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Ostholstein Brandstiftung in Serie: Elf Container in Neudorf angesteckt
Lokales Ostholstein Brandstiftung in Serie: Elf Container in Neudorf angesteckt
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22:12 23.05.2016
„Über einen Dumme-Jungen-Streich geht das weit hinaus.“ Heino Kreutzfeldt, Gemeindewehrführer
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Eutin

Eine Serie nächtlicher Containerbrände hält die Freiwillige Feuerwehr Neudorf in Atem. Seit Anfang April hat es im Eutiner Ortsteil mittlerweile sieben Mal gebrannt: In Flammen standen jeweils Papier- oder Altkleidercontainer. Wehrführer Ralf Klesny ist verärgert: „Das geht mir auf den Senkel.“ Jedes Mal rücken zehn bis 15 seiner Leute aus, um zu löschen. „Und das meistens zwischen zwei und vier Uhr morgens. Wenige Stunden später müssen alle auf ihrer Arbeitsstelle sein.“ Er hoffe, dass die Kriminalpolizei den oder die Täter so schnell wie möglich schnappt.

Die Ermittler haben sich jetzt mit in Briefkästen geworfenen Handzetteln an die Neudorfer gewandt. „Containerbrände in Eutin – dringend Zeugen gesucht“ lautet ihr Appell. Wie Pressesprecherin Anett Dittmer mitteilt, rechne die Polizei der Brandserie insgesamt elf Taten zu. Bereits am 1. Januar und weitere drei Male im selben Monat habe es „Sachbeschädigungen an Containern“ in Neudorf gegeben. „Danach war es bis April ruhig. Nun ist der oder die Tatverdächtige offenbar wieder aktiv und legt weitere Feuer“, so Anett Dittmer.

Auf der Liste der Kripo stehen Brände von Containern (sowie zum Teil deren Holzunterstände) in der Plöner und der Beuthiner Straße, im Schützenweg, in der Seestraße und mehrfach in der Danziger Straße. Während die meisten Feuer deutlich nach Mitternacht ausgebrochen sind, trug sich der jüngste Fall am vergangenen Donnerstag, 19. Mai, kurz nach 22 Uhr in der Danziger Straße zu. Insbesondere aufgrund dieser früheren Uhrzeit setzen die Ermittler auf Hinweise von Anwohnern. „Alle Beobachtungen aus Ihrer Umgebung, die Sie zum genannten Zeitpunkt gemacht haben, sind für uns von Interesse“, steht auf den Flyern, die alle erhalten haben, die die Beamten nicht persönlich angetroffen haben. Gezielt wird gefragt: „Haben Sie zu dieser Zeit in Ihrer Umgebung Personen oder Fahrzeuge festgestellt? Könnten Sie verdächtige Personen beschreiben oder haben Sie ein Fahrzeug oder Kennzeichen erkannt? Haben Sie fremde, verlorene oder weggeworfene Gegenstände gefunden, die Sie nicht zuordnen können?“

Ersten Hinweisen gingen ihre Kollegen in Eutin bereits nach, sagte Anett Dittmer. Die Polizei-Pressesprecherin bittet aber ausdrücklich darum, weitere mögliche Beobachtungen umgehend zu melden (Telefon 04521/8010).

„Jeder ist gefordert, wachsam zu sein“, betonte gestern auch Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt. Von einem „Feuerteufel“ wollte er nicht sprechen, die Häufung der Brände, „die ja nicht durch Selbstentzündung entstehen“, nannte er aber „schon ungewöhnlich. Über einen Dumme-Jungen-Streich geht das weit hinaus.“

Zum bislang entstandenen Schaden wollte die Polizei keine Schätzung abgeben. Ralf Klesny geht von rund 1000 bis 1500 Euro pro zerstörtem Container aus.

Ulrike Benthien

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