Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Bürgermeister-Rücktritt in Neukirchen sorgt für Kritik
Lokales Ostholstein Bürgermeister-Rücktritt in Neukirchen sorgt für Kritik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:05 05.01.2013

Wenn Neukirchens Bürgermeister Jürgen Lübbe (CDU) sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er das auch durch. So wäre es für ihn nach 14,5 Jahren als Bürgermeister vermutlich ein Leichtes gewesen, dieses Amt noch bis zur Kommunalwahl im Mai weiterzuführen. Doch Jürgen Lübbe (CDU) macht Schluss — pünktlich zu seinem 70. Geburtstag Mitte Januar tritt er als Bürgermeister zurück. Seinen Sitz in der Gemeindevertretung will er bis zur Kommunalwahl jedoch behalten. Das sorgt für Kritik. Designierter Lübbe-Nachfolger ist der derzeitige CDU-Fraktionschef Bernd Bruhn.

„Mit 70 bin ich im politischen Rentenalter. Da ist es Zeit aufzuhören“, sagt Lübbe. Auch wenn ihm das Loslassen schwer falle. Gereift sei die Entscheidung schon länger, gefallen letztlich im September. Die Zeit bis zur Kommunalwahl wolle er nun nutzen, um seinen Nachfolger einzuarbeiten. Ob dieser dann nach der Kommunalwahl von der neuen Gemeindevertretung erneut zum Bürgermeister gewählt werde, sei aber offen. Bei den Freien Bürgern Neukirchen (FBN), über deren Liste Lübbe einst in die Gemeindevertretung einzog, mit deren Stimmen er zum Bürgermeister gewählt wurde und die Lübbe vor drei Jahren im Streit verließ, stößt Lübbes Vorgehen auf Unverständnis. „Wenn sich der Bürgermeister wirklich zu alt fühlt, warum tritt er dann nicht komplett zurück, sondern behält seinen Sitz in der Gemeindevertretung?“, kritisiert Arthur Schmidtke (FBN). Schließlich habe sich Lübbe jahrelang an das Amt geklammert.

Der Hintergrund: Bei einem kompletten Rücktritt würde der freiwerdende Sitz durch einen Nachrücker der FBN besetzt werden. Und die CDU-Fraktion, der sich Lübbe nach dem Streit mit den Freien Bürgern angeschlossen hatte, würde das durch den Seitenwechsel gewonnene Mitglied wieder verlieren. „Dass der Bürgermeister sein Mandat behält, ist aus meiner Sicht ein rein wahltaktisches Manöver, um einem möglichen Bürgermeisterbonus für die CDU im Kommunalwahlkampf zu nutzen“, kritisiert Schmidtke.

Lübbe war seitens der FBN in der Vergangenheit wiederholt Selbstherrlichkeit und eigenmächtiges Handeln vorgeworfen worden. Der spontane und erst nachträglich genehmigte Kauf eines Großbildfernsehers für 2400 Euro trotz leerer Gemeindekassen im Sommer sei da nur ein Beispiel, so Schmidtke. Einen von Lübbe initiierten Baukostenzuschuss für junge Familien habe sogar die Kommunalaufsicht stoppen müssen. Auch der Neujahrsempfang sei in der Vergangenheit zu einer politischen Propagandaveranstaltung verkommen, die Lübbe selbst zu einer Abrechnung mit dem politischen Gegner genutzt oder es zumindest geduldet habe.

Der designierte Lübbe-Nachfolger Bernd Bruhn weist die wahltaktischen Vorwürfe der FBN zurück. „Ich weiß nicht, ob das überhaupt ein Vorteil für mich oder die CDU ist“, sagt Bruhn. Lübbe selbst will sich während des Neujahrsempfanges am Sonntag, 6. Januar, (11 Uhr, Haus des Gastes) verabschieden.

Holger Marohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Michael und Susanne Strohm aus Hamburg werden die Silvesternacht in keiner guten Erinnerung behalten. Sie hatten sich so sehr auf die angekündigte Party im Freien in Haffkrug gefreut, stellten abends dann aber fest, dass sie nicht stattfinden wird.

05.01.2013

Der Geh- und Radweg wird gebaut, die Hecke ist schon weg.

05.01.2013

Vier Jungen haben heute Nachmittag mit Schwarzpulver gezündelt. Dabei wurde ein Kind an der Hand schwer verletzt.

04.01.2013
Anzeige