber. So habe es bei den Kindertagesstätten ein Plus von über 100000 Euro gegeben. Die Gewerbesteuer entwickle sich positiv, berichtete Schmidt.

Das Ziel müsse es sein, den Fehlbetrag mittelfristig auf null zu kriegen, mahnte Jeske an. Er berichtete aber auch von Ausgaben, die auf Wunsch der Gemeinde getätigt wurden. Etwa die 10000 Euro für ein Gutachten zur umstrittenen Windenergie.

Susanne Peyronnet

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eutin feiert am Sonntag, 2. Juli, im Gottesdienst gleich zwei besondere Ereignisse: Der Kirchengemeinderat mit seiner Vorsitzenden, ...

27.06.2017

Der Seniorenrat der Gemeinde Ratekau bietet für ältere Verkehrsteilnehmer das Programm „sicher mobil“ an.

27.06.2017

Die einen sind enttäuscht, die anderen zuversichtlich: Der Umzug des Musik-Festivals Jazz-Baltica von Niendorf nach Timmendorf wird unterschiedlich bewertet.

27.06.2017
Anzeige