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Ostholstein Braucht Fehmarn ein „Silicon Valley“?
Lokales Ostholstein Braucht Fehmarn ein „Silicon Valley“?
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16:39 12.02.2018
Winand Wilberg (28) aus Hamburg fühlte den Fehmaraner Lokalgrößen auf den Zahn, wollte wissen, was sie sich für ihre Insel wünschen.

Ein VW-Bus rattert über die Sundbrücke zum Bulli-Treffen, Kite-Surfer gleiten durch tosende Wellen, während blühende Rapslandschaften Besucher begrüßen. Fehmarn zeigt sich in einem brandneuen Image-Film von seiner schönsten Seite. Für die rund 30 Studenten der Hamburger HafenCity (HCU) Universität begann der zweitägige Inselaufenthalt am Wochenende schon weit vor dem Diskussionsforum in der Burger Jugendherberge mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft.

Bereits am Vormittag hatten sie auf Einladung der Interessengemeinschaft „ProFehmarn“ die Gleisanlagen und den Fährhafen in Puttgarden sowie das Gewerbegebiet Amalienhof inspiziert, ferner die Burger Altstadt und das Info-Zentrum zur Beltquerung. Denn während der Film Fehmarns attraktivste Seiten zeigt, sollten die Master-Studenten am Wochenende Ideen für die eher brachliegenden Flächen entwickeln.

Peter F. Butenschön zur Kooperation mit der Hochschule: „Wir sind eine Interessengemeinschaft, die Dinge nicht verhindern will, sondern selbst Vorschläge macht." Fehmarn solle auch für die Kinder mindestens so liebenswert bleiben, wie es jetzt schon ist. „Wir sind die kleinste und jüngste Universität Deutschlands, aber die Experten für Fragen der bebauten Umwelt“, schraubte Professorin Annette Bögle die Erwartungen an die Studenten nach oben. Sie sollen im Rahmen eines Seminars ein Nutzungskonzept erarbeiten, das die Belange der ganzen Insel berücksichtigt.

Für Claus-Peter Matthiensen (Egoh) stehen der Ausbau des Grenzhandels und größere Hotels im Fokus: „Wir brauchen Hotels, die eine Busladung Touristen aufnehmen können, um mehr Gäste zum Verweilen einzuladen.“ Tourismusdirektor Oliver Behnke widersprach, sieht eher den „Volvo-fahrenden Individualtouristen“ aus Schweden als Zielgruppe: „Für den brauchen wir hochwertigere Übernachtungsmöglichkeiten.“

Bei Wassersport, Urlaub auf dem Bauernhof und Campingtourismus spiele Fehmarn schon in der „Champions League“. Vorrangig sei es, die Saison über die Sommermonate hinaus zu verlängern und den kleinen Geschäften in der Burger Innenstadt nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, betonte Bauausschussvorsitzender Andreas Herkommer (SPD). Für Dieter Deike (Kaufhaus Stolz) ist besonders wichtig, die Verkehrssituation der Insel zu verbessern, damit die Gäste ihr Ziel gut erreichen können. Andreas Hansen (FWV) forderte attraktive Arbeitsplätze jenseits von Tourismus und Einzelhandel: Dafür müssten die Chancen der Digitalisierung für das Arbeiten mit schnellem Internet besser genutzt werden. Dem stimmte Carsten Lübke von „ProFehmarn“ zu: „Ich habe vier Kinder, keines davon lebt mehr auf der Insel.“ Ideal wäre ein „Silicon Valley“ auf Fehmarn.

Keine einfache Aufgabe für die Hamburger Studenten. Bis Semesterende im Frühjahr haben sie Zeit, an einem Konzept zu feilen.

hof

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