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Ostholstein Bulli-Festival knackt Besucherrekord
Lokales Ostholstein Bulli-Festival knackt Besucherrekord
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16:22 19.06.2017
Thomas Dählinger und sein T1: Sein Sohn hat in Lemkenhafen eine Kite-Schule, wo der Bus jetzt auch bleibt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Burgtiefe a. F

Knallbunte Flower- Power-Farben an der Windschutzscheibe, wenige Meter entfernt Kinder mit bunten Mittsommer- Blumenkränzen im Haar. Deftiges Schinken- und Speckbrutzeln draußen zwischen Vorzelt und Schlafnische, die bis in den beengten Kofferraum ragt. Drumherum ein wahres Meer mit lauter kultiger Oldies. Die Sonneninsel Fehmarn war vier Tage lang im Bulli-Fieber. Am Sonntag war das große Finale am Burger Südstrand.

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Ein Highlight fürs Auge: Rund 500 Bullis nahmen am Sonnabend an der schon traditionellen großen Insel-Ausfahrt teil. Außerdem gab es – passend zur friedlichen Festival-Stimmung rund um das Beachcamp am Burger Südstrand – sogar einen Heiratsantrag mitten auf der Sundbrücke und annähernd 500 mittsommerlich gebundene bunte Blumenkränze.
1200 schicke Fahrzeuge, darunter manches Uralt-Gefährt, das mehr Jahre auf dem Buckel hat als seine Fahrer, hatten einen der begehrten Beach-Camp-Plätze ergattert.

Binnen weniger Stunden waren sie im Herbst ausgebucht. Schneller geht’s fast nur noch bei den Rolling Stones. „Wir versuchen, die 40000-Besucher-Marke vom Vorjahr noch zu toppen“, schwärmt Ann-Katrin Schröder vom Kieler Veranstalter „Tonix Pictures“ von der Fehmarn-Location.

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Ganz viele unter ihnen sind „Wiederholungstäter“. Wie Tanja Kluck (37), die eigentlich aus dem Schwabenland stammt, jetzt aber zu ihrem Freund Oliver Röhler (48) nach Niendorf zieht. Baujahr 1963 ist sein grüner Bulli, er steht im Schatten des betagten Schwimmbades. „Ich finde die entspannte Familienatmosphäre faszinierend“, betont er. Und die erfasst die ganze Fan-Gemeinde, sogar über alle Marken hinweg.

Tatsächlich: Technikverliebte Bulli-Fahrer, die sich am Motor-Innenraum nicht satt sehen können, sind eher in der Minderheit. Gefeilt wird dagegen am Interieur. Oft mit großer Hingabe. Isabel Mencke (28) aus Kassel ist mit ihrem Bulli allein angereist, einige Freunde stehen mit ihren Fahrzeugen aber gleich nebenan. Plüschtier, Kissen, Lichterkette: „Die Inneneinrichtung habe ich komplett umgestaltet“, erzählt sie. Reichlich bunte Sonnenblumen schmücken ihr Fahrzeug. Und eine klare Botschaft: „Kein Zutritt für Nazis.“

Total friedlich ist die Stimmung auf dem Camp. Sogar bei denen, die bis in die tiefe Nacht hinein gefeiert und viel Bier getrunken haben. Wer mag, kann sich schon tagsüber durch fruchtige Cocktails verwöhnen lassen. Je nach Lust und Laune gibt’s Caipirinha, Sex on the Beach – oder Virgin Colada mit Ananas und Kokossirup garantiert alkoholfrei.

Eine fröhliche Frühstücksrunde vereint eine Freundesgruppe aus Lübeck, Bad Schwartau, Hamburg und Schwerin – vorm Wind geschützt durch eine ganze Wagenburg an Bullis. Die Familie von Christian Schewe (57) ist sogar mit zwei Bullis gekommen, an einem flattert die schwedische Fahne: „Irgendwie müssen wir ja die Kinder alle unterbringen.“

Gezimmert haben dagegen Jürgen „Goofy“ Sehl (48) und Andreas „Speedy“ Bröker (50) aus einem kleinen Ort südlich von Hamburg. Der hölzerne Aufbau, der zwei Bullis miteinander verbindet, passt zur Insel. „Unsere Dachterrasse zeigt die Sundbrücke“, sagt Sandra Schlabbach (44) und krabbelt mal eben stolz aufs Dach. Die Männer flachsen ein wenig – und frühstücken ungestört weiter.

Und dann kommt – fast ganz lautlos – David Jakobides (39) aus Thüringer mit seinem Eigenbau angefahren. Ein Mini-Bulli mit Elektroantrieb, an dem er inklusive Original-Lackierung anderthalb Jahre getüftelt hat. Im Maßstab 1:24 ist das ein echter Hingucker. „Aber nur zum Spazierenfahren im Camp“, bedauert er. Mit 1,84 Meter Große findet er gerade noch ausreichend Platz: „Im Straßenverkehr hat dieser Bulli leider nichts zu suchen.“

Bulli-Festival auf Fehmarn – es ist ein großes friedliches Fest. Vier Tage lang. Mit einem Bulli als Eiswagen und vielen anderen pfiffigen Ideen. Manche trauen sich sogar schon in die Ostsee. Und wissen schon jetzt: Wir kommen 2018 wieder. Vorausgesetzt das Camp- Areal, auf dem eine große Hotel- Anlage gebaut werden soll, ist dann noch frei.

 Gerd- J. Schwennsen

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