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Ostholstein Breitband-Ausbau: Wettstreit auf Kosten der Kunden?
Lokales Ostholstein Breitband-Ausbau: Wettstreit auf Kosten der Kunden?
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20:10 25.10.2017
Eutin/Bujendorf

Die Stadtwerke Eutin drücken aufs Pedal: Ende des Jahres, spätestens Anfang 2018, werden sie in den Dorfschaften Groß Meinsdorf, Bockholt, Röbel und Bujendorf mit den Ausbauarbeiten für das Glasfasernetz beginnen. Die Benachrichtigungen an die hier ansässigen Haushalte sind am Mittwoch verschickt worden.

Zwei Verträge abgeschlossen

Auf diese Zusage hat Michael Bonne aus Bujendorf (Gemeinde Süsel) lange gewartet – so lange, dass er vor knapp zwei Wochen die Nerven verlor und auch bei der TNG einen Vertrag abschloss. Aus diesem will ihn das Unternehmen jetzt nicht mehr entlassen: Ein Zurücktreten innerhalb von 14 Tagen sei nur bei Online-Abschluss oder Haustürgeschäften möglich. Bonne habe aber seinen Vertrag unterschrieben und persönlich bei einem Infogespräch in Altenkrempe abgegeben. So schildert es der Bujendorfer, was TNG-Sprecher Marc Neben bestätigt. „Wir wollen keinen Unmut erzeugen, aber müssen auch darauf achten, was vertraglich vereinbart ist. In diesem Fall besteht kein Widerrufsrecht“, sagt Neben, der darauf verweist, dass in der vergangenen Woche die Auftragsbestätigungen von TNG an alle Kunden verschickt worden seien. Zu dem Zeitpunkt hätten sich die Stadtwerke noch nicht erklärt.

Die Eutiner pochen ebenfalls auf Einhaltung des mit Michael Bonne geschlossenen Vertrages: „Wer den mit uns eingeht, will Breitband von uns haben und bekommt das auch. Die Vertragsbeziehungen mit einem Kunden sind Grundlage unserer Kalkulation“, sagt Christian Kulessa, technischer Leiter bei den Stadtwerken.Damit ihre Kalkulation aufgeht, müssten sich 60 Prozent der Haushalte in einer Ortschaft bei ihnen verpflichten, hatten die konkurrierenden Unternehmen bei Infoveranstaltungen im Vorwege stets betont. Auf diese Quote wollen aber beide jetzt nicht mehr festgenagelt werden. „Es geht darum, eine Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Sie ist in jedem Ort eine andere“, sagt Christian Kulessa. Bujendorf sei allein deshalb begünstigt, weil eine internationale Versorgungstrasse von Hamburg nach Kopenhagen an Süsel vorbeilaufe – und von dort abzweigend Glasfaserkabel über Bujendorf und Röbel nach Eutin führen. „Außerdem kommt es auf die Produkte an, die verkauft werden. Sind sie hochpreisig, also Fernsehen, Telefon und Internet im Paket, ist die Wirtschaftlichkeit schneller erreicht“, erklärt Kulessa.

ZVO baut nicht aus

Auf die Quote von 60 Prozent habe man sich mit dem ZVO verständigt, räumt Marc Neben ein. Allerdings: „Wir bauen auch aus, wenn wir die absolute Zahl nicht erreichen, aber die Wirtschaftlichkeit gegeben ist. Und dabei muss auch das Gesamtgebiet betrachtet werden.“ Das ist eine kaum zufriedenstellende Aussage für diejenigen, die in Sagau, Freudenholm oder Stendorf (alle Gemeinde Kasseedorf) leben, und auf einen Beschluss ihrer Gemeindevertretung gesetzt hatten: dass der ZVO für ein Netz in allen unterversorgten Orten, den sogenannten weißen Flecken, sorgen sollte. „Um diese Orte tut es uns leid. Es ist eine bittere Pille, dass wir sie nicht anschließen können“, sagt Marc Neben. Aber die Unterversorgung dort werde ja jetzt von den Stadtwerken Eutin beseitigt.

Fristen verlängert

Dass Sagau, Freudenholm und Stendorf nicht von TNG bedient werden, dagegen aber Kasseedorf – nach LN-Informationen weit entfernt von der 60-Prozent-Quote –, sei „auf Projektleiterebene entschieden worden“, sagt Marc Neben. Kasseedorf sei außerdem auch Teil einer Gesamtbetrachtung mit Süsel und Altenkrempe.

Im Wettbewerb um Kundschaft haben ZVO/TNG und Stadtwerke ihre Fristen verlängert: TNG nimmt noch bis einschließlich Sonnabend, 28. Oktober, für die Gemeinden Süsel, Altenkrempe und Kasseedorf Verträge für Glasfaserprodukte an. Die Stadtwerke Eutin halten für Neukunden in Groß Meinsdorf, Bockholt, Röbel und Bujendorf bis zum 30. November das Angebot aufrecht, einen Vertrag bei ihnen abzuschließen und damit 800 Euro für den Glasfaserhausanschluss zu sparen.

Von Ulrike Benthien

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