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Ostholstein Bürgerforum zur Zukunft der Reithalle
Lokales Ostholstein Bürgerforum zur Zukunft der Reithalle
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21:29 20.10.2016
Die zur Landesgartenschau aufgefrischten „Schlossterrassen“, wie die historische Reithalle meist genannt wird: Der zuvor heruntergekommene Fußboden im Saal erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Die Stadt will die Räume zunächst wieder vermieten, die Nachfrage groß ist. Quelle: Benthien

Die Stadt Eutin lädt zu einem Bürgerforum „Historische Reithalle“ ein. Am Dienstag, 1. November, wird von 18 bis 20 Uhr vor Ort in der Reithalle am Schlossplatz über deren geplante Sanierung informiert und auch diskutiert. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

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Die Stadt Eutin will über ihre Pläne für das historische Gebäude informieren und Anregungen einsammeln.

Vor dem Hintergrund der laufenden Altstadtsanierung will die Stadt die historische Reithalle, auch als „Schlossterrassen“ bekannt, denkmalgerecht instandsetzen und zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum für die Allgemeinheit entwickeln. Dazu soll europaweit ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Die Stadt bittet die Eutiner um Ideen und Anregungen zur künftigen Nutzung und Gestaltung. Konkret soll es auf dem Forum um die Erschließung und Eingangssituation, die Veranstaltungsräume und den Innenhof gehen.

Der Realisierungswettbewerb ist für das kommende Jahr angesetzt. Ziel des Verfahrens sei „eine bestmögliche Lösung für die denkmalgerechte Instandsetzung, Erweiterung und Umplanung der historischen Reithalle“, schreibt die Stadt. Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im Frühjahr 2018 beginnen. Die Bauzeit gibt die Stadt mit zwei Jahren an. Zur Finanzierung werden Städtebaufördermittel erwartet.

Die historische Reithalle als Teil des ehemaligen Marstalls gehört zum Gebäude-Ensemble der einstigen Residenz Schloss Eutin. Das Marstallgebäude wurde von Hofbaumeister Johann Friedrich Limpricht in den Jahren 1830/ 31 im klassizistischen Stil erbaut. Der Südflügel des Gebäudes beherbergte den herzoglichen Marstall. Der zum Schloss hin gerichtete Nord-OstFlügel wurde als Reithalle errichtet.

Das Gebäude-Ensemble Schloss Eutin besitzt als schleswig-holsteinisches Kulturdenkmal überregionale kulturhistorische Bedeutung und ist ein herausragendes architektonisches Zeugnis der Residenzstadt Eutin.

Heute ist das Schlossareal Kulturstandort. Hier finden sich die Landesbibliothek (ehemals Kavaliershaus), die Kreisbibliothek Ostholstein (ursprünglich Kutschenremise), das Ostholstein-Museum (einst Marstall) und das Schloss Eutin, heute Schlossmuseum.

2015 wurde das an den Veranstaltungssaal in der historischen Reithalle angebaute Restaurant „Schlossterrassen“ abgerissen. Das Gebäude war baufällig. Der ebenfalls stark sanierungsbedürftige Veranstaltungssaal wurde zur Landesgartenschau vorübergehend wieder als Tagungsort hergerichtet. 70 000 Euro bewilligte der Bauausschuss dafür und für kleinere Reparaturarbeiten. Zur Gartenschau stand hier mit Blick auf den Großen Eutiner See ein Gastronomie-Pavillon, der inzwischen wieder abgebaut wurde. Nach der Sanierung möchte die Stadt Eutin Veranstaltungsräume für 500 bis 600 Personen vorhalten. Die Räume sollen für Theateraufführungen, Konzerte, Tagungen, Versammlungen, Messen und Ausstellungen sowie für Bälle und Feiern genutzt werden.

Grünen mahnen ehrliche Debatte an

 Eutins Grüne halten den Fürsprechern vom Haus des Gastes vor, einseitig und unvollständig zu argumentieren. „Es ist allen Stadtvertretern bekannt, dass die Stadt Eutin nur für einen öffentlichen, gemeinnützigen Veranstaltungsort Fördermittel vom Land erhalten wird. Sobald wir die Förderung für das Haus des Gastes beantragen, können wir uns von der Sanierung der Reithalle verabschieden“, erklärt Rathaus-Fraktionschef Eike Diller. Die Debatte, die die Bürgerinitiative zum Erhalt des Haus des Gastes zu führen versuche, greife viel zu kurz.

Grünen-Stadtvertreterin Christiane Balzer fasst die Situation so zusammen: „Haus des Gastes oder Hotel – so lautet die Frage doch gar nicht. Vielmehr geht es darum, ob wir ‚unsere Schlossterrassen‘

zurück wollen oder ein Bürgerzentrum am Haus des Gastes favorisieren, denn beides können wir uns mit Sicherheit nicht leisten.“ Die Vize-Fraktionsvorsitzende Monika Obieray ergänzt: „Es gibt kein Nutzungskonzept und keinen Betreiber.“ Ob eine Sanierung vom Haus des Gastes für 2,8 Millionen Euro oder für weniger zu machen sei, sei nur eine Frage. Beantwortet werden müsse auch, wie viel Geld die Stadt jährlich in Unterhalt und Betrieb stecken müsse. „Und als dritte Frage schließt sich an, was genau in diesem Haus stattfinden soll, ohne der Reithalle Konkurrenz zu machen“, meint Obieray.

„Nach wie vor verstehen wir, dass viele Eutinerinnen und Eutiner den Platz vor dem Haus des Gastes lieben und in den Sommermonaten gerne nutzen“, schreiben die Grünen, fügen aber hinzu: „Wer die Bilanz der letzten Jahrzehnte des Hauses jedoch ehrlich betrachtet, muss zugeben, dass es als öffentlich betriebenes Gebäude nie wirklich funktioniert hat.“

LN

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