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Ostholstein Brandstiftung in Malente: Zwei Ostholsteiner vor Gericht
Lokales Ostholstein Brandstiftung in Malente: Zwei Ostholsteiner vor Gericht
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22:18 05.03.2018
Das Feuer war im August 2016 in einem Einfamilienhaus in Benz ausgebrochen. Quelle: Foto: Martina Janke-Hansen
Malente/Lübeck

Den Männern wird Anstiftung zur besonders schweren Brandstiftung vorgeworfen. Zudem droht den beiden Ostholsteinern eine Verurteilung wegen Versicherungsbetrugs beziehungsweise der Beihilfe dazu.

Staatsanwältin Feegers legt dem 33-jährigen Jonas F. (Name geändert) zur Last, gemeinsam mit dem bereits verurteilten Dennis M. (Name geändert) das Wohnhaus von Mark H. (Name geändert) in Brand gesetzt zu haben. Der 43-jährige Hauseigentümer habe die Tat in Auftrag gegeben, um die Versicherungssummen für das Gebäude kassieren zu können, so der weitere Vorwurf.

Um diesen Hintergrund der Brandstiftung zu verschleiern, versuchten Dennis M. und Jonas F. während des Urlaubs von Mark H. einen Einbruch vorzutäuschen. Vor der Fahrt in den Urlaub habe Mark H. einen Schlüssel an Jonas F. übergeben sowie mit Benzin und Diesel gefüllte Kanister bereitgestellt, fasst Feegers die Ermittlungsergebnisse zusammen. Der Handwerker Jonas F. bestätigte diesen Ablauf des Geschehens weitgehend, stellte seine eigene Beteiligung aber geringer dar als angeklagt. Er kenne Mark H., der damals noch als Kfz-Mechaniker gearbeitet habe, seit etwa zehn Jahren. Über das Schrauben an Autos sei man sich näher gekommen. Später habe er kleinere Gelegenheitsarbeiten übernommen.

Im Gespräch habe H. angedeutet, dass er „mit der Wohnsituation nicht zufrieden“ sei, und „öfter gesagt, das man das Haus abbrennen“ sollte, sagte Jonas F. Ein entsprechendes Angebot „auf schnell verdientes Geld“ habe er nach langer Überlegung abgelehnt.

Im Sommer 2016 habe Mark H. das Thema in einem Telefongespräch erneut angeschnitten. Dennis M. habe dies mitbekommen und sofort angeboten, das Haus für Geld anzuzünden, schilderte Jonas F.. Dennis M.

und Mark H. hätten sich dann getroffen. An seine Aussage vor der Polizei, „Dennis M. sollte 6000 Euro für die Tat bekommen“, erinnerte sich Jonas F. allerdings erst auf Nachfrage von Richterin Helga von Lukowicz. An dem Tag der Brandstiftung sei er eigentlich nur zum Rasenmähen nach Benz gefahren und habe Dennis M., weil dieser kein Auto hatte, mitgenommen. Dennis M. habe dann den Wohnungsschlüssel und einen Schraubendreher an sich genommen, während er nach der Arbeit nach Hause zurückgekehrt sei.

Ein paar Tage nach dem Brand habe er von Mark H. gehört, dass er nicht zufrieden sei, weil das Haus nicht ausreichend beschädigt wäre und die Versicherungen nicht zahlen würden. Mittlerweile habe Dennis M. einen Onkel vorgeschickt, um Geld einzutreiben. Als dieser drohte, dass Dennis M. alles aussagen würde, habe die Übergabe in drei Raten stattgefunden, wobei er nur die neutralen Umschläge übergeben habe, sagte Jonas F. Er selbst habe kein Geld bekommen oder genommen. Allerdings habe er beim späteren Abriss des Hauses geholfen und sei dafür auch bezahlt worden.

Mark H. hingegen beteuerte seine Unschuld. „Was mir vorgeworfen wird, stimmt nicht“, stellte der 43-jährige Frührentner fest. Jonas F. sei ein guter Bekannter, aber kein Freund, stets hilfsbereit und sehr nett, „aber auch ein chaotischer Typ, der mit seinem Geld nicht auskommt“. Warum sich Jonas F. eine solche Geschichte ausdenke? Er habe keine Ahnung, warum das Haus in Brand gesetzt wurde. Und er könne sich nicht vorstellen, warum er als Anstifter beschuldigt werde.

Von der Gebäudeversicherung habe er 5985 Euro für die Anmietung einer Wohnung bekommen, die Hausratversicherung habe 48000 Euro für das verbrannte Inventar gezahlt. Die 170000 Euro, die für den Neubau bereits genehmigt gewesen seien, stünden nicht zuletzt aufgrund der Anschuldigungen und des Verfahrens noch aus.

Dennis M., der aus der Justizvollzugsanstalt Neumünster nach Lübeck gebracht wurde, verweigerte die Aussage. Das Gericht reagierte darauf mit einer Erzwingungshaft, die auf die Strafe angerechnet wird, und verhängte ein Ordnungsgeld in Höhe von 250 Euro.

Der Prozess, der auf drei Verhandlungstage festgesetzt wurde, wird am 22. März fortgesetzt.

Von Dirk Schneider

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