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Ostholstein Bosauer Politik erteilt Windkraftplänen eine Abfuhr
Lokales Ostholstein Bosauer Politik erteilt Windkraftplänen eine Abfuhr
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21:35 30.05.2017
Stadtplanerin Gabriele Teske erläuterte dem Ausschuss und den Zuhörern ihre Befunde und zog die Schlüsse daraus. Quelle: Foto: Peyronnet
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Bosau

Die Gemeindevertretung stimmt in ihrer Sitzung am 19. Juni über die Stellungnahme der Gemeinde zu den vom Land vorgelegten Windeignungsflächen ab.

Zehn Punkte führen Gabriele Teske und Enno Meier-Schomburg vom Büro „Planung kompakt“ an, die eine als Stadtplanerin, der andere als Landschaftsplaner. Alle zehn Punkte schließen ihrer Meinung nach Windräder auf den zwei vom Land vorgesehenen Flächen bei Hutzfeld und östlich von Kiekbusch mehr oder weniger aus. Mal sind es sogenannte weiche, mal harte Kriterien, zu denen die Gemeinde mit diesem Papier offiziell Stellung nimmt. Das Beteiligungsverfahren des Landes endet am 30. Juni.

50 Zuhörer verfolgten die Bauausschusssitzung, bei der Teske und Meier-Schomburg noch einmal die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vortrugen. Sie dienen als Arbeitsgrundlage für die Politik, aber die arbeitete gar nicht damit. Nach sehr kurzer Debatte, bei der SPD, CDU und FDP versicherten, hinter dieser Liste zu stehen, wurde die Stellungnahme einstimmig beschlossen.

Die Planer monierten, dass die Fläche Bosaus vom Land zu drei Prozent für die Nutzung von Windkraft vorgesehen sei, was dem Landesziel von zwei Prozent Windkraftfläche widerspreche. „Bosau liegt im Naturpark Holsteinische Schweiz, aber dennoch wird hier eine Fläche über dem Landesschnitt vorgesehen“, sagte Meier-Schomburg. „Und das in einer touristisch geprägten Gemeinde.“ In der Stellungnahme an das Land heißt es: „Bosau als Gemeinde in einem wichtigen touristisch genutzten Raum darf keine Flächenbelastung durch Windenergienutzung haben, die über dem Landesdurchschnitt liegt.“

Meier-Schomburgs „optische Landschaftsanalyse“ ergab, dass die geplanten Windräder noch in elf Kilometern Entfernung sichtbar seien und damit eine „gesamträumliche Belastung“ darstellten. Besonders betroffen sei die Blickbeziehung zum Plöner Schloss.

Ursprünglich waren sechs Flächen in der Gemeinde Bosau vom Land auf ihre Windradtauglichkeit untersucht worden. Vier fielen durch, zwei – eben jene bei Hutzfeld und Kiekbusch – blieben drin. Warum das so ist, erschließt sich Teske nicht. Als Begründung habe es geheißen, die Investoren, bei Hutzfeld die Unternehmen Gamesa und Denker & Wulf, hätten bereits hohe Vorleistungen erbracht und genössen Vertrauensschutz. Ein Argument, das Teske nicht für nachvollziehbar hält. „Als Begründung für eine Bauleitplanung verstößt das gegen Planungsrecht. Da wird eine bessere und städtebauliche Abwägung erwartet.“ Die Planerin stellte an anderer Stelle fest, dass das Land gegen seine eigenen Erlasse verstoße.

Es sind etliche weitere Punkte, die die Planer veranlassen, Bosau als ungeeignet für die Windkraft anzusehen. Sie reichen von der Nähe zum Drehfunkfeuer in Seedorf bis zum Artenschutz und dem Vorkommen von Seeadler und Rotmilan. Ihre Argumente hatten die beiden Planer bereits in einer Einwohnerversammlung Anfang Mai vorgetragen – sehr zur Freude der Bosauer Windkraftgegner. Die äußerten sich dann auch kaum in der Fragestunde des Ausschusses.

 Susanne Peyronnet

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