Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Brennende Chemikalie: 130 Feuerwehrleute untersucht

Grömitz Brennende Chemikalie: 130 Feuerwehrleute untersucht

In der Scheune in Cismarfelde, die am Montag abgebrannt ist, war Eisenchlorid für eine Biogasanlage gelagert – Vorsorglich wurden Ärzte zum Einsatz hinzugezogen.

Voriger Artikel
Grube bekommt das erste Fledermaus-Hotel
Nächster Artikel
Unternehmer klagen über Klientelpolitik

Die große Scheune brannte nieder, der danebenliegende Stall konnte gerettet werden. Etwa 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Quelle: Fotos: Jappe, Prey

Grömitz. Bei dem Großfeuer in einer Scheune in Cismarfelde (LN berichteten) mussten am Montagabend etwa 130 Einsatzkräfte von Ärzten untersucht werden. In der Scheune seien größere Mengen eines Mittels mit der chemischen Verbindung Eisenchlorid gelagert gewesen, so Kreisfeuerwehrsprecher Hartmut Junge gegenüber den LN. „Als wir festgestellt haben, was für ein Stoff da verbrennt, haben wir aus Vorsicht Ärzte vor Ort bestellt“, sagt Junge. Diese hätten dort alle Einsatzkräfte untersucht, jedoch glücklicherweise keine Atemwegsreizungen festgestellt. Die Feuerwehrleute seien zudem belehrt worden, bei im Nachhinein aufkommenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

LN-Bild

In der Scheune in Cismarfelde, die am Montag abgebrannt ist, war Eisenchlorid für eine Biogasanlage gelagert – Vorsorglich wurden Ärzte zum Einsatz hinzugezogen.

Zur Bildergalerie

„Für jeden chemischen Stoff gibt es ein Sicherheitsdatenblatt des Herstellers“, erklärt Hartmut Junge. Ein solches habe die Einsatzleitung sofort aus einer Datenbank heruntergeladen. „Daraus ging hervor, dass der Stoff ätzend ist und Atemwegsreizungen hervorrufen kann“, erläutert Junge. Eisenchlorid diene dazu, in der auf dem Bauernhof befindlichen Biogasanlage das Methangas von Schwefel zu befreien, damit das Gas reiner wird. „Da wir nicht wussten, ob, und wenn ja, welche Menge davon freigesetzt worden ist, wurde der Leitende Notarzt hinzugezogen.“ Man entschied sich dafür, parallel zu den Löscharbeiten die Feuerwehrleute auf gerötete Schleimhäute zu untersuchen. In einem Zelt kümmerten sich dann zwei Ärzte um die Einsatzkräfte. Junge betont, dass diese Methode einer Schleuse noch einen weiteren Vorteil habe. „Dabei wird dann auch registriert, wer tatsächlich im Einsatz war.“ Mithilfe dieser genauen Listen wüsste man bei notwendigen Nachuntersuchungen auch, wen man ansprechen müsste, zudem seien sie ein möglicher Nachweis für Versicherungen. Die Feuerwehr will auf jede Eventualität vorbereitet sein.

„Wir halten ja nicht ohne Grund dieses Netzwerk vor“, sagt Junge. So stehe nicht nur jederzeit ein Leitender Notarzt in Ostholstein zur Verfügung. „Wir sind ständig im Übungskontakt mit den Rettungsdiensten, wir reden miteinander, wir haben Arbeitsgruppen, die bestimmte Szenarien durchspielen“, zählt der Feuerwehrsprecher auf. Wenn man dann auch nur die Vermutung habe, es könnte irgendetwas Schlimmeres passieren, würde dieses Netzwerk auch genutzt.

Denn spätestens seit einem Gefahrguteinsatz vor 21 Jahren in Heiligenhafen sind die Feuerwehrleute bei derartigen Bränden besonders sensibilisiert. In einem Silo seien damals giftige Gase der Substanz Phosphin freigesetzt worden, „danach mussten 50 Leute ins Krankenhaus“, so Junge. Einige Feuerwehrleute von dem damaligen Einsatz seien jetzt auch in Cismarfelde gewesen.

Lobende Worte findet der Kreisfeuerwehrsprecher für Einsatzleiter Björn Sachau. Der Grömitzer Gemeindewehrführer habe unter anderem von vornherein entschieden, großflächig nachzualarmieren, das sei richtig gewesen.

Der Einsatz hatte am Montagabend gegen 19.30 Uhr begonnen und dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Die betroffene Scheune brannte ab, den angrenzenden Kuhstall habe man laut Junge jedoch halten können. Weder Menschen noch Tiere seien verletzt worden. Zum größten Teil seien die Kühe noch draußen gewesen, das Jungvieh habe man aus dem Stall herausgeholt.

Wie Polizeisprecher Stefan Muhtz gestern mitteilte, hat der Kriminaldauerdienst den Brandort beschlagnahmt. Die Ermittlungen zur Brandursache seien aufgenommen worden. Der Sachschaden werde auf über 500 000 Euro geschätzt.

Stefanie Schlemmer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostholstein
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Sollte die Direktwahl von Bürgermeistern abgeschafft werden?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.

Windkraft

Eine interaktive Karte mit allen Windkraftanlagen in Ostholstein.

Beltquerung

Politik und Bahn planen die Hinterlandanbindung zur Beltquerung. Alle Infos hier.

EHC Timmendorf

Lesen Sie alles über Timmendorfs Eishockey-Mannschaft.

VfL Bad Schwartau

Hier gibt's alle aktuellen Infos zum VfL Bad Schwartau.