Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Bürger-Stiftung Ostholstein ist weiterhin in der Erfolgsspur
Lokales Ostholstein Bürger-Stiftung Ostholstein ist weiterhin in der Erfolgsspur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:19 05.03.2016
Elternbriefe zeigte gestern der Vorstand der Bürger-Stiftung Ostholstein während der Jahrespressekonferenz: Vorsitzender Jens Teichert (von links), sein Stellvertreter Joachim Wallmeroth, Susanne Bimberg-Nittritz und Manfred Rath. Quelle: Christina Düvell-Veen

53 000 Euro gaben die Bürgerstiftung Ostholstein und deren 34 Stiftungsfonds im vergangenen Jahr für gemeinnützige Zwecke aus. Das Stiftungskapital erhöhte sich 2015 insgesamt um 292 000 Euro auf 2,57 Millionen Euro. Diese Zahlen kommentierte der Stiftung-Vorstandsvorsitzende Jens Teichert gestern mit den Worten: „Die Bürger-Stiftung Ostholstein ist ein wichtiger Impulsgeber für die gesellschaftliche Weiterentwicklung im Kreis.“ Sie werde zunehmend wichtiger, da „die sozialen Sicherungseinrichtungen zunehmend an ihre Grenzen stoßen“, so Teichert weiter.

Stiftung ist acht Jahre alt

Die Stiftung von Bürgern für Bürger in Ostholstein wurde 2007 gegründet. Sie ist konfessionslos sowie parteipolitisch unabhängig und fungiert als Dachstiftung für regionale Bürgerstiftungen und Stiftungsfonds von natürlichen Personen, Vereinen und Firmen.

Schwerpunkt der Bürger-Stiftung Ostholstein ist derzeit die Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie Hilfen für deren Eltern.

„Geldliche Zuwendungen sind die eine Seite“, gab er zu bedenken und hob während der Jahrespressekonferenz ganz besonders das ehrenamtliche Engagement vieler „Zeitspender“ hervor. Im vergangenen Jahr hätten etwa 100 Freiwillige über 6000 Arbeitsstunden geleistet. „Und wenn man die mit zehn Euro multipliziert, dann kommen zusätzlich noch einmal 60000 Euro zusammen“, rechnete Teichert vor. Im Beisein der übrigen Stiftungsvorstandsmitglieder Joachim Wallmeroth, Susanne Bimberg-Nittritz und Manfred Rath erwähnte Teichert, die Stiftung sei mit ihren strukturellen Förderungen besonders für junge Familien im Kreis „ein echter Zugewinn von Lebensqualität“.

Nicht mehr wegzudenken seien beispielsweise die Elternbriefe, die mittlerweile 650 Familien mit 840 Kindern erreichen. Sie werden in den ersten acht Lebensjahren des Kindes per Post zugeschickt und thematisieren in jeder Ausgabe das, was dem Alter des Kindes entsprechend wichtig ist. „Eltern werden möglichst passgenau die Informationen über Erziehungsfragen zur Verfügung gestellt, die sie brauchen. Die Briefe verbreiten keine pädagogischen Theorien, sondern orientieren sich am Alltag der Eltern“, erläuterte der Stiftungsvorstand. Gefördert wurden die Elternbriefe mit etwa 3000 Euro.

Gleich viel Geld gab es für das Projekt „Familie und Beruf“. Um die Familienfreundlichkeit im Kreis zu erhöhen, wurde dafür eine gemeinnützige Gesellschaft, die Kinderbetreuung anbietet, gegründet.

Im vergangenen Jahr waren 30 Einsätze zu koordinieren. Große Unternehmen wie die Sana-Kliniken haben sich ebenso zum Mitmachen bereiterklärt wie beispielsweise die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein als kleinere Arbeitgeberin.

Im Projekt „Mentor — die Lesehelfer“ geht es ums Lesen, Vorlesen und um Leseförderung. Über 20 Mentoren sind bereits im ersten Projektjahr in Oldenburg an zwei Grundschulen ehrenamtlich tätig.

Projektleiter Hans-Peter Birkner vom Stiftungsrat ist nun in Eutin und Neustadt auf der Suche nach weiteren Grundschulen und nach mehr Ehrenamtlern.

Die 22 000 Euro von der Bürgerstiftung und die 31000 Euro von den Stiftungsfonds wurden im vergangenen Jahr unter anderem ausgegeben für die Familienzentren in Neustadt, Bad Schwartau, Eutin und Heiligenhafen (7600 Euro), für die kreisweite mobile Schrei-Ambulanz (2000 Euro), für den Verein Frauen gegen Gewalt (2000 Euro), für die Fahrbücherei (1500 Euro) sowie für die Arbeit der Tafeln in Oldenburg, Neustadt, Eutin, Heiligenhafen, Bad Schwartau, Ahrensbök und Fehmarn (5250 Euro).

Regionale Bürgerstiftungen gibt es in Bad Schwartau, Eutin, Neustadt und Ratekau. Sie kümmern sich weiterhin aktiv um ihre eigenen Projekte. Teichert: „Neue Ideen für Stiftungsarbeit vor Ort werden zielgerichtet angegangen.“

Als akutes Thema in der Region galten im vergangenen Jahr die Schicksale von geflüchteten Menschen. „Für sie wird bis zu sieben Tage die Woche Integrationsarbeit in allen Lebenslagen geleistet“, bewundert der Stiftungsvorstand.

Finanziell gefördert wurden aber auch Schwimmkurse, Ernährungsberatung, Scheinwerfer für Theatergruppen, Bastelaktionen mit Kindergartenkindern und Zaubershows für Kinder.

Von Christina Düvell-Veen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige