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Ostholstein Bringen neue Recherchen auch neue Erkenntnisse?
Lokales Ostholstein Bringen neue Recherchen auch neue Erkenntnisse?
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19:16 10.06.2016
Bis Februar 2017 ist das Haus des Gastes durch Bürgerentscheid vor dem Abriss geschützt. Quelle: Fotos: Benthien (2)/hfr

Das Haus des Gastes in Eutin sorgt seit zwei Jahren für rege öffentliche Diskussionen. Bürgerbegehren, Bürgerentscheid, das Haus bis vorerst Februar 2017 gerettet.

Bürgergemeinschaft Eutin hat ein Buch zum Haus des Gastes herausgegeben.

Jetzt steht ein weiteres Begehren an, vorangetrieben von der bewährten Bürgerinitiative, die nun nicht nur den Erhalt, sondern explizit die Instandsetzung des Ende der 1960er-Jahre errichteten Gebäudes erreichen will. „Haus des Gastes Eutin“ – so lautet auch der Titel eines soeben von der Bürgergemeinschaft Eutin herausgegebenen Buches. „Die Publikation soll nicht in die Diskussion um Abriss oder Erhalt eingreifen“, versicherte Sprecherin Regine Jepp bei der Vorstellung im Kulturcafé Klausberger, „sie soll vielmehr aufzeigen, wie das Gebäude in die Architektur der Nachkriegszeit einzuordnen ist.“

Zwei, die sich für den Erhalt des Haus des Gastes in den beiden vergangenen Jahren stark gemacht haben, fehlten bei der Präsentation: Sein Architekt Udo Stücker, der über Malte Tech aus dem Urlaub Grüße übermitteln ließ, und Eckhard Ahrens. Der Eutiner war gemeinsam mit Stücker und Tech treibende Kraft der Bürgerinitiative und unermüdlich darin gewesen, sein Herzensanliegen immer wieder bei öffentlichen Anlässen vorzubringen. Eckhard Ahrens starb überraschend in der vergangenen Woche. „Ihm widmen wir dieses Buch“, sagte Regine Jepp.

Ein Jahr sei von der Idee bis zur Vorstellung des Buches vergangen, so die Sprecherin der Bürgergemeinschaft. Als Autorin wurde die in Eutin lebende Kunsthistorikerin Dr. Karen David gewonnen. Sie hat die Baugeschichte des Hauses beleuchtet, Vergleiche zu ähnlichen Gebäuden (Malente, Klingberg) gezogen, ist auf lokale Ereignisse eingegangen, hat den Architekten Udo Stücker interviewt, der 1968 mit seinem Entwurf des Haus des Gastes den ersten Preis des ausgeschriebenen Wettbewerbs gewann.

In einem Kurzvortrag ließ Karen David die Entwicklung an der Stadtbucht Revue passieren: vom verwunschenen Ufer (1915) mit der Schaffung des Zugangs vom Rosengarten (1927/28) und der Anlage der Seeuferpromenade über die Gestaltung des Seeparks und den Bau des Bootshauses in der 1930er-Jahren hin zum bürgernahen und tourismusgeprägten Bereich. Nur folgerichtig wurde dort das Haus des Gastes errichtet: „Man wollte den immer zahlreicher werdenden Kurgästen einen Aufenthaltsort bieten“, erläuterte Karen David. Der ursprüngliche Bau – ohne Ergänzungen – , sei auch der mit der größten Qualität. „Dazu gehören auch die Brunnen. Die Wasserbecken schließen die offene Ecke ab. Es handelt sich fraglos um ein Ensemble“, betonte sie.

Am Zustandekommen der Publikation haben neben der Bürgergemeinschaft zahlreiche Spender und Unterstützer mitgewirkt. Einer von ihnen ist der Eutiner Architekt Christian Bielke. Aus der Zeit der 1960er bis 1980er-Jahre gebe es wenig Beispiele für gute Architektur, räumte er ein, dennoch seien es Zeugen ihrer Zeit. Es dürfe auch nicht alles auf Waschbeton reduziert werden. „Das Haus des Gastes trägt Authentizität nach außen, ich verstehe nicht, warum die Denkmalpflege das nicht sieht.“ Weiter äußerte Bielke, er sei froh, dass das Buch die Diskussion von der emotionalen auf die sachliche Ebene bringe.

„Viel Spaß bei der Mehrung der Erkenntnisse“, wünschte Regine Jepp allen Anwesenden der Buchvorstellung – ganz sicher nicht zuletzt den Vertretern der politischen Fraktionen, die bis auf die Grünen, allesamt zugegen waren.

Das Buch „Haus des Gastes Eutin“, 66 Seiten, ist für 7,50 Euro im Kulturcafé Klausberger erhältlich.

ben

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