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Ostholstein Brücken-Neubau: Beschendorfs Spaltung ist endlich Geschichte
Lokales Ostholstein Brücken-Neubau: Beschendorfs Spaltung ist endlich Geschichte
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23:48 18.07.2016
Die neue Brücke ist jetzt acht Meter länger und zudem ein gutes Stück höher als ihre Vorgängerin.

/Beschendorf. Bewohner aus Beschendorf und Nienrade waren mit Kind und Kegel zum Festplatz am Fuße des neuen Brückenbauwerkes gekommen. Nach zweijähriger Bauphase feierten Dorfbewohner gestern die offizielle Freigabe der Kreisstraße 59. Vielen war die Erleichterung anzusehen.

„Endlich gehört Beschendorf jetzt wieder zu Deutschland.“ Reinhard Krönke, Bürgermeister

An die Gründe für den erforderlichen Neubau erinnerte Landrat Reinhard Sager (CDU), der gestern gemeinsam mit Bürgermeister Reinhard Krönke (FWB) und anderen am Bau Beteiligten das Flatterband für die Freigabe durchtrennte. Betonkrebs hatte der 49 Jahre alten Brücke soweit zugesetzt, dass Statiker eine Befahrbarkeit nur noch bis 2015 bescheinigen konnten.

Einseitige Sperrungen der Brücke waren wiederholt bereits seit 2011 vorgenommen worden. Für den Schwerlastverkehr war die Brücke auch schon vor Baubeginn im Mai 2014 gesperrt gewesen. Hoffnungen auf eine Fertigstellung der Brücke im Herbst 2015 zerschlugen sich, als die Insolvenz der zunächst mit den Arbeiten beauftragte Baufirma bekannt wurde. Zeitgleich habe auch noch ein beteiligter Zulieferbetrieb von Metallteilen in Süddeutschland Konkurs angemeldet, erläuterte Andreas Harting als Vertreter der ausführenden Firmen.

Beschendorfer beidseitig der Baustelle, aber auch Landwirte mussten damit erheblich längere Wege in Kauf nehmen. Die rund 30 Kilometer lange Umleitung führte über Grömitz und nötigte den betroffenen Bürgern viel Geduld ab.

Der befestigte Schulweg – von Bürgern, aber auch von Lkw und landwirtschaftlichen Fahrzeugen als Abkürzung genutzt – musste aufgrund der zu starken Beanspruchung zeitweise für Fahrzeuge aller Art gesperrt werden.

Für den Bau der neuen Spannbetonbrücke, die acht Meter länger und zudem auch höher als ihre Vorgängerin ist, wurden insgesamt 5500 Kubikmeter Oberboden bewegt. 1250 Kubikmeter Beton wurden eingebracht und 17 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro wurden zu 75 Prozent vom Land und zu 25 Prozent vom Kreis finanziert.

Für die Bewohner habe die Baustelle eine große Herausforderung bedeutet, betonte Beschendorfs Bürgermeister Reinhard Krönke. Mit einem Zitat, das er von einem Außenstehenden zur Freigabe der Straße gehört habe, sprach Krönke wohl vielen der Anwesenden aus dem Herzen: „Endlich gehört Beschendorf wieder zu Deutschland.“ Die Trennung ist überwunden, was mit Bratwürsten und alkoholfreien Getränken, die der Kreis spendierte, gefeiert wurde.

 Thomas Klatt

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