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Ostholstein Brennende Chemikalie: 130 Feuerwehrleute untersucht
Lokales Ostholstein Brennende Chemikalie: 130 Feuerwehrleute untersucht
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20:42 20.09.2016
Die große Scheune brannte nieder, der danebenliegende Stall konnte gerettet werden. Etwa 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Quelle: Fotos: Jappe, Prey

Bei dem Großfeuer in einer Scheune in Cismarfelde (LN berichteten) mussten am Montagabend etwa 130 Einsatzkräfte von Ärzten untersucht werden. In der Scheune seien größere Mengen eines Mittels mit der chemischen Verbindung Eisenchlorid gelagert gewesen, so Kreisfeuerwehrsprecher Hartmut Junge gegenüber den LN. „Als wir festgestellt haben, was für ein Stoff da verbrennt, haben wir aus Vorsicht Ärzte vor Ort bestellt“, sagt Junge. Diese hätten dort alle Einsatzkräfte untersucht, jedoch glücklicherweise keine Atemwegsreizungen festgestellt. Die Feuerwehrleute seien zudem belehrt worden, bei im Nachhinein aufkommenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

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In der Scheune in Cismarfelde, die am Montag abgebrannt ist, war Eisenchlorid für eine Biogasanlage gelagert – Vorsorglich wurden Ärzte zum Einsatz hinzugezogen.

„Für jeden chemischen Stoff gibt es ein Sicherheitsdatenblatt des Herstellers“, erklärt Hartmut Junge. Ein solches habe die Einsatzleitung sofort aus einer Datenbank heruntergeladen. „Daraus ging hervor, dass der Stoff ätzend ist und Atemwegsreizungen hervorrufen kann“, erläutert Junge. Eisenchlorid diene dazu, in der auf dem Bauernhof befindlichen Biogasanlage das Methangas von Schwefel zu befreien, damit das Gas reiner wird. „Da wir nicht wussten, ob, und wenn ja, welche Menge davon freigesetzt worden ist, wurde der Leitende Notarzt hinzugezogen.“ Man entschied sich dafür, parallel zu den Löscharbeiten die Feuerwehrleute auf gerötete Schleimhäute zu untersuchen. In einem Zelt kümmerten sich dann zwei Ärzte um die Einsatzkräfte. Junge betont, dass diese Methode einer Schleuse noch einen weiteren Vorteil habe. „Dabei wird dann auch registriert, wer tatsächlich im Einsatz war.“ Mithilfe dieser genauen Listen wüsste man bei notwendigen Nachuntersuchungen auch, wen man ansprechen müsste, zudem seien sie ein möglicher Nachweis für Versicherungen. Die Feuerwehr will auf jede Eventualität vorbereitet sein.

„Wir halten ja nicht ohne Grund dieses Netzwerk vor“, sagt Junge. So stehe nicht nur jederzeit ein Leitender Notarzt in Ostholstein zur Verfügung. „Wir sind ständig im Übungskontakt mit den Rettungsdiensten, wir reden miteinander, wir haben Arbeitsgruppen, die bestimmte Szenarien durchspielen“, zählt der Feuerwehrsprecher auf. Wenn man dann auch nur die Vermutung habe, es könnte irgendetwas Schlimmeres passieren, würde dieses Netzwerk auch genutzt.

Denn spätestens seit einem Gefahrguteinsatz vor 21 Jahren in Heiligenhafen sind die Feuerwehrleute bei derartigen Bränden besonders sensibilisiert. In einem Silo seien damals giftige Gase der Substanz Phosphin freigesetzt worden, „danach mussten 50 Leute ins Krankenhaus“, so Junge. Einige Feuerwehrleute von dem damaligen Einsatz seien jetzt auch in Cismarfelde gewesen.

Lobende Worte findet der Kreisfeuerwehrsprecher für Einsatzleiter Björn Sachau. Der Grömitzer Gemeindewehrführer habe unter anderem von vornherein entschieden, großflächig nachzualarmieren, das sei richtig gewesen.

Der Einsatz hatte am Montagabend gegen 19.30 Uhr begonnen und dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Die betroffene Scheune brannte ab, den angrenzenden Kuhstall habe man laut Junge jedoch halten können. Weder Menschen noch Tiere seien verletzt worden. Zum größten Teil seien die Kühe noch draußen gewesen, das Jungvieh habe man aus dem Stall herausgeholt.

Wie Polizeisprecher Stefan Muhtz gestern mitteilte, hat der Kriminaldauerdienst den Brandort beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur Brandursache seien aufgenommen worden. Der Sachschaden werde auf über 500 000 Euro geschätzt.

Stefanie Schlemmer

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