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Ostholstein Bunte Farben für die Schallschutz-Wand
Lokales Ostholstein Bunte Farben für die Schallschutz-Wand
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00:00 18.10.2012
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Ostholstein

Wenn wenige Meter neben ihm die Autos vorbeidonnern, muss er alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in Sicherheit bringen. Sonst werden Malvorlagen aus Papier, leichte Pinsel und halb leere Farbdosen vom Fahrtwind durcheinandergewirbelt. Seit einigen Tagen hat der Neustädter Maler Horst Bünning (72), den man inzwischen gerne als „Heiligenhafener Stadtmaler“ bezeichnen kann, seinen luftigen Arbeitsplatz direkt neben der Autobahn A 1 in Höhe Heiligenhafen bezogen. Er ist dabei, die ansonsten kahle und nüchterne Lärmschutzwand Richtung Norden auf der Brücke über dem Neuratjensdorfer Weg mit einem bunten Heiligenhafen-Motiv zu versehen. „Man soll auf dem über 40 Meter langen Panoramabild sehen, was man in natura wegen der undurchsichtigen Schallwand eben nicht mehr sehen kann“, erläutert Bünning. Im Rahmen des vierspurigen Autobahnausbaues mussten nämlich auch Lärmschutzwälle angelegt werden. Im Bereich der Brückenbauwerke werden sie durch Kunststoffwände abgelöst.Der Kampf der Bezirkshandwerkerschaft Heiligenhafen, wenigstens in den Brückenbereichen durchsichtige Wände aus Plexiglas zu verwenden, um die reizvolle und nicht zuletzt auch werbewirksame Aussicht nicht verschwinden zu lassen, ist wie berichtet am Geld gescheitert. Die Stadt Heiligenhafen hätte dafür einen sechsstelligen Betrag hinblättern müssen.Die von Bürgermeister Heiko Müller und einigen Heiligenhafenern propagierte Idee mit der Wandbemalung wird vom Leiter des Straßenbauamtes Lübeck, Diplom-Ingenieur Jens Sommerburg, als „durchaus guter Kompromiss“ bezeichnet. Seine Behörde ist für die Gestaltung des Lärmschutzes zuständig. „Wir haben die Sache ausführlich mit der Stadt Heiligenhafen erörtert und eine entsprechende Vereinbarung getroffen“, erklärt Sommerburg. Der für die Aufgabe engagierte Maler Bünning habe in der Vergangenheit bereits an verschiedenen Heiligenhafener Bauwerken wie dem Silo in der Hafenstraße und den Schaltkästen für die Fluttore sein Können bewiesen. Sicher werde er auch hier ein gutes Werk abliefern, ist der Leiter des Straßenbauamtes überzeugt. „Soweit ich weiß, ist zumindest in Schleswig-Holstein eine solche individuelle Gestaltung von Schallschutzwänden einmalig“, fügt Jens Sommerburg hinzu – abgesehen von den zahllosen Gaffiti an den Autobahnwänden landauf, landab. Hier erhofft sich Heiligenhafen sogar einen abschreckenden Effekt, denn auch Graffiti-Sprayer sehen sich als Künstler. „Bleibt zu hoffen, dass sie soviel Ethos besitzen und nicht das Werk eines anderen übersprayen“, hat Bürgermeister Heiko Müller bereits bei der Vorstellung der Pläne erklärt. Bezahlen muss derlei „Sonderwünsche“ die Stadt selber, „die Kunst liegt uns aber sehr am Herzen“, bekräftigt Müller.Und so erhält die Schallschutzwand nun die dahinter versteckte Silhouette mit den Dächern der Wohnbebauung, dem Ferienpark im Hintergrund, den Getreidesilos und den Segelmasten der Jachten. Über allem spannt sich ein blauer Himmel mit weißen Wolken und bis zum Horizont ist die Ostsee zu sehen. Die untere Hälfte bildet ein gelbes Weizenfeld, wie es sommertags ebenfalls in der Realität zu sehen ist. Wer Original und Abbildung vergleichen will, dem empfiehlt Jens Sommerburg, den Aussichtshügel des südlichen Rastplatzes „Ostseeblick“ zu erklimmen. Von dort sieht man sowohl das echte Panorama als auch das Gemälde.

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